Carl Zeiss Jena: Derby-Krawalle ein Landtags-Thema

Innenminister zur Aufklärung aufgefordert

Derby-Krawalle ein Thema für den Landtag

Jenaer Krawalle beschäftigen die Politik © imago / Karina Hessland

Die Krawalle beim jüngsten Derby zwischen Aufsteiger Carl Zeiss Jena und Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt beschäftigen nunmehr auch die thüringische Politik. Im Landtag hat die oppositionelle CDU einen Antrag mit der Forderung an Innenminister Georg Maier zur Aufklärung der Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende eingebracht.

52 Rechtsverstöße, ein verletzter Polizist und mehrere verletzte Fans können nicht hingenommen werden. (CDU-Politiker Raymond Walk)

„52 Rechtsverstöße, mindestens ein verletzter Polizist und mehrere verletzte Fans können selbst bei einem Thüringen-Derby nicht einfach so hingenommen werden“, zitierte die Thüringer Allgemeine aus der Antragsbegründung von CDU-Innenpolitiker Raymond Walk in der jüngsten Sitzung des Innenausschusses.

Eskalation nach Provokation

Beim Duell der Erzrivalen am vergangenen Sonntag hatte die Abfeuerung von Leuchtspurmunition durch das RWE-Lager auf den Zuschauerblock der Gastgeber nach vermeintlichen Provokationen für eine Eskalation der Lage gesorgt. Im weiteren Verlauf sind offenbar auch Steine geflogen und Polizisten gewalttätig angegriffen worden. Mehre Ingewahrsamnahmen erfolgten. Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Polizisten laufen.

Konsequenzen aus den Vorkommnissen erwartet Walk jedoch noch nicht nur von den Sicherheitsbehörden. Vielmehr will die Union fortan „die Fanvertreter intensiver in den Blick und vor allem mehr in die Pflicht nehmen“, wie Walk weiter sagte.

Jenas Klubchef Klaus Berka hatte bereits zuvor aufgrund von Berichten vereinseigener Ordnungskräfte über „enorme Gewaltbereitschaft“ im Lager des Drittliga-Rückkehrers selbstständige Untersuchungen des Klubs zu den Hintergründen der Ausschreitungen angekündigt. Das Thema werde auf der nächsten Aufsichtsratssitzung besprochen, sagte der FCC-Chef. Dabei soll auch besonders erörtert werden, wie Pyrotechnik trotz Verbots ins Stadion gelangen konnte.