VfL Osnabrück: Der Liga-Drei Teamcheck

Wo landet der VfL am Ende der Saison?

Die Mannschaft des VfL Osnabrück feiert

Wie oft hat der VfL Osnabrück in der kommenden Saison Grund zu jubeln? ©Imago

In der Winterpause der vergangenen Saison war der VfL Osnabrück ein ganz heißer Aufstiegskandidat. Dann folgte eine rätselhafte Rückrunde, bei der die Mannschaft ihren Spitzenplatz mit Niederlagen hergab, sich nochmal zurück kämpfte, nur um dann im Saisonfinale mit nur einem Sieg in den letzten acht Spielen am Ende mit leeren Händen da zu stehen.

Nichtsdestotrotz gehört der VfL immer zum erweiterten Favoritenkreis, wenn es um die Aufstiegsplätze der dritten Liga geht. Liga-Drei.de zeigt Euch mit dem Teamcheck, ob das in dieser Saison wieder berechtigt ist. Am Ende des Artikels geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Während bei anderen Drittliga-Teams das halbe Team ausgetauscht wird, ist es bei den Osnabrückern bemerkenswert ruhig. Torhüter Marius Gersbeck konnte für ein weiteres Jahr zur Leihe von Hertha BSC verpflichtet werden. Er ist ein wichtiger Rückhalt für das Enochs-Team.

Schmerzen wird hingegen der Abgang von Anthony Syhre, der als Innenverteidiger wie im defensiven Mittelfeld gleichermaßen wichtig war und den VfL im Saisonfinale als Kapitän aufs Feld führte. Außerdem verließ mit Tobias Willers ein Stamm-Innenverteidiger den Verein. Verpflichtet wurde für die Defensivzentrale Furkan Zorba, der zwar einiges an Talent mitbringt, jedoch keine Drittliga-Erfahrung. Außerdem darf sich Eigengewächs Markus Ruschmeier in der Verteidigung beweisen.

Mittelfeld und Sturm bestehen aus den Leistungsträger der vergangenen Saison. Für das defensive Mittelfeld verstärkte sich Osnabrück außerdem mit Ex-CFC-Kicker Tim Danneberg, der die Erfahrung von mehr als 260 Drittliga-Spielen mitbringt.

Im Angriff hängt viel vom Verbleib von Kwasi Okyere Wriedt ab, der mit zwölf Toren und acht Vorlagen mit Abstand Osnabrücks Top-Scorer war, dem jedoch mehrere Angebote aus der zweiten Liga vorliegen.

Die aktuelle Form

Mit der Saisonvorbereitung ist Trainer Joe Enochs alles andere als zufrieden. Gegen Dortmund II, Wiedenbrück und den FC St. Pauli setzte es je eine 0:3-Niederlage. Die Abwehr war dabei durchlässig, der Angriff ungefährlich – derzeit scheint die Balance in der Mannschaft nicht zu stimmen. Bei einem viertägigen Trainingslager in Ankum soll ab dem heutigen Mittwoch an der Feinabstimmung gearbeitet werden.

Stärken & Schwächen

Der VfL dürfte wohl die eingespielteste Mannschaft der kommenden Saison haben. Die Stammspieler wie Nazim Sangaré, Marcel Appiah, Alexander Jules Reimering und Marc Heider sind alle geblieben, genau wie Torwart Marius Gersbeck. Dazu gekommen sind Talente sowie mit Tim Danneberg nochmal jede Menge Drittliga-Erfahrung.

Die Abläufe müssten im Enochs-Team also klar sein – auch wenn die bisherigen Testspielergebnisse nicht darauf hindeuten. Außerdem kann sich der VfL wie in jeder Saison vermutlich wieder auf seine Heimstärke verlassen. Für eine erfolgreiche Saison muss allerdings die Ausbeute auf fremden Plätzen besser werden. Nur vier Auswärtssiege feierten die Osnabrücker in der vergangenen Saison – in dieser Hinsicht ist der VfL ein Kellerkind.

Joe Enochs vom VfL Osnabrück

Coach Joe Enochs geht in seine dritte Saison als Cheftrainer beim VfL. ©Imago

Der Trainer

Seit 1996 ist Joe Enochs schon im Verein. In seiner aktiven Karriere machte er 388 Partien für den Klub, ist damit Rekordspieler. Danach wechselte er in den Trainerbereich und coachte die zweite Mannschaft sowie die U19 des VfL, bevor er vor knapp zwei Jahren Cheftrainer wurde. Keiner kennt die Philosophie des Vereins damit besser als er – im Gegenteil: Joe Enochs hat die Ausrichtung beim Klub maßgeblich mitbestimmt.

In seiner ersten Saison als Chef-Trainer schrammte Osnabrück knapp am Aufstieg vorbei, letzte Saison spielte der VfL auch lange oben mit. Kann der Coach seine Mannschaft in dieser Saison erneut für die oberen Tabellenplätze motivieren?

Die mögliche Startelf

Viele Änderungen wird es in der Stammelf nicht geben. Syhre und Willers sind weg, die Innenverteidigung besetzen somit Appiah und Engel. Syhres Platz im defensiven Mittelfeld könnte Danneberg übernehmen.

In der Offensive wirbelt das gleiche Personal wie im letzten Jahr. Zumindest wenn Wriedt beim VfL bleibt. Mit Christian Bickel kommt außerdem eine Alternative für den linken Flügel leihweise vom SC Paderborn. Mögliche Aufstellung:
Gersbeck – Falkenberg, Engel, Appiah, Dercho – Sangaré, Groß, Danneberg, Reimerink – Wriedt, Heider

Fazit

Die Stärken der Osnabrücker sind ihre große Eingespieltheit sowie die unbändige Erfahrung. Die Abwehrkette wie oben beschrieben bringt es zusammen auf satte 418 Drittliga-Spiele. Zudem hat der VfL einen Coach, der den Verein in und auswendig kennt.

Allerdings konnte sich der Klub bislang in der Offensive nicht qualitativ verstärken, was insbesondere zum Problem wird, wenn Wriedt den Verein noch verlässt. Schon in der letzten Saison gab er im Sturm oft den Alleinunterhalter. Ein neuer Angreifer würde Osnabrück also noch gut tun.

So wie es momentan aussieht, wird es wieder eine Saison nach altbekanntem Muster für den VfL. Er spielt lange oben mit, muss sich am Ende jedoch mit einem Platz hinter den Aufstiegsrängen begnügen.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Warteliste

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