1860 München: Willsch überzeugt doppelt

Position inzwischen verinnerlicht

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Sonntag, 11.10.2020 | 09:08
Marius Willsch von 1860 München

Marius Willsch gibt einen starken Rechtsverteidiger. ©Imago images/Sven Simon

In einem abgesehen von der Anfangsphase starken Spiel von 1860 München war nach Abpfiff dennoch klar, wer beim 4:1 gegen den VfB Lübeck der Mann des Tages war. Marius Willsch besorgte nicht nur das wichtige 1:1, sondern verhinderte mit einer doppelten Rettungsaktion den erneuten Rückstand und bereitete das 3:1 vor.

Wie der 29-Jährige nach Abpfiff bei Magenta Sport berichtete, gratulierte Mitspieler Dennis Erdmann ihm nach der Partie nicht etwa zu seinem ersten Drittligator seit acht Jahren, sondern zu seiner Rettungstat.

Glückwünsche die der Torschütze gerne annahm. Denn seine defensiven Qualitäten sind dem gelernten Mittelfeldspieler inzwischen wichtiger, als die offensiven.

Willsch macht Paul vergessen

„Mittlerweile bin ich Abwehrspieler, daher sind solche Aktionen fast noch schöner, wenn man so einen noch von der Linie kratzt. Trotzdem freut es mich, dass ich nach so langer Zeit endlich mal wieder selber getroffen habe“, so der gebürtige Passauer zu seinem gelungenen Tag.

Die Aussage mag den ein oder anderen verwundern, ist doch das Tore Schießen für den Fußball eigentlich das höchste der Gefühle. Doch tatsächlich hatte Willsch durchaus einen gewissen Druck, sich in der Abwehr zu beweisen.

Erst in der vergangenen Saison begann er des Öfteren, Herbert Paul hinten rechts zu ersetzen. Die Entscheidung der Verantwortlichen, mit dem 2018 gemeinsam mit Willsch aus Schweinfurt gekommenen Paul nicht zu verlängern und damit auf der Position in der Viererkette alles auf eine Karte zu setzen, verstand nicht jeder. 

Trainer Michael Köllner sieht sich nun jedenfalls bestätigt. Die Schwierigkeiten, die seine Mannschaft zu Beginn gegen Lübeck hatte, bekam sie auch dank des konkurrenzlosen Mannes auf der rechten Abwehrseite in den Begriff.

„Es ist immer kompliziert gegen eine Dreier- oder Fünferkette zu spielen“, erklärte Köllner die anfänglichen Anpassungsprobleme seiner Elf. Die entscheidenden Offensivaktionen von Willsch demonstrierten dann aber die Vorteile der Viererkette hat. Mit einem sich mit einschaltenden Außenverteidiger waren die auf dem Flügel nur einfach besetzten Gäste überfordert.

Ob am kommenden Spieltag gegen Hansa Rostock wieder eine Dreierkette zu knacken sein wird, hängt wohl davon ab, wie der FCH die Sperre von Damian Roßbach auffangen wird. Michael Köllner wird diese Frage nach dem gestrigen Auftritt seines Schützlings jedenfalls weniger Kopfzerbrechen bereiten.