Sportfreunde Lotte: „Paterson Chato geht keinem Zweikampf aus dem Weg“

Interview mit Wiedenbrücks Ex-Coach Alfons Beckstedde

Paterson Chato hat sich nach Startschwierigkeiten in Lottes Startelf festgespielt.

Nach 13 Einsätzen kann Paterson Chato ein Tor und zwei Assists vorweisen. ©Imago/Eibner

Aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund wechselte Paterson Chato im Sommer nach Lotte. Bei den Sportfreunden hatte er mit Startschwierigkeiten zu kämpften, profitierte aber vom Trainerwechsel hin zu Nils Drube, unter dem er bereits in der U19 von Bayer Leverkusen spielte.

2015 verlieh ihn der Werksklub nach Wiedenbrück in die Regionalliga, wo Alfons Beckstedde sein Trainer war. Mit dem 56-Jährigen sprachen wir über die Gründe, aus denen er Chato zum defensiven Mittelfeldspieler umschulte und in welchem Bereich er noch Verbesserungspotential bei ihm sieht.

Herr Beckstedde, 2015 kam der damals 18-jährige Paterson Chato zu Ihnen und Ihrem damaligen Verein SC Wiedenbrück. Was für ein Spieler stand damals vor Ihnen?
Alfons Beckstedde: „Er war damals schon ein Spieler, der sehr robust war. Sein Talent konnte man ihm schon ansehen, gleichzeitig war er entwicklungsfähig. Bei uns ging es dann eben darum, dass er im Herren-Bereich Fuß fasst und Spielpraxis bekommt. Wir haben ihm diese Chance gegeben und die hat er genutzt.“

Wie hat man ihm die Ausbildung im Jugendleistungszentrum von Bayer Leverkusen angemerkt?
Beckstedde: „Die konnte man eben auch an seiner guten Physis sehen: Er ist keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen. Nicht alle Spieler, die in einem Jugendleistungszentrum waren, sind filigrane Spieler, sondern letztendlich macht es die Mischung. Er bringt in die Mannschaft diesen robusten Teil, der enorm wichtig ist.“

In der Bayer-Jugend spielte er oft auf links, Sie beorderten ihn zunächst ins defensive Mittelfeld. Warum?
Beckstedde: „Paterson war flexibel, hat bei mir auch mal links offensiv gespielt. Ich sehe ihn aber mehr auf der Sechser-Position, weil er in der Lage ist, Zweikämpfe zu gewinnen. Darauf kommt es an. Auch in der dritten Liga ist seine Präsenz im Zentrum wichtig.“

Mit dem Trainerwechsel hin zu Drube war es für ihn einfacher. (über Chatos Start in Lotte)

In welcher Situation hat Sie Chato früher am meisten überrascht?
Beckstedde: „Da fällt mir spontan nichts ein. Er war immer lernwillig und ein angenehmer Spieler, mit dem man gerne zusammenarbeitet. Er hat sich verbal zurückgehalten, immer an sich weitergearbeitet und Sachen aufgesaugt. Viele halten sich für die Allergrößten und meinen, sie könnten schon alles. Er hat sich eben weiterentwickelt. Letztlich hat sich das ausgezahlt und er ist in der dritten Liga angekommen. In Lotte kann er jetzt unter guten Bedingungen weiter an sich arbeiten.“

In 66 Einsätzen für Wiederbrück erzielte Paterson Chato acht Tore und bereitete zwei weitere vor.

Unter Alfons Beckstedde (l.) lief Paterson Chato 66 Mal für Wiedenbrück auf. ©Imago/Dünhölter SportPresseFoto

Wie haben Sie seinen Weg nach und in Lotte verfolgt?
Beckstedde: „Seine ehemaligen Spieler verfolgt man natürlich. In Dortmund wurde ein anderer Fußball gespielt, der vielleicht noch mehr auf Technik basierte. In Lotte hatte er dann eine schwere Anfangsphase. Mit dem Trainerwechsel hin zu Drube war es für ihn einfacher. Drube kannte ihn bereits und wusste, wie er tickt und Paterson wusste ganz genau, auf was der Trainer Wert legt.“

Wo könnte sich Chato noch verbessern?
Beckstedde: „Nicht speziell, aber es ist immer wichtig, die grundsätzlichen Dinge wie das Passspiel zu verbessern. Paterson war wie gesagt immer ein Spieler, der Sachen angenommen hat und das ist das Entscheidende. Dass man konzentriert ist und einfach diesen Willen mitbringt. Er wollte immer weiterkommen und das hat sich ausgezahlt.“

Es passte aus gewissen persönlichen Gründen nicht. (über seine Absage an Ahlen)

Nach Lotte ist es knapp eine Stunde. Sind Sie dort auch ab und zu unterwegs?
Beckstedde: „Ich habe in dieser Saison noch kein Spiel dort gesehen, nach Lotte ist es für mich etwas schwierig hinzukommen. Eventuell nehme ich es mir vor, wenn sie in Münster spielen.“

Sie wurden immer wieder als Trainer bei RW Ahlen ins Gespräch gebracht. Hätten Sie sich ein Engagement vorstellen können?
Beckstedde: „Ich habe mit den Verantwortlichen gesprochen und abgesagt. Es passte aus gewissen persönlichen Gründen nicht. Man darf solche Entscheidungen auch nicht übers Knie brechen. Ich bin zurzeit unterwegs, mache Spielbeobachtung und andere Sachen. Damit bin ich sehr zufrieden.“

Klingt aber danach, dass Sie einem Engagement nicht ganz abgeneigt wären?
Beckstedde: „Im Fußball darf man nichts ausschließen. Ich bin immer offen, höre mir vieles an, so wie vor Kurzem in Ahlen. Dann muss man abwägen. Regionalliga zu trainieren, war für mich jedenfalls sehr interessant. Ausschließen würde ich also nicht, dass ich nochmal etwas mache, zum derzeitigen Zeitpunkt bin ich aber wie gesagt sehr zufrieden, wie es ist.“

Herr Beckstedde, vielen Dank für das Gespräch!

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