Chapeau, Lukas Daschner

Die besondere Leistung des 13. Spieltags

Lukas Daschner vom MSV Duisburg

Hat mit sechs Toren und vier Vorlagen in zwölf Spielen großen Anteil am MSV-Erfolg: Lukas Daschner. ©Imago images/Eibner

Der Junge trifft mit rechts, er trifft mit links und nun auch mal wieder per Kopf. Dieser Bursche dribbelt, passt, flankt, schießt und trifft. Dieser so talentierte Draufgänger mit der Nr. 13 auf dem MSV-Trikot startet, sprintet, läuft und läuft. Daschner hier, Daschner dort – immer wieder dribbelt, passt, flankt und trifft er.

Besonders effektiv erlebbar jüngst beim 2:0 in Würzburg: Dieser Sieg des MSV gehört mit fußballerisch-spezifischer Brille betrachtet weiß Gott nicht der besseren Sorte an, doch dank Daschner hat er einen Platz in der Rubrik: Der Zweck heiligt die Mittel. Was wir dennoch würdigen wollen.

Denn was offensive Qualität betrifft, hat der MSV Duisburg nicht allein mehr Moritz Stoppelkamp. Sondern direkt daneben agierend auch schon dessen Kronprinz Lukas Daschner. Der omnipräsente und multiaktive Blondschopf wurde in Duisburg geboren, kam über den traditionsträchtigen Stadtteilklub Hamborn 07 als 14jähriger Junior zu den Zebras und wurde dort mit seinen großartigen Potenzialen auffällig.

Wären nicht abgestiegen. (Dietz über Verzicht auf Daschner in der 2. Bundesliga)

Doch zu Zweitligazeiten wurde sein Talent an höchster Stelle nur sporadisch genutzt. „Ein großer Fehler. Da wurde viel Substanz verschenkt“, sagt Bernard Dietz, das personifizierte Prunkstück des traditionsbewussten MSV Duisburg gegenüber Liga-Drei.de: „Hätte der MSV auf Daschners Entwicklung vertraut, ihn in der 2. Bundesliga stetig eingesetzt, gefördert und somit stabilisiert, wäre der MSV nicht abgestiegen.“

Stattdessen geriet der Fußball-Lichtblick Daschner an der Wedau in das Dunkel eines fatalen Duisburger Dilemmas. „Für die Abschaffung unseres U23-Teams werde ich niemals Verständnis aufbringen“, hadert Dietz weiter und verweist auf Daschners Bredouille: „Lukas hat erst wochenlang, dann gar monatelang nur trainiert. Immer nur trainiert. Dabei entstehen Frust und Zweifel.“

Aus Angst davor, Daschners Talent könne mangels Spielgelegenheiten dem MSV verloren gehen, hat der langjährige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dem so hoch veranlagten Spieler und dessen Eltern Mut zugesprochen und die sportlich Verantwortlichen wiederholt laut gefragt: „Warum lasst Ihr den Daschner nicht spielen?“

Feste Größe des Zebra-Rudels

In dieser Spielzeit muss Dietz diese Frage nicht mehr stellen, denn nun nimmt die Karriere des neuen Duisburger Hoffnungsträgers Fahrt auf. Vor zwei Monaten wurde er mit einem Vertrag bis 2021 belohnt, seit vier Wochen ist er 21 Jahre alt und jetzt – nach genau einem Drittel der aktuellen Spielzeit in der 3. Liga – steht fest: Lukas Daschner hat sich zu einer festen Größe des Zebra-Rudels entwickelt, erzielte in zwölf Ligaeinsätzen sieben Tore sowie beim Pokalsieg über die SpVgg Greuther Fürth den ersten von zwei Treffern.

Zur Belohnung darf der MSV in dieser Woche in Runde zwei gegen die TSG Hoffenheim ran. Wer in Duisburg so mit dem Herzen bei der Sache ist wie Bernard „Enatz“ Dietz, den lassen Nachlässigkeiten wie beim Umgang mit einer so besonderen Begabung wie Daschner nicht ruhen.

Auch wenn er seinen Posten im Vorstand seines MSV selbstbestimmt aufgegeben hat und wenngleich die Entwicklung für Daschner ja trotz allem nun doch noch die richtige Fahrbahn genommen hat, vermutet Dietz, dass der hausgemachte Verzicht auf Daschner in der 2. Bundesliga ein großer Fehler gewesen sei: „Ich kenne den Jungen, kenne die Eltern, kenne das Umfeld. Alles bestens dort. Man hätte ihm viel früher vertrauen können. Meine Prognose lautet: Lukas Daschner steht vor einer großen Zukunft.“

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