Carl Zeiss Jena: Kann Kwasniok Krisenmanager?

Trainer in schwieriger Situation gefragt

Lukas Kwasniok als Trainer des FC Carl Zeiss Jena

Steht mit dem FC Carl Zeiss Jena unter Druck: Lukas Kwasniok. ©Imago/Eibner

„So wird man als Trainer ruckzuck zum Krisenmanager.“ Der Einschätzung von FCC-Trainer Lukas Kwasniok auf der Vereinshomepage ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer, dass die schwierige Situation, in die sich der FCC selbst verfrachtete, nicht von heute auf morgen kam.

In fünf der vergangenen sechs Partien schoss Jena kein Tor, die vergangene Begegnung gegen Fortuna Köln war symptomatisch für die derzeitige Verunsicherung der Kwasniok-Truppe. Zumal gegen den Gegner, der im Schnitt 1,69 Gegentore pro Auswärtspartie kassiert und ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf ist, durchaus eine offensivere Herangehensweise erwartet worden war.

Balance verloren

Es scheint, als hänge das Wohl der Jenaer Angriffsbemühungen von Julian Günther-Schmidt ab, der in neun Saisonspielen fünf Treffer erzielte und zwei auflegte, von dem aber momentan unklar ist, wann er wieder auf dem Platz steht. Das gleiche gilt für Maximilian Wolfram, der ebenfalls derzeit verletzungsbedingt ausfällt.

Letztgenannter und Günther-Schmidt sind die einzigen Jenaer, die unter Kwasniok bisher ein Tor erzielten. Konnte sich der FCC anfangs unter Kwasniok noch auf seine Defensive verlassen, bröckelt auch dieses Fundament bedenklich – in den letzten drei Partien musste Keeper Koczor viermal hinter sich greifen. 

Mit der Unterstützung der eigenen Fans im Rücken schafft es Jena bereits die ganze Saison über nicht, den Gegner durch frühe Treffer unter Zugzwang zu setzen. Erst eine Halbzeitführung gab es im Paradies – ligaweit der niedrigste Wert.

Fingerspitzengefühl nötig

Kwasnioks Aufgabe sei es nun „die Mannschaft wieder aufzurichten. Nach vorne zu schauen und kommende Woche gegen Braunschweig zu versuchen, wieder einen Dreier einzufahren“, wie er selbst sagt. Ob ihm das gelingt, ist fraglich. Vergleichen lässt sich seine Situation sicherlich nicht mit seiner bisherigen Trainerstationen zum Beispiel im Jugendbereich des KSC.

Es herrscht eine ganz andere Drucksituation, die der 37-Jährige mit psychologischem Geschick meistern muss. Kwasniok jedenfalls appelliert an die Ehre der Spieler: „An all diejenigen, die uns abschreiben: Wir kämpfen weiter!“

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