3. Liga: Führerscheinentzug für Pyrotechnik?

Innenminister diskutieren neue Strafen

Pyrotechnik im Stadion von 1860 München

Das Abbrennen von Pyrotechnik ist den Innenministern ein Dorn im Auge. ©Imago images/MIS

Ab dem heutigen Mittwoch beraten die Innenminister der Länder in Lübeck über verschiedene Themen. Eines davon betrifft auch den Fußball. So wollen die Politiker die Gewalt in und um Fußballstadien härter bekämpfen und dabei auch gegen das Abbrennen von Pyrotechnik vorgehen.

Eine Maßnahme, die diskutiert wird, ist der Entzug des Führerscheins als Strafe für Zündeln im Stadion. „Strafen müssen weh tun, und manchen Möchtegern-Rambo aus dem Fanblock schmerzen ein paar Wochen Fahrverbot sicher mehr als ein paar Euro Geldstrafe“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul der „Rheinischen Post„.

Aussichten auf Umsetzung gering

Fanhilfen aus verschiedenen Ecken protestierten bereits gegen dieses Ansinnen. Die Aussichten auf eine Umsetzung erscheinen aus juristischer Sicht aber ohnehin gering. So ließ bereist vor zwei Wochen der Hannoveraner Fananwalt Andreas Hüttl den „Legal Tribune online“ wissen, er halte den Vorschlag für vollkommen absurd.

Der Entzug der Fahrerlaubnis könne nicht der Ahndung von allgemeiner Kriminalität dienen. Davon abgesehen würde das eine Ungleichbehandlung von Personen mit und ohne Führerschein bedeuten.  

Pyrotechnik kommt auch in Stadien der 3. Liga immer wieder zum Einsatz. Einzelne Täter zu ermitteln gestaltet sich als schwierig, daher treffen die Strafen in erster Linie die Vereine . Erst am gestrigen Dienstag ergingen zwei Urteile gegen Hansa Rostock. Für das Zünden von unter anderem bengalischen Fackeln in den Partien gegen Duisburg am 9. November und dem Spiel gegen Magdeburg am 19. Oktober wurden dem FCH insgesamt 13.250€ Bußgeld aufgebrummt.

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