VfL Osnabrück: Thioune weiter bescheiden

Rotation als Erfolgsprinzip

Daniel Thioune klatscht an der Bremer Brücke

Spricht seiner Mannschaft viel Lob aus: Daniel Thioune. ©Imago/Osnapix

Manche Vereine formulierten vor oder auch während der Saison den Aufstieg als relativ klares Ziel, wie zum Beispiel der HFC oder auch Hansa Rostock. Beim Spitzenreiter, der die Liga nach dem verdienten 3:1-Sieg in Kaiserslautern souverän anführt, ist das Wort Aufstieg jedoch ein verbotenes.

„Wir sind immer noch demütig, auch am 30. Spieltag“, so Trainer Daniel Thioune nach der Partie auf dem Betzenberg bei MagentaSport. „Wenn es dann ordentlich was zu feiern gibt, reden wir auch gerne über den Aufstieg. Aber solange sind wir im Hier und Jetzt.“

Stark auch im Vergleich

Das Hier und Jetzt bedeutet für die Lila-Weißen neun Zähler Vorsprung auf Relegationsrang drei. Mit 61 Punkten steht Osnabrück besser da, als die Tabellenführer in den beiden vergangenen Spielzeiten Paderborn (2107/18: 60 Punkte) und Duisburg (2016/17: 54 Punkte) zum gleichen Zeitpunkt.

Ein Hauptgrund für den Osnabrücker Erfolg: Thioune versteht es, den mit erfahrenen sowie talentierten, hungrigen Akteuren besetzten Kader bestens zu moderieren. Als Beispiel sei Marcos Alvarez zu nennen. Der 27-Jährige machte in der Vorwoche gegen Jena ein besonders starkes Spiel, in Kaiserslautern saß der Platzhirsch allerdings draußen – genauso übrigens wie der erfahrene Marc Heider.

Soziale Kompetenz

Talente wie Steffen Tigges, Anas Ouahim und Etienne Amenyido durften beginnen, das Wagnis zahlte sich durch den Doppelpack von Tigges einmal mehr aus. Auch wenn es um diese erfolgreiche Rotation geht, bleibt der Trainer bescheiden. „Die Mannschaft macht’s mir leicht“, so Thioune dazu.

So erhält (fast) jeder Spieler seine Einsatzzeiten, bis auf den dritten Keeper Laurenz Beckemeyer, Furkan Zorba und dem lange verletzten Youngster Simon Haubrock stand jeder Osnabrücker in dieser Saison mindestens eine Minute auf dem Rasen. 

Ich kann reden, dass ich einen breiten Kader habe, aber ich bediene ihn auch. Dann sind die Jungs da und wenn sie liefern, darf jeder seine eigene Geschichte schreiben“, würdigt Thioune das funktionierende Prinzip, das die Spieler als Mannschaft mittragen würden, so der Trainer weiter.

Bestes Beispiel für die mannschaftliche Geschlossenheit des VfL war wohl Marc Heiders Jubel-Ausbruch nach dem 1:0 gegen Kaiserslautern. Der eigentlich gesetzte Kapitän, der nach seiner Verletzung auf der Bank Platz nehmen musste, lief nach dem Tor von Steffen Tigges Fäuste ballend aufs Spielfeld, umarmte Trainer Daniel Thioune.

Schließlich, in der 91. Minute, durfte Heider dann auch noch sein Comeback feiern. Ob er in der kommenden Partie gegen Lotte wieder von Beginn an ran darf? Thioune hat sicherlich schon einen Plan in der Hinterhand.

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