Eintracht Braunschweig: Stadionvorstellung

Das Eintracht-Stadion im Detail

Das Eintracht-Stadion, Heimstätte der Braunschweiger Eintracht.©Imago/Hoch Zwei

Die Höhle der Löwen von Eintracht Braunschweig ist noch ein Stadion alter Schule. Um das Grün herum verläuft eine Kunststoffbahn für Leichtathleten. Wer will, der kann hier auch Football schauen, die New Yorker Lions tragen hier ebenso ihre Heimspiele aus wie eben auch die Fußballer der Eintracht. Auch Herbert Grönemeyer hat im Eintracht-Stadion schon live gesungen. Was hat die Arena alles zu bieten? Liga-Drei.de hat genau hingeschaut.

Name: Eintracht-Stadion (Anfahrt)
Fassungsvermögen: 23.325 Plätze
Sitzplätze: 12.650 (komplett überdacht)
Stehplätze: 10.675 (komplett überdacht)
Rollstuhlplätze: Haupttribüne (insgesamt 60 Plätze)
Gästeblock: Blöcke 18 und 19 in der Nordkurve (Was darf ich mitnehmen?)

Historie

An der Hamburger Straße zu Braunschweig steht das Eintracht-Stadion nun schon seit dem Jahr 1923. Als damals der Kaufvertrag über das Gelände abgewickelt war, da lag reichlich Nutzfläche vor den Planern. Wo heute Fußball gespielt wird, dort wurde zu Beginn der Zeitrechnung des Eintracht-Stadions noch lange Zeit landwirtschaftlich gearbeitet und Spargel angebaut.

Als der erste Bau stand, da kam Top-Klub 1. FC Nürnberg zum Kick vorbei und zerlegte die Eintracht am 17. Juni nach allen Regeln der Kunst mit 10:1 – mit vielen Nationalspielern und vor beachtlichen 15.000 Zuschauern. Fertig aber war die Heimstätte da noch nicht, dies passierte erst im Oktober. Ein weiterer Höhepunkt: Das DFB-Pokalspiel gegen Schalke (0:1), das am 31. Oktober 1937 24.000 Fans anlockte – erstmals war die Hütte voll.

Den Krieg überstand das Stadion schadlos, allerdings schnappte sich die britische Armee die Spielstätte und nutzte es für ihre Zwecke. 1950 dann erfolgte eine gründliche Renovierung des Stadions, fortan passten 30.000 Zuschauer ins neue Wohnzimmer. Zur Eröffnung schaute im August der 1. FC Kaiserslautern vorbei. Die Löwen siegten mit 3:1 – vor rund 50.000 Fans, weit mehr also, als das Stadion Plätze bot.

In den 1950er Jahren bekam der Klub eine Flutlichtanlage, die im Braunschweiger Stadion installiert wurde – damals die erste überhaupt im Norden der Republik. Damit brachte sich die Eintracht in Position, die Anlage jedenfalls war ein Mitgrund, die Eintracht im Gründungsjahr der Bundesliga als Mitglied aufzunehmen.

In den ersten beiden Jahren in der deutschen Eliteliga wurden Haupttribüne und Gegengerade neu gebaut, neben der neuen, moderneren Optik kam dann auch noch der Erfolg hinzu. Unter Trainer Helmuth Johannsen gelang mit einer eher unbekannten Mannschaft der große Coup – der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Johannsen selbst hatte ursprünglich Platz zehn als Saisonziel ausgegeben.

Spielmannszug im Stadion von Eintracht Braunschweig.

Noch ohne Dach, dafür mit Spielmannszug: Das Eintracht Stadion 1971. ©Imago/Rust

Auch der FC Bayern hatte im Jahr des Titelgewinns nichts zu melden – trotz Stars wie Franz Beckanbauer und Gerd Müller. Am 28. Spieltag schossen die Löwen die Star-Truppe aus München mit 5:2 aus dem Stadion.

Auf diesen Höhepunkt aber folgte der finanzielle Niedergang: Arbeiten am Stadion, die der Modernisierung galten, waren am Ende weitaus höher als zunächst kalkuliert. Die Insolvenz stand schließlich fest, die Lizenz der Fußballer aber sicherte im Jahre 1981 die Stadt durch einen Notkauf von Stadion und Sportanlage. Auch die Schulden übernahm sie, die Heimstätte nannte sich fortan „Städtisches Stadion an der Hamburger Straße“.

Dringend nötige Arbeiten, um das Stadion zu renovieren, wurden in die 1990er Jahre verlegt, die Stadt half einmal mehr kräftig mit. Seit dem Jahr 2006 ist die kommunale Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH Betreiber der Eintracht-Heimstätte.

2008 erhielt sie ihren Namen „Eintracht-Stadion“ zurück. Und 2013, als den Braunschweigern der Sprung in die erste Liga gelang, wurden letzte Modernisierungsarbeiten, etwa an der Haupttribüne, abgeschlossen. Eine Rasenheizung gab es mittlerweile auch.

Derzeit weht der Wind in Braunschweig wieder etwas rauer. Nach dem Abstieg in die Drittklassigkeit dürfen sich die dortigen Auswärtsfans allerdings auf eines mit Sicherheit freuen: Eines der geschichtsträchtigsten Stadien Deutschlands.

Die weiteren Stadien (Kaiserslautern folgt)
1860 München (Grünwalder Stadion)
Aalen (Ostalb-Arena)
Cottbus (Stadion der Freundschaft)
Großaspach (mechatronik Arena)
Halle (erdgas Sportpark)
Jena (Ernst-Abbe-Sportfeld)
Lotte (FRIMO-Stadion)
Karlsruhe (Wildpark)
Köln (Südstadion)
Meppen (Hänsch-Arena)
Münster (Preußenstadion)
Osnabrück (Stadion an der Bremer Brücke)
Rostock (Ostsee-Stadion)
Unterhaching (Alpenbauer Sportpark)
Wehen Wiesbaden (BRITA-Arena)
Würzburg (Flyeralarm Arena)
Zwickau (Stadion Zwickau)

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