Kritik an Finanzspritze für FCK und Braunschweig

Sorge um Wettbewerbsgleichheit

Befürchtet Wettbewerbsnachteile: SVWW-Sportdirektor Christian Hock

Verärgert: Wiesbadens Sportdirektor Christian Hock © imago/revierfoto

Die Millionen-Spritze für die Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig durch ihre bisherigen Konkurrenten aus dem Unterhaus hat bei Vereinen aus der 3. Liga Kritik ausgelöst. Besonders die gescheiterten Aufstiegskandidaten Karlsruher SC und SV Wehen Wiesbaden befürchten für die bevorstehende Saison Nachteile gegenüber den neuen Rivalen.

Nach diesen 600.000 Euro würde sich jeder Drittligist die Finger lecken. (SVWW-Sportdirektor Christian Hock)

„Ich sehe es als Wettbewerbsverzerrung an“, sagte Wiesbadens Sportdirektor Christian Hock dem hr-Sport und legte in der Allgemeinen Zeitung nach: „Die Absteiger haben in den vergangenen Jahren ja nicht gerade wenig Fernsehgeld bekommen. Nach diesen 600.000 Euro würde sich aber jeder Drittliga-Verein die Finger lecken.“

Auch KSC-Geschäftsführer Helmut Sandrock stößt die Aktion der Zweitliga-Vereine sauer auf: Das zusätzliche Geld für den FCK und die Eintracht „verschärft die Bedingungen der Drittliga-Vereine gegenüber den finanzstarken Zweitliga-Absteigern“, erklärte Sandrock im SWR.

Solidar-Aktion zur Abfederung des Abstiegs

Nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhalten Lautern und Braunschweig aufgrund eines Beschlusses der Zweitliga-Klubs aus dem vergangenen April jeweils 600.000 Euro aus einem eigens angelegten Fonds der Vereine. Die „einmalige Aktion“ aufgrund des lange offen gewesenen Abstiegskampfes in Liga zwei soll „den wirtschaftlich schwer verkraftbaren Gang in die 3. Liga abfedern“, wie DFL-Vizepräsident Helmut Hack erklärte.

Problematisch erscheint die Solidaritätszahlung nicht zuletzt auch mit Blick auf den obligatorischen „Schutzschirm“ für Zweitliga-Absteiger. Aus diesem besonderen Fonds erhalten betroffene Klubs wie nun auch Kaiserslautern und Braunschweig seit Jahren jeweils 500.000 Euro zur Fortführung ihrer Nachwuchsleistungszentren. Drittliga-Vereine werden lediglich mit 100.000 Euro für ihre NLZ unterstützt. Außerdem erhalten Zweitliga-Absteiger zumindest im ersten Jahr noch deutlich mehr TV-Geld als bisherige Drittliga-Klubs

„Die Kluft zwischen 2. und 3. Liga ist ohnehin schon sehr groß. Wenn man dann auch noch einen Zuschuss bekommt, finde ich das ungerecht“, sagte Hock zur Gesamtsituation.

Sandrock forderte eine generelle Stärkung der Drittliga-Vereine durch den zuständigen Deutschen Fußball-Bund (DFB) gegenüber den zur DFL gehörenden Zweitligisten. Während die Klubs im Unterhaus innerhalb der DFL von der Bundesliga mit zweistelligen Millionen-Verträgen „alimentiert“ würden, sieht Sandrock die Drittliga-Vereine über die Zentralvermarktungserlöse des DFB hinaus zu sehr auf sich alleine gestellt.

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