Welzmüller & Co.: Das machen die Ex-Aalener heute

Welzmüller führt an, Preißinger ackert und Stanese trifft - auf der falschen Seite

Maximilian Welzmüller wechselte von Aalen nach München.

Zieht im Mittelfeld der U23 des FC Bayerrn die Fäden: Maximilian Welzmüller. ©Imago/foto2press

Maximilian Weizmüller ist einer von zehn Spielern, die den VfR Aalen in diesem Sommer verließen. Der gebürtige Münchner kehrte in seine Heimatstadt zurück und schloss sich der U23 des FC Bayern an. Im Interview mit Liga-Drei.de erzählt er, wie es für ihn in der Reserve des deutschen Rekordmeisters läuft. Die anderen neun Abgänge stellen wir Euch weiter unten vor.

Herr Welzmüller, Sie haben bis zum Sommer vier Jahre lang das Trikot des VfR Aalen getragen. Mit welchem Gefühl denken Sie an diese Zeit zurück?
Maximilian Welzmüller: „Die Zeit war überwiegend positiv. Das erste Jahr in der 2. Liga war schwierig, weil ich nicht wirklich viel gespielt habe. Die drei Jahre danach waren erfolgreich, ich habe viele nette Leute kennen gelernt und Freunde gefunden, mit denen ich immer noch Kontakt habe. Ich verfolge den VfR immer noch sehr aktiv und versuche, die Spiele zu schauen. Summa summarum war es eine schöne Zeit.“

Gibt es spezielle Momente, die sich in Ihrem Gedächtnis eingebrannt hat?
Welzmüller: „Für mich persönlich war natürlich das erste Spiel in der 2. Liga ein ganz besonderer Moment, weil es immer mein Traum war. Und natürlich der Moment, als wir die Liga trotz der Insolvenz und neun Punkten Abzug gehalten haben. Das war glaube ich ein Heimspiel gegen Paderborn, das wir 4:0 gewonnen haben. Nach Abpfiff war klar, dass wir es geschafft haben. Das waren die zwei besonderen Highlights.“

Ich habe dort Freunde fürs Leben gefunden. (über seine vier Jahre in Aalen)

Gibt es Mitspieler aus dieser Zeit, zu denen Sie noch Kontakt haben?
Welzmüller: „Mit Matthias Morys bin ich drei bis vier Mal pro Woche in Kontakt, sei es per Facetime oder WhatsApp. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und hatten in Aalen eine kleine WG in Anführungszeichen. Dann noch mit Spielern, die nicht mehr in Aalen sind. Beispielsweise Rico Preißinger, der mittlerweile in Magdeburg spielt, und Michael Klauß oder Dominick Drexler, mit denen ich in meinem ersten Jahr in Aalen gespielt habe, zu ihnen habe ich auch regelmäßigen Kontakt. Darum war es eine positive Zeit, weil ich dort Freunde fürs Leben gefunden habe.“

Aalen steht nach sieben Spieltagen auf dem 15. Platz. Was trauen Sie der Mannschaft in dieser Saison zu?
Welzmüller: „Schwierige Frage. Ich habe viele Spiele gesehen, bis auf eines oder zwei waren sie auch richtig gut, auch fußballerisch. Das Spiel gegen Unterhaching mit meinem Bruder Josef habe ich zum Beispiel gesehen. Ob es dieses Jahr für ganz vorne reicht, weiß ich nicht. Sie können auf jeden Fall einen guten Platz im Mittelfeld der Tabelle erreichen. Das letzte Spiel war auch sehr, sehr gut (4:1 gegen Preußen Münster, Anm. d. Red.). Deshalb traue ich ihnen Platz sieben bis zehn zu.“

Ich glaube, dass die Tabelle einiges aussagt. (über Platz eins nach zehn Spielen)

Im Sommer sind Sie zur 2. Mannschaft des FC Bayern in die Regionalliga gewechselt und haben den Aufstieg als Ziel ausgegeben. Momentan führen Sie die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung auf Burghausen an und haben ein Spiel weniger absolviert. Haben Sie den Marienplatz für die Aufstiegsfeier bereits reserviert?
Welzmüller: „Nein, haben wir noch nicht (lacht). Ich weiß auch nicht, ob bei einem Drittligaaufstieg der Marienplatz überhaupt zur Verfügung gestellt wird. Außerdem muss man ja auch noch Erster nach dem letzten Spieltag werden, dann steht die Relegation dazwischen, die man gewinnen muss, was beides nicht so einfach ist. Wir sollten also noch nicht beim Bürgermeister anfragen, es liegt nämlich noch jede Menge Arbeit vor uns.“

Sie haben bisher jedes Spiel über 90 Minuten bestritten. Wie beurteilen Sie ihre bisherige Leistung?
Welzmüller: „Da tue ich mir immer schwer damit. Es wird ja nicht nur meine fußballerische Leistung bewertet, sondern auch das, was außen rum passiert: Wie es im Training läuft und wie sich die jungen Spieler entwickeln. Das ist ja auch meine Aufgabe, gemeinsam mit den beiden anderen Spielern über 23 Jahren, Nicolas Feldhahn und Kwasi Okyere Wriedt. Das lässt sich schwer in Kennzahlen bewerten. Ich glaube, dass die Tabelle einiges aussagt. Wir sind Erster, haben kein Spiel verloren, dementsprechend kann ich auch persönlich zum jetzigen Zeitpunkt ganz zufrieden sein. Aber das komplett zu bewerten, damit tue ich mir schwer.“

Deswegen glaube ich, läuft es bisher auch ganz ordentlich. (über die Arbeitsteilung mit Feldhahn und Wriedt)

Wie haben Sie sich denn in Ihre Rolle als Anführer, der die jungen Spieler an die Hand nimmt, eingefügt?
Welzmüller: „Sehr, sehr gut muss ich sagen. Ich war in Unterhaching bereits mit 23 Jahren Kapitän, da hatten wir auch viele junge Spieler dabei. Die Situation jetzt ist ähnlich, nur dass ich jetzt mehr Erfahrung habe und nochmal einen Tick älter bin. Dadurch kann ich der Rolle noch mehr gerecht werden als damals. Die Kombi mit Nico und ‚Otschi‘, mit denen ich mich sehr gut verstehe, trägt natürlich auch maßgeblich dazu bei, da wir Drei die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Deswegen glaube ich, läuft es bisher auch ganz ordentlich.“

Ihr Bruder Josef steht mit Unterhaching derzeit auf dem 2. Platz in Liga 3. Versucht er, einem direkten Duell mit Ihnen in der kommenden Saison aus dem Weg zu gehen?
Welzmüller: „Das ist eine berechtigte Frage (lacht). Letztes Jahr habe ich zwei Mal mit Aalen gegen ihn gewonnen, mit den Bayern haben wir in diesem Jahr ein Testspiel gegen Haching gewonnen. Ich würde mir sehr wünschen, falls wir den Aufstieg schaffen sollten, dass es kein direktes Duell gibt und Haching auch aufsteigt. Das wäre ziemlich gerecht. Und meine Eltern wären auch glücklich, sie sind keine Fans von direkten Duellen, das mögen sie gar nicht.

Sie schauen sich diese Spiele zwar an, aber vor allem die Mama ist dann sehr angespannt, hin- und hergerissen und absolut nervös. Sie wäre also froh, wenn wir einem direkten Duell durch zwei Aufstiege aus dem Weg gehen könnten. Ich bin Haching aber nach wie vor sehr verbunden. Wenn es zeitlich möglich ist, bin ich bei allen Heimspielen, deswegen würde ich dem Verein auch nur das Beste wünschen.“

Die übrigen Abgänge:

Rico Preißinger
Der 22-Jährige spielt mittlerweile eine Klasse höher in Magdeburg. Beim noch sieglosen Aufsteiger stand er an jedem Spieltag in der Startformation und beackert das zentrale Mittelfeld, wie drei gelbe Karten eindrucksvoll beweisen.

Sebastian Vasiliadis
Auch den 20-Jährigen hat es in die 2. Liga verschlagen, er wechselte nach Paderborn. Der Mittelfeldspieler absolvierte erst eine Partie, die wird er aber nicht so schnell vergessen: Er wurde beim Stand von 3:3 gegen den 1. FC Köln in der Schlussphase eingewechselt und bereitete eine Minute später das 4:3 vor.

Robert Müller
Der Innenverteidiger schloss sich Ligakonkurrent Uerdingen an, schaffte es aber nur gegen Großaspach in den Kader. Auf einen Einsatz in der Liga wartet er noch, durch die Verpflichtung von Dominic Maroh hat sich seine Aussicht auf Einsatzminuten weiter verschlechtert.

Cagatay Kader
Den in Düsseldorf geborenen Angreifer hat es in die 2. türkische Liga verschlagen. Für seinen neuen Klub Konya Anadolu Selcukspor erwischte er einen nahezu perfekten Start. Er wurde rund 30 Minuten vor dem Ende beim Stand von 0:2 eingewechselt und erzielte zwei Tore.

Junya Suzuki
Der 22-jährige Japaner kam Anfang Februar von der Waseda Universität nach Aalen, schaffte es aber nur zu zwei Kurzeinsätzen. Seitdem sein Vertrag im Sommer auslief, ist nicht bekannt, ob und wo er seine Karriere fortgesetzt hat.

Daniel Stanese
Der ehemalige kanadische Nationalspieler wechselte nach Cottbus. Bei den Lausitzern pendelt er zwischen Bank und Startelf. Ein Tor hat er bereits erzielt, allerdings auf der falschen Seite: Er brachte 1860 durch ein Eigentor in Führung, Cottbus verlor das Spiel mit 0:2.

Gerrit Wegkamp
Für die Sportfreunde Lotte geht der 25-Jährige auch weiterhin in der 3. Liga auf Torejagd, wartet aber noch auf seinen ersten Saisontreffer. Über Kurzeinsätze erkämpfte er sich einen Stammplatz im Sturmzentrum, in den vergangenen fünf Partien stand er immer bei Anpfiff auf dem Rasen.

Thorsten Schulz
Der auslaufende Vertrag des 33-Jährigen wurde nicht verlängert, er ist derzeit vereinslos.

Myroslav Slavov
Zum 01.07.2018 erst verpflichtet, wurde der Vertrag des Ukrainers auf seinen Wunsch hin und in beiderseitigem Einvernehmen bereits vier Wochen später wieder aufgelöst. Mittlerweile spielt er in der ersten dänischen Liga für Vendsyssel FF und kam ein Mal zum Einsatz.

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