1. FC Saarbrücken: Hansa wieder Teil einer Serie?

Manuel Stiefler blickt auf starken FCS-Lauf zurück

Autor: Luis Hagen Veröffentlicht: Donnerstag, 24.09.2020 | 19:09
Manuel Stiefler vom 1. FC Saarbrücken gegen Matthias Holst von Hansa Rostock

Manuel Stiefler (l.) hat gute Erinnerungen an den Ludwigspark. ©Imago images/Becker & Bredel

Drei Jahre Saarbrücken, fünf Spielzeiten Sandhausen und zuletzt zwei Jahre Karlsruhe. Ein Jahrzehnt lang ist Manuel Stiefler immer auf dem Spielfeld vorangegangen.

Stets verlässlich. Extrem vielseitig. Und fußballerisch immer auf dem neusten Stand. „Und jederzeit ein wahrer Kämpfer vor dem Herrn“, lobt Ranisav Jovanovic nach vier gemeinsamen Spielzeiten beim SV Sandhausen in der 2. Bundesliga.

Womit der Allrounder aus dem oberfränkischen Bayreuth primär beeindrucken konnte, hat der Fußball-Lehrer Alois Schwartz vor einem Match des Karlsruher SC einmal so erklärt: „Manuel ist ein schlauer Spieler. Er läuft den Gegner offensiv richtig an, er stellt ihm Fallen, ist abgezockt und geht körperlich immer bis an die Grenzen.“

236 Einsätze im deutschen Profifußball

Seit dem Abschluss der Ausbildung in den Nachwuchsleistungszentren bei der SpVgg Greuther Fürth und beim 1.FC Nürnberg hat Stiefler 236 Spiele im deutschen Profifußball absolvieren können.

Mit seiner Ehefrau und Sohnemann Leonard lebt er in Karlsruhe. Und dort wäre er auch als Fußballprofi des KSC gern geblieben. Denn dort ist Stiefler zuerst erfolgreich durch die 3. Liga marschiert und dort hat er in diesem Sommer unübersehbar mitgeholfen, die 2. Bundesliga zu erhalten.

Die Vertragsverlängerung für ein weiteres Jahr war ihm von den KSC-Entscheidern avisiert worden. Diese Gespräche hat Stiefler für bare Münze gehalten und so hat er so manche frühzeitige Alternative nicht verfolgen mögen.

Und so ist einer, der wie er als Mitglied eines Profikaders immer und überall als „Mr. Zuverlässig“ gilt, nicht darauf gefasst, erstmals in seiner Karriere den Status der Arbeitslosigkeit zu erleben. Und dies nun schon im dritten Monat.

Über seine aktuelle Vereinslosigkeit
„ Habe ich etwas falsch gemacht? ”
Manuel Stiefler

Und so kommen nun auch Fragen auf. Beißende Fragen wie: „Was läuft gerade schief mit mir und dem Fußball, dass ich schon so lange in der Warteschleife stecke? Habe ich etwas falsch gemacht? Ist meine Karriere etwa jetzt schon zu Ende?“

Manuel Stiefler beim Training des KSC

Wohin führt sein Weg? Manuel Stiefler traut sich noch ein paar gute Jahre im Profi-Fußball zu. ©imago images/Jan Huebner

Nein, selbstverständlich habe er nichts falsch gemacht. Und die neue Herausforderung werde er bestimmt auch bald antreten, bekommt er dann meist zu hören. Die Menschen aus der Branche, die mit ihm zu tun hatten, mögen ihn.

Auch auf eine Rückkehr zum 1. FC Saarbrücken hat Manuel Stiefler im Stillen ein wenig gehofft. In 85 Spielen mit unterschiedlichsten Aufträgen hat er dort obendrein 13 Treffer und 12 Assists, also 25 Scorer-Punkte beigesteuert. In der 3. Liga war das.

Jetzt ist der Verein nach langer Abstinenz endlich wieder dort präsent. Der Sportchef heute, war sein Trainer damals: Jürgen Luginger. Der Höhepunkt einer spektakulären Serie an gelungenen Auftritten im Ludwigspark war im April 2011 ein furioses 3:0 über Hansa Rostock.

„Unvergessen“, bemerkt Stiefler im Gespräch mit Liga-Drei.de und dabei ist ihm anzumerken, wie gern er über dieses Ereignis heute noch spricht.

Wie in einem Rausch neun Siege hintereinander

Denn dieses 3:0 über Hansa war damals einer von neun Siegen hintereinander. Welch ein Aufblühen des Saarbrücker Fußballs in jenem Frühjahr: Haching, Aalen, Koblenz, Burghausen, Erfurt, Werder, Babelsberg, auch Westfalens Ahlenern und besonders deutlich Hansa – allen wurden wie in einem Rausch nacheinander die Punkte abgeknöpft.

„Eine derart stolze Siegesserie habe ich in meiner Laufbahn nirgendwo anders ein zweites Mal erlebt. So steuerten wir den 1.FC Saarbrücken heraus aus allen Abstiegsgefahren bis hinein ins Aufstiegsrennen. Doch am Ende fehlten ein paar Punkte“, bedient Stiefler sein Gedächtnis mit einer Begeisterung, als habe er dies erst vor kurzem erlebt.

Ja, mit 59 Zählern ist der 1.FC Saarbrücken noch auf Platz sechs der 3. Liga gesprungen. Mit Luginger, mit Stiefler und mit einem Mittelstürmer namens Fuchs.

Und dieser Mann ist als zweiter Grund für das stabile Erinnerungsvermögen an dieses 3:0 über Hansa Rostock verantwortlich. „Markus Fuchs war unser Mittelstürmer. Mein bester Kumpel. Mit ihm hatte ich bereits in Bayreuth und beim 1.FC Nürnberg gemeinsam gespielt. Er hat gegen Hansa an diesem Tag zweimal getroffen und ich konnte dann mit dem dritten Tor den Sieg sicherstellen“, berichtet Stiefler weiter.

Über die eigene Motivation
„ Ich habe so unglaublich viel Lust darauf, weiterhin auf hohem Niveau zu kicken ”
Manuel Stiefler

Wo ausschließlich auf die jugendliche Frische gesetzt wird, mag er jetzt nur schwerlich ein Thema sein. Denn ja: Er ist in diesem Sommer 32 Jahre alt geworden. Wo die Sorge um Corona den Spielerkader extrem verkleinert hat, passt es aktuell wohl auch noch nicht.

Doch inmitten seiner vielseitigen Verlässlichkeit kennt auch Stiefler seine liebste Rolle: „Auf der Position acht im zentralen Mittelfeld. Hier kann ich meine Qualitäten am besten einbringen und für torgefährliche Aktionen sorgen“, sagt er dazu und stellt sogleich klar: „Ich habe so unglaublich viel Lust darauf, weiterhin auf hohem Niveau zu kicken, auf dem Platz alles zu geben. Vor allem dort voranzugehen, wo das eine oder andere noch nicht so recht klappt.“

Täglich eine Stunde Volldampf-Läufe, täglich Gewichte stemmen, Direktspiel-Übungen an der Pass-Wand und ran an das Kopfball-Pendel, das nur wenige Fußballer mögen. So glaubt er startklar zu sein für eine neue Aufgabe.

Seine Karriere hat bisher nichts zum Knicken gebracht. Nicht einmal die beiden Kreuzbandrisse, die er 2015 und 2016 erfolgreich bewältigen konnte. „Ich bin ein starker Kämpfer“, sagt Stiefler über sich selbst und deutet an: Wer ihn ruft, bekommt ihn zu 100 Prozent.

Würde es die Corona-Engpässe nicht geben, wäre er gern am Samstag als Zuschauer in Saarbrücken dabei, um das aktuelle Kräftemessen mit Hansa Rostock mitzuerleben.

Gleichzeitig wäre die Gelegenheit günstig gewesen, sich bei Jürgen Luginger in Erinnerung zu bringen. Zum Beispiel damit, dass Manuel Stiefler mit keinem seiner Teams jemals einen Liga-Abstieg erleiden musste: In Karlsruhe nicht, in Sandhausen nicht und auch in Saarbrücken nicht. Und dies hat in hohem Maße auch mit einem Vorkämpfer wie Stiefler zu tun.

Nun, so wäre Stiefler mit seinen Fähigkeiten in seinem künftigen Aktionsfeld womöglich ein entscheidender Impuls auf dem Weg zum Fußballglück.

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