1. FC Magdeburg: Durchhalteparolen an der Elbe

"Wir gehen unseren Weg weiter."

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Sonntag, 04.10.2020 | 08:00
Thomas Hoßmang beim 1. FC Magdeburg

Thomas Hoßmang ist mit dem 1. FC Magdeburg noch ohne Saisonsieg. ©Imago images/Christian Schroedter

Auch im zweiten Heimspiel der Saison musste der 1. FC Magdeburg am gestrigen Samstag eine Niederlage einstecken. Mit 0:2 ging die Mannschaft von Trainer Thomas Hoßmang wie bereits am ersten Spieltag ohne eigenen Treffer vom Platz – und zeigte dabei gewohnte Schwächen.

Der richtige Weg?

Zehn Spiele bestritt der FCM nun unter Thomas Hoßmang, geriet dabei viermal in Rückstand, wie gestern gegen Viktoria Köln, lediglich einen Punkt sammelten die selbsternannten „Größten der Welt“ in diesen Partien. Eine Frage des Selbstvertrauens? „Wir müssen schauen, dass wir trotzdem unser Ding weiter durchziehen, die Köpfe hochhalten“, deutete Hoßmang nach dem Spiel an, dass er in dieser Hinsicht Aufbauarbeit leisten muss.

Fehlendes Selbstvertrauen nach Rückständen kann allerdings nicht das alleinige Problem sein. So vermag auch eine Führung dem FCM nur selten Sicherheit zu verleihen, fünfmal ging sie unter Hoßmang in Front, nur zweimal sprang ein Sieg heraus.

Trotz der Entwicklung spricht Hoßmang seiner Elf die Mentalität nicht ab, im Gegenteil: „Wir bleiben eine Einheit. Die Jungs wollten, das hat man gesehen. Sie haben alles rausgehen“, so Hoßmang, der trotzig hinterherschießt: „Wir gehen unseren Weg weiter.“

Mehrere Baustellen

Die Probleme im spielerischen Bereich zu suchen, wäre wohl nicht die schlechtestes Schlussfolgerung. Der FCM macht generell zu wenig aus seinem Ballbesitz, leistet sich dabei zudem „Unzulänglichkeiten im Passspiel“, wie es Hoßmang selbst ausdrückte, ist in der Defensive vor allem bei hohen Bällen anfällig.

Dazu kommt die suboptimale personelle Situation. Bei MagentaSport haderte Hoßmang damit, Daniel Steininger und Raphael Obermair – gelernte Offensivkräfte – in der Defensive aufstellen zu müssen. Da Kai Brünker angeschlagen fehlte, stellte sich der Angriff mit Christian Beck, Sören Bertram und Luka Sliskovic quasi von selbst auf. Mit Julian Weigel saß lediglich eine Alternative für die Offensive auf der Bank.

Dass der FCM nochmal auf dem Transfermarkt tätig wird, deutete Geschäftsführer Mario Kallnik in der Volksstimme bereits an, allerdings schauen sich die Elbestädter anstatt im Sturm nach einem variablen Abwehrspieler um.

Für Kallnik wie auch für Hoßmang sind knifflige Aufgaben zu lösen, bevor kommenden Samstag die nächste Partie ansteht: Es kommt zum viel beachteten Derby gegen Dynamo Dresden – es könnte eine richtungsweisende Partie werden.