Carl Zeiss Jena: Fans müssen umziehen

Ultras müssen Südkurve aufgeben

Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena

Bleibt der Support auch im Norden des umgebauten Stadions gut? ©Imago/Picture Point LE

Es war ein langer Kampf, den die Fans des FC Carl Zeiss Jena nun wohl verloren haben. Sie müssen im Zuge des Stadionumbaus aus ihrer geliebten Südkurve in den Norden umziehen. Das entschied der Stadtrat von Jena nach einem Bericht der Thüringischen Landeszeitung in einer Sitzung, die erst kurz vor Mitternacht endete.

Änderungsantrag abgelehnt

Auch eine Demonstration der Fans in der Stadt und eine Unterschriftenaktion änderte nichts mehr am negativen Bescheid. Aus Sicherheitsgründen müssen die Heimfans, die bislang in direkter Nähe der Gästefans stehen, einen Block im Norden beziehen. Die Gäste müssen im Süden bleiben, da die Polizei sie dort leichter zum Stadion geleiten kann.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat hatte noch einen Änderungsantrag eingebracht, der aber abgelehnt wurde. Kurz vor Mitternacht dann wurde die Verwaltungsvorlage angenommen. Für die Fans ein hartes Los. Ihr Vertreter Toni Schley hatte dem Stadtrat nochmals klarzumachen versucht, dass die Tradition, aber auch die besseren Sichtverhältnisse einen Verbleib der eigenen Anhänger am jetzigen Standort nötig machten.

Verein will Umbau nicht gefährden

Um das zu erreichen hatten die Ultras sogar angeboten, beim Umbau mitzuwirken und sich an den Mehrkosten zu beteiligen – vergebens. Der Verein selbst im Übrigen steht hinter den Beschlüssen der Stadt und hatte sich schon vor zwei Tagen in einer Stellungnahme über die Südkurven-Debatte geäußert: „Dass das Thema Südkurve eine Herausforderung – sowohl baulich aber eben auch unter Betrachtung der Fankultur – ist, wissen wir.“ 

Grundsätzlich steht der Umbau des Stadions aber im Vordergrund und soll wie geplant ausgeführt werden. „Alle Gremien des Fußballclubs sprechen sich dafür aus, die bisherigen Beschlüsse des Stadtrates konsequent umzusetzen, die sorgfältig und professionell durchgeführte Projektplanung in Sachen Stadionneubau erfolgreich fortzuführen,“ heißt es außerdem in der Erklärung.

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