1. FC Saarbrücken: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Montag, 31.08.2020 | 07:30
Anthony Barylla im FCS-Trikot.

Anthony Barylla ist einer von vielen FCS-Spielern mit Drittliga-Erfahrung. ©imago images/Jan Huebner

In der Regionalliga Südwest war der 1. FC Saarbrücken das Maß der Dinge, marschierte bis zum Abbruch souverän dem Aufstieg entgegen. Der ist nun geglückt, eine Klasse weiter oben wird sich der FCS aber mit einer neuen Rolle anfreunden müssen. Ob das gelingt? Unser Teamcheck gibt Antworten.

Kader & Transfers

Wo andere Aufsteiger häufig den halben Kader umstrukturieren, hat sich in Saarbrücken vergleichsweise wenig getan. Lediglich sieben Spieler aus dem Vorjahr gehen nicht mit in die 3. Liga. Unter ihnen ist mit Fabian Eisele nur ein Akteur, der in der Regionalliga eine Hauptrolle spielte.

Der Mittelstürmer entschied sich für einen Verbleib in der Südwest-Staffel, der FCS reagierte mit der Verpflichtung von Maurice Deville. Der Nationalspieler Luxemburgs mischte bereits im Vorjahr mit Mannheim die 3. Liga auf und ist im Saarland als Sturmpartner von Sebastian Jacob eingeplant.

Der erfolgreichste Torjäger des FCS, im Vorjahr 17-Mal erfolgreich und von seinem Trainer Lukas Kwasniok mit einem Sonderlob bedacht, konnte ebenso gehalten werden wie Markus Mendler.

Bei den weiteren Neuzugängen stand Drittliga-Erfahrung weit oben auf der Wunschliste. Marin Sverko (Mainz II), Sebastian Bösel (Großaspach) und Nicklas Shipnoski (Wehen Wiesbaden) sind hier keine Unbekannten und erhöhen die Alternativen von Kwasniok.

Die aktuelle Form

Mit einem 5:2-Sieg über den FSV Frankfurt startete der Aufsteiger erfolgreich in seine Vorbereitung, es folgten ein 1:2 gegen AS Nancy und ein 2:2 gegen den KSC. Durchwachsen waren währenddessen auch die Auftritte im Landespokal: Einem 3:0 über Diefflen im Viertel- folgte ein ernüchterndes 0:3 im Halbfinale gegen Homburg. Ein 2:2 gegen die Hoffenheimer U23 war das bisher letzte Testspiel.

Stärken & Schwächen

Im Vorjahr brillierte Saarbrücken in seinen Heimspielen, gewann zehn von zwölf Partien bei einem Torverhältnis von 31:5 – und das, obwohl Heimspiele nicht der treffende Begriff sind. Da das Ludwigsparkstadion umgebaut wird, muss der FCS nach Völklingen ausweichen. Geplant ist allerdings, mindestens zwei Heimspiele in diesem Kalenderjahr in der eigentlichen Heimspielstätte auszutragen.

Zum Sportlichen: Lukas Kwasniok kann auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen, die punktuell verstärkt wurde. Ein Vorteil kann sein, dass die erfolgreiche Defensive aus dem Vorjahr zusammengehalten wurde, Abläufe und Automatismen somit bereits vorhanden sind.

Größte Herausforderung dürfte allerdings der zu erwartende Rollenwechsel sein. In der Regionalliga ging Saarbrücken als Favorit in die Mehrzahl der Partien und musste dort spielerische Ansätze finden, tiefstehende Gegner zu knacken.

Nun dürfte verstärkt ein schnelles Umschaltspiel gefragt sein, da die Gegner in Liga drei Saarbrücken weniger Raum anbieten. Hinzu kommt die mentale Komponente: In Liga vier eilte Saarbrücken von Sieg zu Sieg, eine Etage höher ist auch mit Durststrecken zu rechnen, die am Selbstvertrauen kratzen werden.

Lukas Kwasniok in Jena.

Lukas Kwasniok übernahm Saarbrücken am Tag vor Weihnachten. ©imago images/Nordphoto

Der Trainer

Diesen Rollenwechsel zu moderieren und den Spielern Lösungen anzubieten, wird eine der Hauptaufgaben von Lukas Kwasniok sein. Im vergangenen Dezember übernahm er das Traineramt von Dirk Lottner, durch den Saisonabbruch stand er bisher aber erst in acht Pflichtspielen an der Linie. Dort agiert er häufig sehr emotional und lautstark, ist zudem sehr nah an seinen Spielern.

Der 39-Jährige bewies bereits, dass er dem Abstiegskampf gewachsen ist, führte Carl Zeiss Jena in der Saison 2018/19 noch zum nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Dabei setzte er auf genau jene Umschaltmomente, die Saarbrücken in Zukunft benötigt. 

Kehrt Kwasniok von dieser Spielidee ab, dient seine Zeit in Jena aber auch als mahnendes Beispiel: Im zweiten Jahr Jena scheiterte er krachend daran, den FCC zu einer Ballbesitz-Mannschaft umzuformen.

Die mögliche Startelf

Fazit & Prognose

Kader und Trainer verfügen über Drittliga-Erfahrung und wissen, worauf es in der neuen Spielklasse ankommt. Bringt die Mannschaft das auch auf den Rasen, wird sie mit dem Abstieg nichts zu haben.

Wie stark ist die Liga? Hier Teamchecks der Konkurrenz ansehen.