Preußen Münster trifft auf viele Warnsignale

Wenn es (Pokal-)Nacht wird in Rödinghausen...

Enrico Maaßen und Sebastian Block trainieren den SV Rödinghausen

Enrico „Enno“ Maaßen (r.) will mit dem SV Rödinghausen im Landespokal Preußen Münster ärgern. ©imago images/Noah Wedel

Für Enno Maaaßen wird es zeitlich verdammt eng heute. Bis 16 Uhr steckt er noch im heutigen Lehrplan der Fußball-Lehrer-Ausbildung an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef. Um 19 Uhr ist Anpfiff daheim in Rödinghausen. Drei Stunden bleiben für 275 km Autobahn, für einige motivierende Worte an sein Team und letztes Coaching vor dem Match gegen Preußen Münster.

Sieht nicht gut aus für einen verantwortungsbewussten Mann wie Maaßen. Er trägt gern Verantwortung für ein achtsames Reise-Tempo und ebenso gern trägt er Verantwortung für einen überzeugenden Auftritt seiner Fußballer.

Ich werde mittags höflich fragen, ob ich ein, zwei Stunden früher aufbrechen kann (Enno Maaßen)

Um beides gewährleisten zu können, wird Maaßen Ausbildungsleiter Niedzkowski bitten müssen, ein wenig früher abreisen zu dürfen. „Ich hoffe auf einen reibungslosen Ablauf des Programms, dann werde ich mittags höflich fragen, ob ich ein, zwei Stunden früher aufbrechen kann“, sagt Maaßen im Gespräch mit Liga-Drei.de.

Dies wäre die Lösung für eine pünktliche Ankunft und eine gute Voraussetzung für diese heutige Pokalnacht. Denn immer wenn Pokal ist mit dem SV Rödinghausen, dann winkt mindestens ein Ereignis, über das lange gesprochen wird. Oftmals gar ein Meisterstück, das Schlagzeilen macht wie der Triumph über Dynamo Dresden vor einem Jahr.

Auch der FC Bayern wankte gegen Rödinghausen

Heute ist Westfalenpokal und wieder kommt Preußen Münster aus der 3. Liga. Diesmal schon in Runde zwei. Noch nie ist Maaßen ausgeschieden im Landespokal. Nicht im niedersächsischen Drochtersen in den finalen Duellen mit Osnabrück und Meppen, nicht in Rödinghausen. Auch in der vorigen Spielzeit gab es dieses Kräftemessen mit Preußen Münster: Rödinghausen siegte 2:1. Damals schauten die großen Bayern zu, sie staunten und warnten ihre großen Stars. Warum? Dies bekamen Neuer, Müller, Thiago & Co. noch im selben Oktober zu spüren.

Die Pokalnacht mit den Bayern fand in Osnabrück statt. Live in der ARD zur besten Sendezeit. Die Kicker aus Rödinghausen und ihr Trainer Enno Maaßen hinterließen nachhaltigen Eindruck. Erst bei den Bayern höchstpersönlich, dann beim Osnabrücker Publikum an der knüppeldickevollen Bremer Brücke und zu guter Letzt bei Millionen Menschen an den Fernsehgeräten. Die Bayern verloren nicht, doch sie wankten, mussten ackern und rackern, um sich ihr 2:1 und so den Einzug in die nächste Runde zu sichern.

Leistungsträger trotzen Interesse aus 3. Liga

Den pfiffigen Treffer gegen Manuel Neuer erzielte Linus Meyer. Der wird heute verletzt fehlen. Ebenso wie der pfeilschnelle Derflinger auf dem rechten Flügel. Doch auch ohne seine beiden Außenstürmer läuft es beim SV Rödinghausen wie am Schnürchen. In der Regionalliga West liefern sie sich ein Kopf-an-Kopf-Duell mit RW Essen. Deren Saisonbudget ist zigmal höher als das der Rödinghausener.

In der vorigen Woche hätten sie wohl einige hunderttausend Euro einnehmen können, doch dann hätten künftig auch die beiden besten Torschützen gefehlt. Für immer. Der FC Ingolstadt hatte sich unlängst beim Cup-Match gegen Erstliga-Aufsteiger Paderborn in die Rödinghausener Stürmer Engelmann und Lokotsch verguckt. Mindestens einen von beiden hätten sie gern kurz vor Transferschluss als Kutschke-Backup in ihrem Kader platziert. Doch der Verein sprach mit den Spielern. Achtsam und entschlossen.

Paderborn beinahe das nächste „Opfer“

Rödinghausen – entschlossen, sich für den Sport zu entscheiden – erteilte Ingolstadt eine Absage. Eine so mutige Entscheidung braucht charakterstarke Spieler. Solche Spieler wachsen bei Enno Maaßen. Ein Trainer, der weiß, wie Spieler für seine Ideen zu gewinnen sind. In Rödinghausen kann viel entstehen. Mit diesem Trainer und diesen Spielern. Wie vor drei Wochen.

Im Ostwestfalenderby unter dem Dach des DFB-Pokals wankte der SC Paderborn, war am Rande des Ausscheidens. 3:3 stand es erst nach 90, dann nach 120 Minuten. Nachdem die Bundesligaprofis das Elfmeterschießen dann doch noch für sich entschieden hatten, bemerkte deren Trainer Baumgart sichtlich mitgenommen: „Wir haben kein Fußballspiel, wir haben in der Lotterie gewonnen.“

Kein Zweifel: Mit so vielen Warnsignalen ist Preußen Münster noch nie nach Rödinghausen gereist…

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