FSV Zwickau: Interview mit Ronny König

"Wir müssen mit allem dagegenhalten."

Ronny König beim FSV Zwickau

Sechsmal durfte Ronny König in dieser Saison über einen eigenen Treffer jubeln. ©Imago images/Picture Point

Insgesamt schoss Ronny König exakt 50 Tore für den FSV Zwickau. Der 36-Jährige ist jedoch nicht nur ob seiner Treffer wichtig für die Elf von Trainer Joe Enochs, sondern lebt die spezielle Mentalität der Schwäne vor und geht voran. Im Interview mit Liga-Drei.de spricht er über das kommende Spiel gegen Duisburg, Coach Enochs und seine Zukunftsplanungen.

Herr König, welche Erkenntnisse konnten Sie aus der 1:2-Niederlage gegen Jena mitnehmen?
Ronny König: „Dass wir bis zum Schluss hellwach sein müssen, um auch mal ein 1:0 über die Zeit bringen zu können und dreckig zu gewinnen.“

Gegen Jena lag die Mannschaft wie zuletzt gegen Meppen und Chemnitz vorne, am Ende reichte es aber nur zu zwei Punkten. Warum tut sich Zwickau aktuell schwer, mit einer Führung umzugehen?
König: „Das waren drei verschiedene Spiele. Gegen Meppen und Chemnitz waren wir in Unterzahl, das kann man nicht mit Jena vergleichen. Ich weiß aber nicht, woran das liegt. Wenn ich es wüsste, würden wir es abstellen. Aber wir müssen schleunigst daran arbeiten, dass wir eine 1:0-Führung nicht mehr aus der Hand geben.“

Er ist akribisch, ehrlich und kann nicht verlieren. (über Joe Enochs)

Gegen Magdeburg und 1860 hingegen lag der FSV hinten und holte noch vier Punkte. Woher kommt diese starke Reaktion auf einen Rückstand?
König: „Das spricht klar für die Moral in der Mannschaft, dass die stimmt, dass wir uns nicht hängen lassen, auch wenn wir zurückliegen. Es gab schon Zeiten, vor zwei Jahren oder so, da lagen wir hinten und sind dann mit 0:4 oder 0:5 nach Hause gefahren. Jetzt sind wir in der Lage, immer zurückzukommen, das spricht auch für die Qualität in der Mannschaft.“

Welchen Anteil hat Ihr Trainer Joe Enochs daran?
König: „Der Trainer führt das Team und bereitet uns unter der Woche sehr akkurat auf den Gegner vor. Er stellt uns immer super ein, darum hat er großen Anteil: Er ist der Chef der Mannschaft.“

Sie haben in Ihrer Karriere bereits unter einigen Trainer gespielt und Vergleichswerte: Was zeichnet Joe Enochs aus?
König: „Er ist akribisch, ehrlich und kann nicht verlieren. Er ist sogar ein ganz schlechter Verlierer. Diesen Ehrgeiz bringt er mit und will das auch rüberbringen, damit wir jedes Spiel an unsere Grenze gehen und immer versuchen, zu gewinnen.“

Wir müssen nur auf uns schauen. (über den Abstiegskampf)

Zwickau geht mit drei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz in den Spieltag. Lastet auf der Mannschaft nun ein anderer Druck?
König: „Druck ist immer da in dieser Liga. Wenn man Halle sieht, die haben fünf Punkte Vorsprung und rufen auch den Abstiegskampf aus. Solange man nicht 45 oder 46 Punkte hat, hat man eben diesen Druck.

Trotzdem sind wir in der glücklichen Lage, es selbst in der Hand zu haben. Wir müssen nur auf uns schauen, stehen über dem Strich. Es wäre schlimm, wenn es andersherum wäre. Auf den Abstiegsplätzen muss man auf andere schauen, so müssen nur wir unsere Hausaufgaben erledigen. Da können die anderen machen, was sie wollen.“

Wie wirken Sie als erfahrener Spieler in solch einer Phase auf die Mannschaft ein?
König: „Ich habe schon viel Abstiegskampf mitgemacht, größtenteils ist es immer gutgegangen. Wir müssen einfach die Ruhe bewahren, nicht nervös werden, sondern auf die eigenen Stärken vertrauen. Das versuche ich auch weiterzugeben.“

Seit dem Mittelfußbruch von Elias Huth stürmt Gerrit Wegkamp an ihrer Seite. Wirkt sich das auf Ihr Spiel aus?
König: „Nein, wir spielen mit zwei Spitzen und daran hat sich nichts geändert. Elias ist ein richtig guter Stürmer, Gerrit ist ein richtig guter Stürmer. Es ist egal, mit wem ich spiele, an unserer Spielweise ändert sich ja nichts.“

Wir wollen gewinnen. (über das Spiel gegen den MSV)

Am Sonntag kommt der MSV Duisburg nach Zwickau. Was für ein Spiel erwarten Sie?
König: „Wir freuen uns erstmal, dass der Spitzenreiter zu uns kommt. Wir sind klarer Außenseiter und auf dem Papier sind die Rollen verteilt. Trotzdem ist es ein Heimspiel und wir müssen Punkte sammeln. Da ist es egal, wer zu uns komm kommt. Ob es der Tabellenerste, der 16. oder 17. ist – wir wollen gewinnen. Es wird eine schwere Aufgabe, Duisburg hat viel Selbstvertrauen und eine richtig gute Mannschaft. Da müssen wir mit allem dagegenhalten.“

Wie wollen Sie den Tabellenführer ärgern?
König: „Das kann ich jetzt noch nicht sagen, wir haben erst mit der Spielvorbereitung begonnen. Es wird aber noch ein Plan ausgeheckt.“

Ihre Gegenspieler werden mit Lukas Boeder und Vincent Gembalies zwei junge Innenverteidiger sein. Welche Rolle spielt Ihre Erfahrung gegen den MSV?
König: „Ich würde das nicht auf meine Rolle beziehen. Wir haben noch andere erfahrene Spieler und müssen das als Gesamtpaket stemmen, also nicht nur auf die Rolle eines älteren Spielers achten.“

Blicken wir in die Zukunft: Im Sommer werden Sie 37 Jahre alt, Ihr Vertrag in Zwickau läuft aus. Wie geht’s für Sie weiter?
König: „Damit möchte ich mich jetzt ehrlich gesagt nicht beschäftigen, weil wir uns in einer schwierigen Lage befinden. Jetzt zählt erstmal nur, Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Dann wird spontan entschieden.“

Herr König, vielen Dank für das Gespräch.

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