1860 München: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Dennis Erdmann im Trikot von 1860 München

Bisher der einzige Neu-Löwe: Dennis Erdmann. ©Imago images/Eibner

Der TSV 1860 München verbrachte die vergangene Saison größtenteils im Tabellenmittelfeld, mit leichten Ausreißern nach oben und unten. Sportlich hatte sich die Truppe von Trainer Daniel Bierofka schnell an die 3. Liga akklimatisiert. Können die Löwen jetzt in der Saison 2019/20 den nächsten Schritt gehen oder bietet die Unruhe im Vereinsumfeld zu viel Raum für Negatives? Wir haben den Teamcheck gemacht und zeigen Euch, was für den Münchner Traditionsverein drin ist.

Kader & Transfers

Viel hat sich nicht getan in der Sommerpause, was an den unklaren finanziellen Rahmenbedigungen bei den 60ern liegt. Nachdem der Vertrag mit dem Sponsor „die Bayerische“ jedoch ausgeweitet worden war, bestand in dieser Hinsicht zumindest etwas mehr Planungssicherheit. Mit Dennis Erdmann wurde dann auch ein erfahrener Innenverteidiger verpflichtet, den die Mannschaft braucht.

Denn mit Jan Mauersberger und Simon Lorenz, den die Löwen gerne gehalten hätten, fallen zwei Abwehrspieler sicher weg, bei Aaron Berzel, dessen Vertrag im Sommer auslief, ist die Lage noch unsicher. Gesucht wird außerdem noch ein Stürmer, dessen Vertrag, wie der Berzels nach Möglichkeit „fremdfinanziert“ werden solle. Keine Frage: Der TSV hinkt seinen Drittliga-Konkurrenten bei den Planungen für die kommende Saison in dieser Hinsicht deutlich hinterher.

Positiv hingegen aus Löwen-Sicht: Ein Gros der Stammspieler der vergangenen Saison konnte gehalten werden, auch wenn der TSV zu Beginn der Transferperiode seine Leistungsträger ins Schaufenster stellte. Auch dabei muss 1860 allerdings einen Wermutstropfen hinnehmen: Nico Karger fällt voraussichtlich länger aus und steht daher zu Saisonbeginn nicht zur Verfügung.

Die aktuelle Form

Nach teils hohen Siegen gegen unterklassige Gegner verloren die Löwen im Trainingslager zuletzt gegen den österreichischen Zweitligisten BW Linz mit 0:1. Trainer Daniel Bierofka zeigte sich mit der Defensivarbeit zufrieden und nutzte den Test, um möglichst vielen Spielern Einsatzzeiten zu geben.

Die jungen Akteure wie Noel Niemann oder Flügelspieler Fabian Greilinger, der von Bierofka ein Sonderlob erhielt, werden gut herangeführt. Den Härtetest für die kommende Saison gibt es dann am 13. Juli: Dann nimmt 1860 beim Schauinsland-Reisen Cup teil und trifft dort u.a. auf Borussia Mönchengladbach.

Daniel Bierofka vor der Taktiktafel

Taktik im Trainingscamp: Daniel Bierofka (r.) gibt Anweisungen an seine Mannschaft. ©Imago images/MIS

Stärken & Schwächen

Die Löwen arbeiteten in der vergangenen Saison diszpliniert gegen den Ball, bissen sich allerdings ihrerseits regelmäßig an tief stehenden Gegnern die Zähne aus. Ein probates Mittel der 60er: Standards. Mit Philipp Steinhart haben die Münchner einen Spieler in ihren Reihen, der immer für Gefahr sorgen kann, wenn er ruhende Bälle tritt.

Speziell auf Giesings Höhen im heimischen Grünwalder Stadion sind die eigenen Fans ein Pfund der Löwen, auch auswärts werden sie zahlreich begleitet. Allerdings: Genau dort muss sich 1860 verbessern. Nur drei Auswärtssiege in der vergangenen Saison – kein Team durfte seltener auf fremden Plätzen feiern.

Die Mannschaft ist eingespielt und hat mit Daniel Bierofka Konstanz auf der Trainerposition. Ein Nachteil sind die fortwährenden Querelen in der Führungsetage um Investor Hasan Ismaik und Präsident Robert Reisinger. Klappt es mit den Fremdfinanzierungen der anvisierten Neuverpflichtungen nicht, ist der Löwen-Kader ganz klar zu dünn besetzt.

Der Trainer

Seit 2007 ist Daniel Bierofka für den TSV 1860 München tätig. Damals als Spieler vom VfB Stuttgart gewechselt, bestritt er über 200 Partien für den Verein. Danach arbeitete der gebürtige Münchner im Jugendbereich des Traditionsvereins, als Trainer der zweiten Mannschaft und seit 2017 schließlich als Cheftrainer der Profis.

Aufgrund seines Werdegangs bei den Löwen ist er Identifikationsfigur und Hoffnungsträger zugleich. Bierofka setzt größtenteils auf erfahrene Spieler mit Persönlichkeit, von denen die 60er allerdings zu wenig im Kader haben, wie er selbst moniert. Den eingeschlagenen Sparkurs des Vereins kritisiert Bierofka ganz offen. Es ist Einsatzbereitschaft und Leidenschaft, die der Coach von seinen Spielern sehen will – und selbst an der Seitenlinie vorlebt.

Fazit & Prognose

Vor der vergangenen Saison hatte 1860 den Vorteil der Aufstiegseuphorie im Rücken, das ist dieses Mal anders. Querelen in der Führungsetage sorgen nicht nur für ein unruhiges Umfeld, sondern auch für fehlende Planungssicherheit im sportlichen Bereich. Wenn die Löwen nicht noch was am Kader tun, erwarten wir eine ganz schwere Saison im hinteren Mittelfeld verbunden mit dem Abstiegskampf.

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