Karlsruher SC: Gordon lockert die Deckung

Aufstieg kein Tabuthema mehr

Sieht den KSC im Aufstiegsrennen: Abwehrchef Daniel Gordon

Aufstieg kein Tabuthema mehr: KSC-Abwehrchef Daniel Gordon © imago/Sportfoto Rudel

Für den Karlsruher SC schließt sich im Spiel gegen Abstiegskandidat Chemnitzer FC (Sonntag) ein Kreis: Im Keller-Duell bei den Himmelblauen (0:0) begann in der Hinrunde bei den Badenern die Ära von Trainer Alois Schwartz – und damit eine der atemberaubendsten Aufholjagden in der Liga-Geschichte. Inzwischen ist der KSC nur aufgrund der Tordifferenz noch nicht auf den Relegationsrang zur zweiten Liga geklettert. Für die Spieler ist der direkte Wiederaufstieg aufgrund von zuletzt 14 Spielen ohne Niederlage auch kein Tabuthema mehr.

Wir sind dran. (KSC-Abwehrchef Daniel Gordon)

Als erster KSC-Profi seit langer Zeit wagte sich Abwehrchef Daniel Gordon nunmehr im Fachmagazin Kicker (Heft 17 vom 22.02.2018) aus der Deckung und bewertete die Tabellensituation: „Wir sind dran. Im Moment sieht es gut aus.“

Abweichung von der offiziellen Sprachregelung

Bislang prägte beim früheren Bundesligisten die Politik der kleinen Schritte die offizielle Sprachregelung. Noch vor Wochenfrist lehnte Schwartz eine Beteiligung an der „Tabellendiskussion“ rundweg ab.

Gordons Bekenntnis zu Karlsruhes Aufstiegschancen ist vor diesem Hintergrund beachtlich. Zu einer Angriffserklärung an das Spitzenduo 1. FC Magdeburg und SC Paderborn wollte sich der 34-Jährige allerdings noch nicht hinreißen lassen. Als man sich beim KSC noch nicht von einem auf das nächste Spiel fokussiert hatte, „sind wir auf die Schnauze gefallen“, begründete Gordon seine Zurückhaltung.

Aus seiner Sicht ist der stetig wachsende Respekt anderer Mannschaften vor dem KSC und seiner Erfolgsserie ein wichtiger Faktor für den Lauf seines Teams: „Jeder Gegner macht sich Gedanken: ‚Wie knacken wir den KSC?'“

Als entscheidend für Karlsruhes Einstieg in den Aufstiegskampf aber sieht Gordon die Kontinuität besonders in seinem Defensivbereich an. „In den ersten Spielen waren es schon viele personelle Wechsel“, kritisierte der Deutsch-Jamaikaner die häufigen Umstellungen in den ersten sechs Saisonspielen unter den Schwartz-Vorgängern Marc-Patrick Meister und Christian Eichner.

Wie sehr der Gedanke an den Aufstieg mittlerweile die Zielstellungen beim KSC beeinflusst, verdeutlicht Gordons Forderung nach einem Sieg gegen Chemnitz: „Die Mannschaft weiß, um was es geht. Wir können uns keinen Ausrutscher erlauben.“