Freiberger & Co.: Das machen die Ex-Sportfreunde nun

Münster, Niederlande und dreimal Karriereende

Kevin Freiberger im Spurt für die Sportfreunde Lotte unterwegs.

Nach drei Jahren bei den Sportfreunden in Lotte zog es Kevin Freiberger zurück in seine Heimatstadt Essen. ©imago/osnapix

Auch in der letzten Transferperiode hatten die Sportfreunde einige Abgänge zu verzeichnen. Kevin Freiberger zog es aus dem kleinen Lotte zurück in seine Heimat – das große Essen. Wie es da aktuell für ihn läuft, lest Ihr in dem Interview. Und dann erfahrt anschließend auch noch, wie es um die anderen Abgänge bestellt ist.

Herr Freiberger, es hat Sie vom Provinzklub aus Lotte zu dem Traditionsverein nach Essen verschlagen. Wie empfinden Sie den Unterschied zwischen den beiden Vereinen?
Kevin Freiberger: „Die Unterschiede liegen ja schon auf der Hand. Auch wenn Rot-Weiss Essen eine Liga tiefer spielt, ist es einfach eine größere Hausnummer – auch von dem ganzen Drumherum. Die Fans, die Mentalität, das Stadion. Das ist für mich halt auch eher großer Fußball als in Lotte.“

Und inwiefern ist dieser Wechsel, obwohl eine Liga tiefer, für Sie persönlich ein Fortschritt?
Freiberger: „Ich hatte mich einfach gefragt, was ich jetzt mit den fünf Jahren, oder wie viele ich noch im Fußball vor mir habe, mache. Bleibe ich in Lotte, wo ich alles kenne und auf meine Spiele komme? Oder suche ich mir noch mal eine neue Herausforderung, die mir alles abverlangt und kein Selbstläufer ist? Und Letzteres war mir lieber. Ich möchte versuchen, noch mal was herauszuholen, was Neues zu erreichen. Da es meine Heimatstadt ist, habe ich natürlich auch immer eine gewisse Sehnsucht nach Essen selbst und auch nach fußballerischem Erfolg in der Stadt verspürt.“

Schlimmer kann es ja eigentlich gar nicht laufen. (über seine Verletzung im ersten Spiel)

Nun haben Sie sich aber leider direkt am ersten Spieltag einen Kreuzbandriss zugezogen. Wie verläuft der Heilungsprozess?
Freiberger: „Das war natürlich eine sehr blöde Situation. Schlimmer kann es ja eigentlich gar nicht laufen. Die OP ist nach Meinung der Ärzte richtig gut verlaufen. Die Wochen danach hatte ich meine kleinen Wehwehchen, aber letztlich verlief alles rund. Mittlerweile bin ich schmerzfrei, kann mich bewegen und auch schon Kraftübungen machen. Daher kann es jetzt auch mit der richtigen Reha losgehen, die ich dann in Donaustauf mache. Und dann hoffe ich, dass es Schritt für Schritt vorangehen wird.“

Kann man denn jetzt schon sagen, wann in etwas Sie wieder gegen den Ball treten dürfen?
Freiberger: „Das kommt natürlich immer ganz auf den Heilungsprozess an. Wenn es nach dem Gefühl ginge, würde ich am liebsten jetzt schon wieder gegen den Ball treten, wenn ich im Stadion sitze und zusehe. (lacht) Es dauert aber eben erst einmal eine gewisse Zeit, ehe das neue Band am Knochen festwächst. Sechs Monate von Beginn der Verletzung habe ich so im Kopf. Das würde bedeuten, dass es eventuell im Februar soweit wäre. Sollte es länger dauern, habe ich die nötige Geduld eben auch.“

Noch mal ein Blick auf Ihren Ex-Verein gerichtet: Zuletzt gab es ja einige negative Schlagzeilen zu den Sportfreunden Lotte. Sie kennen ja noch viele Leute dort. Wie haben Sie das „Chaos“ von außen wahrgenommen?
Freiberger: „Okay, von außen betrachtet wirkt es dann vielleicht wie Chaos, da die letzte Saison schon mit Trainerentlassungen und viel Trubel gespickt war. Wenn dann im Anschluss wieder etwas nicht stimmt, dann wird es wieder hochgekocht und es heißt: Es stimmt schon wieder nicht in Lotte, die Mannschaft ist nicht zufrieden. Die Mannschaft ist aber eigentlich ziemlich pflegeleicht, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Die möchten keinen Trainer haben, der Wunderdinge tut, sondern einfach einen Plan hat. Dann sind alle Spieler zufrieden und ziehen schon mit. Und jetzt haben sie einen guten Trainer mit Plan.“

Die übrigen Abgänge:

André Dej
Der Stammspieler der letzten Saison ging zum SSV Jahn Regensburg, wo er bei der ersten Mannschaft noch keine Rolle spielt. Bisher absolvierte der ehemalige polnische U-Nationalspieler lediglich zwei Partien für die Regionalliga-Mannschaft.

Maximilian Rossmann
Für den Innenverteidiger läuft es ziemlich gut beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo. Von sechs Ligaspielen absolvierte er immerhin vier und all diese auch über die komplette Spielzeit.

Michael Hohnstedt
Hohnstedt, der in seinen neun Einsätzen letzte Saison, zuvorderst als linker Verteidiger eingesetzt wurde, tummelt sich bei Schwarz-Weiß Rehden zumeist in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld herum und ist als Kapitän absoluter Führungsspieler.

Kevin Rodrigues Pires
Für den zentralen Mittelfeldspieler ging es gut 50 Kilometer südwestlich Richtung Münster. Dort fing es auch gut an für den 27-Jährigen. Die ersten Spiele bestritt er stets über die volle Distanz, doch zuletzt haben die Einsatzzeiten abgenommen.

Max Wegner
Den Mittelstürmer verschlug es nach Meppen, wo er mit Ausnahme des letzten Spieltages auch immer eingesetzt wurde. Doch ein Tor oder zumindest eine Vorlage gelang dem 29-Jährigen bis dato nicht. Wahrscheinlich ein Grund dafür, weshalb er zuletzt auf der Bank saß.

Mats Facklam
Den gebürtigen Hamburger zog es nach etwas mehr als einem Jahr zurück in den Norden. Seit August geht er für den Regionalligisten Eintracht Norderstedt auf Torejagd. Das gelang ihm mit einem Treffer bisher nur bedingt. Zum Einsatz kommt er aber regelmäßig.

Moritz Heyer
Wie bei den Sportfreunden avancierte Heyer auch beim Halleschen FC zum Stammspieler. Der 23jährige Verteidiger absolvierte alle acht Partien über 90 Minuten und kassierte dabei schon drei gelbe Karten.

David Buchholz
Der 34-Jährige wechselte in die Regionalliga West zum SV Straelen. Dort wurde er sofort Stammkeeper. Doch Ende August erlitt er im Ligaspiel gegen den SV Rödinghausen eine Meniskusverletzung, die er noch nicht auskuriert hat.

Dennis Brock
Für den letztjährigen Ergänzungsspieler hat sich der Wechsel zum Bonner SC – ebenfalls Regionalliga West – durchaus bezahlt gemacht. Hier kommt der zentrale Mittelfeldspieler auf seine Einsatzzeiten.

Bernd Rosinger
Auch der Stürmer wechselte eine Liga tiefer. Doch in seinem Fall in den Südwesten zum FC Homburg. Am letzten Spieltag stand er erstmals in der Startelf und bereitete dabei ein Tor vor. Vorher brachte er es nur auf vier Einwechslungen in neun Ligaspielen.

Marco Hober
Noch vor Saisonbeginn zog sich der Mittelfeldallrounder eine Oberschenkelverletzung zu. Daher stand er für die Reserve von Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende erstmals im Kader. Blieb aber noch ohne Einsatz.

Benedikt Fernandez, Tim Gorschlüter, Tobias Haitz
Alle drei Spieler beendeten nach der Saison 2017/18 ihre Profikarriere.

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