KFC Uerdingen: Sanktionen möglicher Grund für Probleme

Einschaltung russischer Bank womöglich ein Fehler

Uerdingens Schicksal in Händen: DFB-Vize Rainer Koch

Muss KFC-Angaben prüfen: DFB-Vize Rainer Koch © imago/ulrich roth

Die große Weltpolitik könnte die bislang rätselhafte Ursache für die Probleme des KFC Uerdingen bei der Lizenzerlangung für die dritte Liga sein. Denn Spekulationen der Rheinischen Post zufolge soll eine erste – rechtzeitige – Überweisung der erforderlichen Liquiditätsreserve an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland gescheitert sein, bevor ein zweiter Transaktionsvorgang nur verspätet nach Fristablauf am Nachmittag des 29. Mai abgeschlossen werden konnte.

Nach RP-Angaben sollte der vom DFB geforderte Betrag von einer Bank aus dem Heimatland des russischen KFC-Bosses Mikhail Ponomarev an die Hausbank des Verbandes überwiesen werden. Das deutsche Geldinstitut durfte die Anweisung jedoch aufgrund einer sogenannten Transaktionssperre auch gegen die vom KFC gewählte Bank aus Russland nicht annehmen und setzte den DFB darüber in Kenntnis.

Die folgenden Bemühungen des Verbandes um eine telefonische Information der Uerdinger zur entstandenen Problematik sollen angeblich erst mit einiger Verzögerung erfolgreich gewesen sein. Zwar überwies der KFC danach dem Anschein nach den Betrag umgehend nochmals über ein deutsches Geldinstitut, doch war die Transaktion nunmehr erst nach Fristablauf abgeschlossen. Die Bild-Zeitung (Ausgabe vom 04.06.2018) berichtete über einen Verzug von rund 60 Minuten.

DFB-Entscheidung am späten Montagnachmittag

Die Umstände des Eingangs von Uerdingens Liquiditätsreserve stehen am Montag beim DFB bei einer Sitzung des Zulassungsbeschwerdeausschusses unter Vorsitz von DFB-Vizepräsident Rainer Koch auf dem Prüfstand. Eine Entscheidung wird für den späten Nachmittag erwartet.

Wir leben in Deutschland und nicht in Mosambik. (KFC-Boss Mikhail Ponomarev)

KFC-Chef Ponomarev unterstrich am Tag vor der Entscheidung seine Hoffnung auf ein positives Urteil. Nachdem der Investor in verschiedenen Medien nochmals ein düsteres Szenario für den Fall der Lizenzverweigerung gezeichnet hatte, drückte der Unternehmer seine Zuversicht in der RP jedoch etwas kryptisch aus: „Wir leben in Deutschland und nicht in Mosambik.“

Vor dem Hintergrund der mutmaßlichen Abläufe bei den Überweisungen sind für die Anhörung vor dem DFB-Gremium laut Bild auch Vertreter von beteiligten Banken eingeladen worden. Ihre Aussagen sollen Aufschluss darüber bringen, ob Uerdingen ein schuldhaftes Versäumnis nachzuweisen und dem KFC deswegen die Lizenz zu verweigern ist.

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