1860 vs KFC: Kutschera wünscht sich ein 2:2

"In Uerdingen gab es mehr von den besonderen Momenten."

Alexander Kutschera (r.) spielte für Uerdingen und die Sechziger. Für die Löwen ging es einst im Stadtderby gegen die Bayern mit Stürmer Jürgen Klinsmann. ©Imago/MIS

Alexander Kutschera hat 157 Erst- und 159 Zweitligaspiele absolviert, darunter für den TSV 1860 München und den KFC Uerdingen, die am Sonntag in der Liga direkt aufeinandertreffen. Kutschera ist Bayer, gebürtiger Freisinger und aktuell noch als Trainer von Bezirskligist FC Ergolding im Einsatz.

Im Interview mit Liga-Drei.de verrät der 50-Jährige, welche Erinnerungen er mit den Löwen und dem KFC verbindet – und erklärt, warum er keine Lust auf Stadionbesuche hat.

Herr Kutschera, am Sonntag messen sich Ihre Ex-Klubs 1860 und Uerdingen. Wem drücken Sie mehr die Daumen?
Alexander Kutschera: „Dem bayerischen Verein drücke ich schon ein bisschen mehr die Daumen, obwohl am Ende natürlich die Mannschaft gewinnen soll, die besser spielt.“

Wie intensiv verfolgen Sie eigentlich noch das Geschehen Ihrer Ex-Vereine?
Kutschera: „Uerdingen war eine ganze Zeit lang weg vom Geschehen im Profifußball. In dieser Zeit habe ich weniger auf den KFC geschaut. Für mich ist es jetzt wieder interessanter, auch wieder Spiele von Uerdingen im TV zu verfolgen.

Die Sechziger sind in den Zeitungen hier natürlich sehr vertreten, da bekommt man mehr mit. Ich habe viele Arbeitskollegen, die Sechziger sind, somit ist der Verein Woche für Woche Gesprächsthema.“

Woche für Woche Gesprächsthema. (über den TSV 1860)

Was sagen Sie zur Entwicklung beider Kontrahenten?
Kutschera: „Sechzig war einmal stark als ehemaliger Bundesligist. Doch die Euphorie seit dem Aufstieg ist stark, ich glaube, dass sie jetzt auf alle Fälle wieder anpacken wollen. Beim KFC freue ich mich für die Region, für Uerdingen, dass sie es wieder geschafft haben, im Profifußball Fuß zu fassen. Ich kenne dort noch einige, für die freue ich mich natürlich auch.“

Sie sind im Sommer 1994 von Uerdingen nach München gewechselt. Welche Ziele waren an diesen Wechsel geknüpft?
Kutschera: „Ich habe eine unwahrscheinlich schöne Zeit in Uerdingen verbracht und wäre auch weiter geblieben, schließlich sind wir damals, wie die Sechziger auch, in die erste Liga aufgestiegen. Letztlich aber war das Heimweh ein bisschen größer. Und da ich in der Heimat auch die Möglichkeit hatte, in der Bundesliga zu spielen, fiel der Abschied nicht ganz so schwer.“

Wie bewerten Sie Ihre Zeit in Uerdingen?
Kutschera: „In Uerdingen gab es mehr von den besonderen Momenten, weil wir in meiner Zeit beim KFC erst aufgestiegen sind in die erste Liga, im Folgejahr direkt wieder abgestiegen, anschließend dann wieder hochgegangen sind. Das waren schon wunderschöne Zeiten.“

Hoffentlich bald wieder in der zweiten Liga. (über beide Ex-Vereine)

Was trauen Sie 1860, was Uerdingen in dieser Spielzeit zu?
Kutschera: „Beide sind sehr gut gestartet. Ich hoffe natürlich, dass beide Mannschaften ihre Ziele erreichen und kontinuierlich so weiterarbeiten, so dass man sie hoffentlich bald wieder in der zweiten Liga sieht.“

Sieht man Sie gelegentlich noch im Stadion?
Kutschera: „Ich bin am Wochenende selber mit dem Fußball unterwegs und habe kaum Zeit dafür, ins Stadion zu gehen. Die freie Zeit, die verbringe ich dann schon mit der Familie. Profifußball ist ja abgelegt und da möchte ich nun nicht mehr zwei, drei Mal am Wochenende Fußball schauen.“

Sie selbst sind in Ihrer Heimat noch als Trainer beim FC Ergolding aktiv. Welche Ambitionen hat ein Ex-Profi noch in der Bezirksliga?
Kutschera: „Ich habe keine höheren Ziele, wie etwa die, Drittliga-Trainer zu werden. Sonst hätte ich den Schritt schon gewagt. Fußball ist mein Hobby und meine Leidenschaft, das wollte ich nicht ganz aufgeben. Deshalb habe ich mir gedacht, ich nehme mir eine Mannschaft auf kleinerem Niveau, wo ich Spielern noch etwas beibringen kann. Das ist eigentlich mein Ziel. „

Abschließend: Wie geht das Spiel am Sonntag aus?
Kutschera: „Alle Fans sollen mir verzeihen. Ich wünsche mir ein Unentschieden, ein 2:2. Es soll ein schönes, spannendes Spiel werden mit einer gerechten Punkteteilung.“

Herr Kutschera, wir bedanken uns für das Interview.

Schon Mitglied beim offiziellen 3.Liga-Sponsor bwin? Jetzt anmelden & bis zu 100€ Willkommensbonus kassieren!