Chemnitzer FC: Interview mit Laurin von Piechowski

"Die Heimspiele sind etwas ganz Besonderes"

Laurin von Piechowski am Ball für den Chemnitzer FC.

Guter Beginn: Laurin von Piechowski überzeugte meist beim CFC. ©Imago/Kruczinski

Laurin von Piechowski stammt aus der Jugend des SV Babelsberg und wurde dort in den vergangenen Jahren zum Leistungsträger in der Regionalliga. Im Sommer wagte der 23-Jährige dann den Sprung zum Chemnitzer FC, für den er in zwölf von 13 Partien auf dem Platz stand und sich somit von Anfang an unentbehrlich machte.

Im Interview mit Liga-Drei.de spricht der gebürtige Berliner über das anstehende Spiel gegen Erfurt, seine persönliche Bilanz und verrät, wer in der Kabine den Ton angibt.

Herr von Piechowski, heute steht das enorm wichtige Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt an. Wie intensiv war und ist die Vorbereitung auf diese Partie bisher?
Laurin von Piechowski: „Da gibt es keine spezielle Vorbereitung. Erfurt ist, wie jede andere Mannschaft in dieser Liga auch, ein ernstzunehmender Gegner, den es zu schlagen gilt. Wie auf jeden Gegner bereiten wir uns auch auf dieses Spiel intensiv vor, aber ob das jetzt Erfurt ist oder Paderborn spielt keine Rolle.“

Wie will Chemnitz die Erfurter schlagen?
Von Piechowski: „Auf den Matchplan gehen wir wahrscheinlich am Tag vor dem Spiel genauer ein, bis jetzt (Anm. d. Red.: Stand Mittwoch) haben wir aber noch nichts spezielles vorgegeben bekommen.“

Es geht viel schneller und härter zu (über die Umstellung auf die dritte Liga)

Sie selbst spielten zu Saisonbeginn als Innenverteidiger, dann im defensiven Mittelfeld, zuletzt jedoch wieder in der Abwehr. Wo sehen Sie sich eigentlich selbst stärker?
Von Piechowski: „Meine Stärke ist die Flexibilität. Am wohlsten fühle ich mich in der Innenverteidigung. Ich glaube aber, dass ich mich auf der Sechser-Position auch gut gemacht habe. Für meine Entwicklung ist es nicht verkehrt, im defensiven Mittelfeld aufzulaufen. Dadurch kann ich mich fußballerisch nochmal weiterentwickeln und das Spiel mehr an mich ziehen.“

Wie fällt Ihr eigenes, persönliches Fazit nach den ersten zwölf Partien in der dritten Liga aus?
Von Piechowski: „Im Vergleich zur Regionalliga ist es eine deutliche Umstellung. Es geht viel schneller und härter zu. Ich persönlich bin sehr dankbar, dass ich bis jetzt in jeder Partie spielen durfte. Für mich persönlich habe ich aber höhere Ansprüche, als das, was ich bis jetzt geleistet habe. Bislang läuft es also ok, ganz zufrieden bin ich aber noch nicht.“

Gab’s ein persönliches Highlight und vielleicht auch einen ersten herben Dämpfer?
Von Piechowski: „Das erste Highlight war gleich im ersten Heimspiel vor toller Kulisse gegen Zwickau zu spielen. Die Heimspiele sind generell etwas ganz Besonderes. Der erste Dämpfer war die gelb-rote Karte gegen Wehen. Auch am Wochenende gegen Großaspach, wo ich nicht gut gespielt habe. Daraus gilt es jetzt die richtigen Schlüsse zu ziehen, die Fehler abzuhaken und nach vorne zu sehen.“

Wir haben tolle Charaktere im Team (über seine neuen Kollegen)

Wie fühlen Sie sich generell in Ihrer neuen Heimat Chemnitz?
Von Piechowski: „Die Mannschaft macht es einem superleicht. Wir haben tolle Charaktere im Team, ich verstehe mich wirklich mit jedem. Die Stadt ist schöner, als ich vorher gehört hatte. Ich habe mich in Chemnitz sehr gut eingelebt und freue mich, hier sein zu dürfen.“

Haben Sie dann schon einen Lieblingsplatz in der Stadt?
Von Piechowski: „Das ist eigentlich meine Wohnung. Ich bin nicht der, der von morgens bis abends unterwegs ist. Eher lege ich gerne mal die Füße hoch und lese ein Buch oder gucke Fernsehen.“

Wer aus der Mannschaft hat Ihnen die Eingewöhnung besonders leichtgemacht?
Von Piechowski: „Der erste Kontakt, mit dem ich am meisten zu tun hatte, war Alexander Dartsch. Er wohnt auch gleich bei mir um die Ecke. Auch mit den ganzen Berlinern wie Maurice Trapp habe ich viel zu tun, genauso wie mit Florian Hansch oder Jan Koch. Da gibt es also eine Menge.“

Kann mir kein besseres Gespann vorstellen (über Coach Steffen und Co-Trainer Ristic)

Als Sie gegen Großaspach ausgewechselt wurden stand´s noch 0:0, am Ende 1:3. Hätten Sie gerne weitergespielt?
Von Piechowski: „Ja, definitiv. Ich glaube, dass ich der Mannschaft noch hätte weiterhelfen können. Ich weiß aber auch, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gut gespielt habe. Ich mache dem Trainer also keinen Vorwurf, dass er mich ausgewechselt hat.“

Generell scheint das Verhältnis zwischen Mannschaft und Steffen sehr gut zu sein. Was macht er im Umgang mit den Spielern richtig?
Von Piechowski: „Die Mischung zwischen unserem Co-Trainer Sreto Ristic und Horst Steffen ist einfach perfekt. Unser Trainer ist der sachliche Analyst, der sehr korrekt mit den Spielern umgeht und immer ein offenes Ohr hat. Sreto Ristic ist der, der die Gespräche intensiv sucht, viel beobachtet, auf die Spieler zugeht und viel redet. Die beiden zusammen sind einfach top, da kann ich mir kein besseres Gespann vorstellen.“

In Chemnitz gibt es viele erfahrene Spieler, die Verantwortung übernehmen können. Wer gibt in der Kabine eigentlich den Ton an?
Von Piechowski: „Mit am meisten auch unser Kapitän auf dem Platz, Marc Endres. Er ist generell sehr engagiert, um die Mannschaft zusammenzuhalten. Neben ihm sind es Dennis Grote, Julius Reinhardt oder auch Kevin Kunz und Daniel Frahn. Sie haben ein bisschen mehr Erfahrung in der dritten oder auch in der zweiten Liga. Das sind Spieler, die auch mal auf den Tisch hauen und sagen: ‚So geht es nicht‘.“

Vielen Dank für das Interview, Herr von Piechowski!

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