Carl Zeiss Jena antwortet DFB

Auch FCM und HFC mit Statements

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 14.05.2020 | 12:10

Ernst-Abbe-Sportfeld

Im Ernst-Abbe-Sportfeld können aktuell keine Spiele stattfinden. ©Imago images/Picture Point LE

Update (17 Uhr):
Der Hallesche FC zeigt sich auf der Vereinshomepage ebenfalls irritiert über die Äußerungen des DFB. Die geforderten Vorschläge hätten die betreffenden Klubs bereits in ihrer Erklärung vom 17. April gemacht.

Update (14:40 Uhr):
Auch der 1. FC Magdeburg äußerte sich am Donnerstagnachmittag und wandte sich dabei direkt an den DFB-Vizepräsident Rainer Koch: "Für uns, den 1. FC Magdeburg, überschreiten Sie damit die Grenze eines demokratischen und gesellschaftlichen Miteinanders", heißt es unter anderem. Den offenen Brief gibt es auf der FCM-Homepage.

Ursprünglicher Artikel:
Am gestrigen Mittwoch nannte DFB-Vizepräsident Rainer Koch das Vorgehen der Gegner einer Saisonfortsetzung in Liga drei ein "unwürdiges Schauspiel", konkrete Vorschläge, wie im Falle eines Saisonabbruchs weiterverfahren werden solle, werden von Koch von den betreffenden Klubs erwartet. Nun erhält der Verband eine erste Antwort, vom FC Carl Zeiss Jena.

Der Verein weist zunächst auf die geltende Gesetzeslage in Thüringen und Jena hin, was es nicht möglich machen würde, "den Spielbetrieb zum vom DFB gewünschten Zeitpunkt zu starten". Außerdem heißt es in dem auf der Vereinshomepage veröffentlichten Statement, für einen Spielbetrieb der 3. Liga bestehe keine behördliche Genehmigung - diese wurde ausschließlich für die Bundesliga sowie die 2. Bundesliga erteilt.

Der FCC kommt damit zu dem Schluss: "Uns „ein unwürdiges Schauspiel“ zu unterstellen, halten wir deshalb für äußerst bedenklich. Wir achten einzig die bestehende Gesetzeslage. Sollen wir diese brechen? Gleichwohl liegt es uns am Herzen, die 3. Liga in ihrem Bestand als Profiliga zu erhalten."

Aufstieg ja, Abstieg nein

Außerdem kommt der Verein den Forderungen nach und unterbreitetet konkrete Vorschläge, wie im Falle eines Saisonabbruchs verfahren werden könnte. Da die Saison aufgrund der behördlichen Auflagen nicht bis zum 30. Juni zu Ende gebracht werden könne, müsse sie auslaufen. Zwei Vereine sollen aufsteigen, der Drittplatzierte die Relegation bestreiten. Der Abstieg soll laut des FCC-Vorschlags ausgesetzt werden.

Gleichzeitig plädiert der Verein für vier Aufsteiger aus den Regionalligen, mit einem Teilnehmerfeld von 24 Mannschaften zur kommenden Saison. Um das zu stemmen, solle die Winterpause verkürzt und mehr englische Wochen gespielt werden.

Mittelfristig soll die 3. Liga mit 22 Mannschaften starten. Geringere Einnahmen, da die TV-Gelder dann durch mehr Klubs geteilt werden müssten, will der FCC mit den steigenden Einnahmen aus mehr Heimspielen auffangen.

Nächste Saison ab September

Der DFB müsste laut FCC tätig werden und mit den TV-Partnern um für diese Saison vorgesehene Zahlungen Gespräche führen. Die TV-Partner würden wiederum von der steigenden Anzahl an Spielen profitieren, wenn die Liga aufgestockt werden würde. Außerdem solle der DFB bei den Premium-Sponsoren der 3. Liga tätig werden, um wirtschaftliche Interessen zu wahren.

Die kommende Saison soll laut Carl Zeiss Jena im September starten, bis dahin sollen alle Verein Zeit bekommen, das Hygienekonzept zu erfüllen. Mit Geisterpielen solle gerechnet werden. Last but not least möchte der FCC die Ausbildung stärker in den Vordergrund rücken und fordert eine Aufstockung des Nachwuchsfördertopfes.

Gespannt darf eine Antwort vom DFB auf diese Vorschläge erwartet werden. Nicht auszuschließen ist, dass weitere Vereine mit Konzepten nachziehen.