Optik Rathenow: „Wollen mit Cottbus ein friedliches Fußballfest feiern“

Interview mit Trainer Ingo Kahlisch

Ingo Kahlisch feiert mit den Optik-Fans.

Ingo Kahlisch und Optik Rathenow können zum dritten Mal in den DFB-Pokal einziehen. ©imago images/Sebastian Wells

Bei Optik Rathenow ist Trainer Ingo Kahlisch eine Institution, seit bald 30 Jahren ist er im Amt. Im Interview mit Liga-Drei.de spricht der 62-Jährige über das Landespokalfinale gegen Energie Cottbus und die Erfahrungen, die er bereits im DFB-Pokal gesammelt hat.

Herr Kahlisch, Optik Rathenow hat eine harte Saison im Abstiegskampf erlebt. Sind Sie vor dem Landespokal-Finale daher besonders als Motivator gefragt?
Ingo Kahlisch: „Zum Pokalendspiel braucht man keinen Spieler zu motivieren. Welcher Amateurspieler wäre da nicht motiviert?“

Welchen Stellenwert hat der Pokal für Rathenow?
Kahlisch: „Für die Präsentation nach außen ist das für einen Amateurverein eine gute Sache. Wir waren ja in den letzten zehn Jahren schon dreimal im Endspiel, zweimal in der ersten Runde des DFB-Pokals und ich finde, dass ist eine überragende Leistung meiner Jungs.“ 

Wir freuen uns riesig auf den Gegner. (über Energie Cottbus)

Ihr Gegner ist Energie Cottbus. Wie wollen Sie den Drittligisten schlagen?
Kahlisch: „Das werde ich jetzt nicht erzählen (lacht). Ich denke, beide Vereine haben im Augenblick andere Sorgen. (Das Interview wurde vor dem letzten Spieltag geführt, Anm. d. Red.) Bei uns sind sie ein bisschen kleiner, weil wir ein Amateursportverein sind, da ändert sich nicht so viel.

Bei uns ist das Konzept: Arbeit, Schule, Studium. Aber für Energie hängt natürlich sehr viel dran. Deswegen muss man erst einmal abwarten, wie es am Wochenende aussieht, wie die Stimmung der Fans sein wird.“ 

Optik musste bislang in jeder Pokal-Runde auswärts ran, hat jetzt aber Heimrecht. Welche Atmosphäre erwarten Sie im Stadion Vogelgesang?
Kahlisch: „Wie haben ja schon gegen St. Pauli und FSV Frankfurt im Pokal zu Hause gespielt. Wir rechnen mit 2500 bis 3000 Zuschauern. Wir wollen mit Energie Cottbus ein friedliches Fußballfest feiern, das betone ich!

Wir wollen ein geiles Pokalfinale für unseren Landesverband und unsere Anhänger. Hier gibt es keine verfeindeten Fangruppen wie woanders. Wir freuen uns riesig auf den Gegner!“

Richtig dahinter gucken sollte man nicht. (über den Tag der Amateure)

Sie haben die DFB-Pokalspiele gegen St. Pauli und Frankfurt bereits angesprochen: Welche Erinnerungen haben Sie an diese beiden Partien?
Kahlisch: „Im ersten Spiel gegen FSV Frankfurt sind wir knapp gescheitert. Wir schießen noch ein Tor, das kein Abseits war, wie man danach gesehen hat. Dann hätten wir 2:1 gewonnen, so ging es in die Verlängerung.

St. Pauli war einfach von Anfang an klar besser, es war aber eine überragende Atmosphäre. Die Pokalfinals werden auch immer schön verkauft, als „Tag der Amateure“, aber richtig dahinter gucken sollte man nicht.“ 

Was heißt das?
Kahlisch: „Die Amateurvereine werden nicht so unterstützt, wie es sein muss, auch beim Landespokalendspiel nicht. Wir sollen immer unsere Banden und Sponsoren rausnehmen beim Landespokal, kriegen aber kein Geld dafür.

Die Vereine sollten da mit beteiligt werden, nicht nur durch die Zuschauereinnahmen. Wenn sie diese Spiele verkaufen, müssten wir doch auch etwas abbekommen, wenn wir unsere Banden abbauen müssen. Wir dürfen ja keine eigenen Werbemöglichkeiten nutzen!“ 

Wir haben eine Außenseiterchance, die will jeder Fußballer nutzen (über das Pokalfinale)

Nochmal zurück zu den beiden DFB-Pokalspielen: Werden Sie das im Vorfeld gegenüber der Mannschaft zum Thema machen? Sie mit ihren Erinnerungen heiß machen?
Kahlisch: „Nein, die brauche ich nicht heiß zu machen, Es ist für jeden Amateur ein Spiel des Jahrzehnts. Wie oft erreicht man das? Wichtig ist, dass wir realistisch bleiben. Wir haben eine Außenseiterchance, die will jeder Fußballer nutzen. Es kann eine Sensation passieren, aber wir wollen uns erst einmal ordentlich verkaufen vor so viel Publikum.“

Im Sommer sind Sie seit exakt 30 Jahren Trainer von Rathenow. Was macht den Klub so besonders für Sie?
Kahlisch: „Ich bin seit 1989 hier, bin nicht nur Trainer, sondern mache noch ein paar andere Sachen. Das ist einfach nach der Wende so gewachsen. Wir waren in einem Umbruch und bei uns gibt es nicht so viele, die etwas machen. Und so ist es eben so, wie es ist.“

Herr Kahlisch, vielen Dank für das Gespräch!

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