Chemnitzer FC: Wofür steht Patrick Glöckner?

Olaf Janßen über den neuen CFC-Trainer

Trainer Patrick Glöckner bei Spiel von Viktoria Köln

Soll den CFC zum Klassenerhalt führen: Der neue Cheftrainer Patrick Glöckner. ©imago images/Manngold

Michael Ballack beschreibt seinen Sitzplatznachbarn beim Match des CFC gegen Jena nachher so: „Patrick ist ein junger, ambitionierter Trainer, der bei Viktoria Köln einen guten Job gemacht hat und über den ich nix Negatives sagen kann.“ So viel und so wenig zugleich war über Patrick Glöckner im MDR-Interview mit dem Chemnitzer Vorzeige-Eigengewächs zu erfahren.

Liga-Drei.de mag es präziser und sprach deshalb mit der langjährigen Bundesliga-Größe Olaf Janßen über die Potenziale des neuen Chemnitzer Fußball-Lehrers – als Mensch und als Trainer. Janßen, der in zwei Wochen 53 Jahre alt wird und der früher Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga trainierte, hat Glöckner in jüngerer Zeit in zwei unterschiedlichen Aktionsfeldern als Co-Trainer an seine Seite geholt.

In Köln kurz vorm Ziel gestoppt

Hat ihn Tag für Tag erlebt bei der Fleißarbeit mit Trainingsformen, Spielstrukturen und der Beseitigung von Problemen: Erst beim FC St. Pauli ebenfalls in Liga 2, danach bei Viktoria Köln in der starken Regionalliga West. Als Janßen im Sommer 2018 in Köln ausstieg, um dem Ruf von Bruno Labbadia zum VfL Wolfsburg zu folgen, riet er den Viktoria-Bossen: „Macht Patrick zum Chef. Der packt das und steigt mit Euch auf.“

Nun, Viktoria Köln ist tatsächlich aufgestiegen und gehört aktuell gar zur Spitzengruppe der 3. Liga. Wer fair ist dankt Glöckner. Doch so sehen dies nicht alle. Wenige Tage vor dem letzten Spieltag des Aufstiegs-Endspurts hat ihn sein Arbeitgeber in den Urlaub geschickt. Weil es im Team plötzlich ruckelte, erlebte er ein noch größeres persönliches Martyrium als knapp drei Wochen zuvor Markus Anfang beim großen Nachbarn 1. FC Köln auf dem Weg in die 1. Bundesliga.

Olaf Janßen und Patrick Glöckner bei Spiel von St.Pauli

Ex-St.Pauli-Trainer Olaf Janßen (l.) sieht seinen ehemaligen ‚Co‘ Patrick Glöckner (r.) für die Aufgabe in Chemnitz bestens gerüstet. ©imago images/osnapix

Dies kommt offenbar dann vor, wenn Entscheider die Nähe zum Sport, Nerven und Anstand verlieren. Liga-Drei.de ist bei denen, die sich sicher sind, dass Glöckner es bei Viktoria gepackt hätte und aufgestiegen ist. Somit bei Olaf Janßen. „Patrick Glöckner bringt alles mit, was von einem Trainer aktuell gefordert wird“, meint Janßen und er führt dies gern weiter aus: „Er ist fußballerisch sattelfest und so in der Lage, jedes Spiel treffsicher und punktgenau zu analysieren. Er hat die Fähigkeit zu erkennen, zu welchem Spieler welche Position in einem Teamverbund optimal passt.

Er begeistert sie für seine Ideen und gibt ihnen jede Rückendeckung, die sie brauchen (Olaf Janßen über Glöckners Eigenschaften als Trainer)

Und obendrein besitzt Patrick ein hohes Maß an herausragenden menschlichen Qualitäten, die er effektiv bei seinen Spielern platziert: Er verkörpert immer Optimismus, motiviert seine Spieler, begeistert sie für seine Ideen und gibt ihnen jede Rückendeckung, die sie brauchen.“ Auch optisch besitzt Glöckner Strahlkraft. Hilfreich hierbei, dass er 1.86m misst. Hilfreich wohl auch, dass er vor rund 20 Jahren in der 2. Bundesliga aktiv war. Bei den Stuttgarter Kickers und bei Eintracht Frankfurt.

Widerstandsfähig & mit hoher Energie

Wer im schwierigen Chemnitz den Fußball verbessern will, muss wohl auch die Disharmonien des Umfeldes, im Verein und im Lager der Anhängerschaft abwehren können. „Patrick Glöckner kann das“, sagt Janßen. Er schätzt dessen großes Vertrauen in die eigenen Stärken und dessen Widerstandsfähigkeit: „Patrick ist von alledem, was bisher in Chemnitz geschehen ist völlig unbelastet. Das gilt für das Sportliche wie für alles Politische rund um den Verein. Deshalb kann es ihm gelingen, mit seiner Neutralität zu einer Art Integrationsfigur zu wachsen.“

Sein Energiehaushalt, so glaubt Janßen weiter, sei sogar auch für Krisen und Konflikte unerschöpflich. Dennoch warnt Janßen den bald 43 Jahre alten Kollegen davor, an allen Ecken und Enden den Heilsbringer geben zu wollen. Denn: „Der rein sportliche Komplex ist brutal genug und deshalb rate ich ihm, hier absolut die Prioritäten zu setzen“, sagt Janßen.

Er kann jetzt seinen Optimismus wirksam einbringen, um Chemnitz vollends aufzuwecken (Janßen über Glöckners Start)

Janßen selbst übrigens, denkt gegenwärtig nicht daran, wieder als Cheftrainer in gesamtverantwortlicher Position ins Rampenlicht zu rücken. Die perfekte Zusammenarbeit mit Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg hat viel Freude geweckt – und die Lust auf mehr. Beide planen die Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit.

Auch Patrick Glöckner, der zwar Frau und Kind fürs erste ebenso wenig mit nach Chemnitz bringt wie einen eigenen Co-Trainer, gilt als verlässlicher Teamworker. Auch dies ist gut für den CFC und den beliebten Sreto Ristic, der somit als Assistent an Bord bleiben kann – sofern es dessen Trainerlehrgang in Serbien erlaubt.

Dass den Himmelblauen ausgerechnet jetzt in Anwesenheit des neuen Chefs endlich der erste Sieg in dieser Spielzeit gelungen ist, bewertet Janßen als Glücksfall: „Großartig, besser kann es nicht losgehen. Glöckner kann jetzt seinen Optimismus wirksam einbringen, um Chemnitz vollends aufzuwecken. Denn solch ein Sieg verbessert die Aufnahmefähigkeit der Spieler für Neues. Und Siege machen Freude und Freude schafft frische positive Energien.“

Was Janßen meint: Positive Energien für einen idealen Startschuss in eine neue Fußball-Beziehung…

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