Eintracht Braunschweig: Lieberknecht geht

Zeitnahe Entscheidung angekündigt

Trosten Lieberknecht geknickt

Abschied steht fest: Torsten Lieberknecht verlässt den BTSV. ©Imago/Agentur 54 Grad

Update (16:30 Uhr):
Wie Eintracht Braunschweig am Montagnachmittag vermeldete, erhält Lieberknecht keinen neuen Vertrag. Nach zehn Jahren gehen der Klub und der Trainer also getrennte Wege.

Unser Artikel von 8 Uhr:
Bei Eintracht Braunschweig ist in den ersten Tagen nach dem Abstieg aus der zweiten Liga die Klärung der Zukunft von Trainer Torsten die vordringlichste Aufgabe.
Nach dem Absturz durch desaströse 2:6 bei Erstliga-Relegationsteilnehmer Holstein Kiel wollten zunächst weder der schwer in die Bedrängnis geratene Coach selbst noch Veratwortungsträger des Klubs Aussagen zur bedeutsamen Personalie abgeben.

Lieberknecht war nicht zu einem rationalen Statement über seine Perspektiven bei den Niedersachsen in der Lage. „Es ist schwer, darüber nachzudenken, wie es weitergeht“, sagte der 44-Jährige am traurigen Tag eins nach seinem zehnjährigen Dienstjubiläum bei den „Löwen“ in der Braunschweiger Zeitung sichtlich erschüttert.

Wir werden keinen Schuldigen suchen. (Eintracht-Präsident Sebastian Ebel)

Eintracht-Präsident und -Aufsichtsratschef Sebastian Ebel kündigte zeitnahe Gespräche mit allen Beteiligten an. Der Moment des Abstiegs sei noch der falsche Zeitpunkt zur Beantwortung von Fragen nach dem Trainer, meinte der Vereinsboss und stellte eine faire Aufarbeitung des Themas in Aussicht: „Wir werden keinen Schuldigen suchen. Es ist eine Mischung aus vielen Faktoren.“

Lieberknecht eine Eintracht-Institution

Komplizierter als bei anderen Vereinen in vergleichbaren Situationen ist die Entscheidung über eine Trennung vom Trainer durch Lieberknechts Verwurzelung in Braunschweig. Inklusive seiner vier letzten Jahre als Profi ist der gebürtige Pfälzer seit 15 Jahren bei den Niedersachsen tätig.

Lieberknecht führte die Eintracht aus der Regionalliga durch die dritte und zweite Liga vorübergehend bis in die Bundesliga. Nach dem Erstliga-Abstieg hielt Braunschweig dem Coach weiter die Treue, was sich zuletzt noch im Vorjahr immehin durch den Einzug in die Erstliga-Relegation auch auszahlte. Inzwischen jedoch hat Lieberknecht erheblich an Kredit verloren – und durch den neuerlichen Abstieg mutmaßlich auch kaum noch eine Chance auf Weiterbeschäftigung.

Doch die Trainer-Frage ist nicht Ebels einzige Sorge. Der Absturz in die Drittliga-Niederungen bedeutet für den Ex-Meister finanziell einen erheblichen Einschnitt. Die Auswirkungen seien immens, sagte Ebel: „Es ist bitter, dass wir wieder in die Mangelverwaltung kommen.“

Zweifellos muss die Eintracht vor dem Aufbau einer neuen Mannschaft ihren Zweitliga-Spitzenetat von über 16 Millionen massiv zusammenstreichen. Nach Angaben des Fachmagazins Kicker (Heft 40 vom 14.05.2018) bedeutet der Abstieg für den Verein – besonders durch die deutlich niedrigeren TV-Gelder einen Verlust von 20 Millionen Euro.

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