Ärger bei Regionalliga-Klubs über Erfurt und Chemnitz

Insolvenzen wirken sich auf Regionalliga-Abstieg aus

Kein gern gesehener Konkurrent in Liga vier: Rot-Weiß Erfurt

In Regionalliga nicht willkommen: Absteiger RW Erfurt © imago/stylbruch

Das Drittliga-Aus für Rot-Weiß Erfurt und den Chemnitzer FC durch Insolvenzen sorgt in der Regionalliga Nordost für Ärger. In der Staffel sehen mehrere Klubs als Zumutung an, dass die wirtschaftlich bedingten Abstürze von RWE und des CFC nur wie ein sportlicher Abstieg in die vierte Liga behandelt werden und deswegen nach derzeitigem Stand mindestens ein Verein aus der derzeitigen Regionalliga zusätzlich in die Oberliga absteigen muss.

Vereine, die mit Augenmaß wirtschaften, werden angeschissen. (Chemie Leipzigs Sprecher Jörg Augsburger)

„Es geht um die grundsätzliche Ungerechtigkeit, dass Vereine, die vernünftig und mit Augenmaß wirtschaften, angeschissen werden“, erklärte Vereinssprecher Jörg Augsburger vom betroffenen Abstiegskandidaten Chemie Leipzig in der Leipziger Volkszeitung.

Dass Erfurt und Chemnitz trotz verbrannter Millionen durch frisches Geld auch gleich den Wiederaufstieg anpeilen und damit Zukunftsstrategien von solide planenden Klubs durchkreuzen könnten, will Augsburger ebenfalls nicht einleuchten: „Das lässt einen am Sinn der derzeitigen Regelungen zweifeln.“

Absteiger-Zahl im Nordosten noch unklar

Erfurt und Chemnitz haben trotz ihrer Insolvenz den Statuten gemäß die Chance zur Teilnahme an der nächsten Regionalliga-Saison. Um in der Staffel Platz für das Duo zu schaffen, müssen aus der bestehenden Regionalliga mindestens drei statt regulär zwei Teams und im Falle eines Scheiterns von Nordost-Meister Energie Cottbus in den Drittliga-Aufstiegsspielen sogar vier Vereine in die Oberliga absteigen.

Unterstützung bekommt Chemie Leipzig, das auf dem drittletzten Regionalliga-Rang acht Punkte vor den zwei Abstiegsplätzen zusammen mit drei weiteren Klubs noch um den Klassenerhalt zittern muss, vom Regionalliga-Spitzenteam Berliner AK. „Wegen denen, die nicht mit dem Geld haushalten können, müssen andere Vereine zwangsabsteigen“, schimpft BAK-Ehrenpräsident Ali Han. Erfurt und Chemnitz würden sich damit auch sportlich auf Kosten von Dritten ihrer Schuldenberge entledigen wollen.

Augsburger regte, nicht zuletzt auch wegen weiterer Auswirkungen der Vorgänge auch auf die Abstiege aus der fünftklassigen Oberliga, eine „Auffanglösung“ noch für diese Saison und damit Planungssicherheit auch für die anstehende Spielzeit an. Der Leiziger Funktionär machte sich dabei erneut für eine schon von Chemie-Coach Dietmar Demuth angeregte Aufstockung der Nordost-Staffel als „praktikable und einleuchtende Möglichkeit“ stark.

Der zuständige NOFV-Regionalverband allerdings hat die momentane Abstiegsregelung erst kürzlich nochmals bestätigt. Die Vorgaben würden mit Blick auf den anzustrebenden Erhalt von insolventen Vereinen auch gelten, wenn sich der betroffene Klub zuvor durch misswirtschaftliches Finanzgebaren auf unfaire Weise Wettbewerbsvorteile verschaffen wollte.

Noch kein Konto bei 3.Liga-Sponsor bwin? Jetzt anmelden & bis zu 100€ Willkommensbonus kassieren!