Meppen vs 1860: Wer behält die Nerven?

Späte Gegentreffer ärgern beide Teams

Quirin Moll und Simon Lorenz von 1860 München

Muss 1860 auch gegen Meppen wieder einen späten Gegenschlag verdauen? ©Imago/Sven Simon

Ginge es nach der Tabelle der ersten Halbzeit, wäre man in München wohl ganz beruhigt vor der anstehenden Auswärtsaufgabe in Meppen. Ohne Gegentor stünde 1860 mit 22 Punkten komfortabel an der Tabellenspitze. Doch zum Leidwesen der Löwen dauert das Spiel 90 Minuten. Beim kommenden Gegner allerdings würde man den zweiten Durchgang wohl auch am liebsten abschaffen.

Späte Gegentore an der Tagesordnung

Am Sonntag treffen nämlich die beiden Teams mit den meisten Gegentoren nach der Pause aufeinander. Sind es beim TSV schon beachtliche zwölf, kassierte der SV Meppen gleich 14 Stück. Geht man weiter ins Detail, wird das gemeinsame Problem des SVM und der Blauen noch klarer.

In der Schlussviertelstunde fingen sich die Emsländer genau wie Münchener alleine schon acht Treffer – Liga-Negativwert. Bei den unter der Woche interimsweise von Sportchef Günther Gorenzel trainierten Sechzigern ist das angesichts von insgesamt nur zwölf Gegentoren noch gravierender.

Nach der Partie gegen Würzburg am vergangenen Montag, in der durch den Ausgleich der Kickers in der 82. Minute wieder zwei Punkte verloren gingen, erklärte der Vertreter von Daniel Bierofka gegenüber der tz die Gründe für die fehlende Abgeklärtheit: „Es ist insofern ein Kopfproblem, weil wir zu viel wollen, weil wir den direkten Weg wählen, anstatt kontrolliert zu spielen. Das ist typisch für eine junge Mannschaft, und deshalb werden wir immer wieder um den Lohn betrogen.“

Es ist ein Kopfproblem. (1860-Sportchef Günther Gorenzel)

Mangelnde Erfahrung sollte hingegen beim SV Meppen nicht zu den Gründen für die immer wieder spät geöffneten Schleusen gehören dürfen. Schließlich gehört die Elf von Christian Neidhart zu den im Schnitt älteren Teams der 3. Liga. Dennoch könnten personelle Gründe einer Rolle spielen, fielen bzw. fallen doch mit Innenverteidiger Marcel Gebers und Mittelfeld-Abräumer Steffen Puttkammer zwei wichtige Stabilisatoren länger aus.

Der Trainer machte zuletzt jedoch nach den spät vergebenen Punkten eher die fehlende Chancenverwertung verantwortlich, durch die man jeweils eine frühere Entscheidung verpasste. Gegen Braunschweig konnte man sehen, worauf Neidhart damit anspielte, denn auch im Niedersachsen-Duell gab es wieder zwei vermeidbare späte Gegentreffer, die aber dank vier eigener Tore diesmal nicht mehr ins Gewicht fielen.

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