KFC Uerdingen droht das Aus

Ponomarev tritt zurück

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Donnerstag, 14.01.2021 | 08:35
KFC-Präsident & Investor Mikhail Ponomarev.

Mikhail Ponomarev hatte keine guten Nachrichten für die Fans des KFC Uerdingen. ©imago images/Revierfoto

Update 14.01., 9:00 Uhr:
Wie Mikhail Ponomarev der „Rheinischen Post“ gegenüber erklärte, werde er als erster Vorsitzender und Nikolas Weinhart als zweiter Vorsitzender spätestens zum 20. Januar von ihren Ämtern zurücktreten. Man wolle den Verwaltungsrat aber noch bestmöglich unterstützen.

Der ursprüngliche Artikel vom 13.01., 8:35 Uhr:
Dass Mikhail Ponomarev dem KFC Uerdingen den Rücken kehren wird, war bereits länger bekannt. Die Suche nach einem Investor, der übernimmt, lief nun bereits einige Zeit. Erfolglos, wie Pomomarev selbst auf einer Infoveranstaltung am Dienstag Abend verkündete.

„Der KFC ist kein attraktives Investment. Was haben wir schon? Eine Drittliga-Lizenz. Das ist alles“, erklärte er (zitiert via Kicker) und zeichnete ein düsteres Bild für die unmittelbare Zukunft der Krefelder: „Meiner Meinung nach muss es zurück in die Regionalliga gehen.“

Investitionen in Beine statt in Steine

Seit seinem Einstieg im Frühjahr 2015 stieg der KFC zwar von der Ober- in die Regional- und 2018 in die 3. Liga auf, währenddessen wurde aber vorrangig in Beine statt in Steine investiert. Die Grotenburg ist als Heimspielstätte weiterhin keine Option, die Trainingsmöglichkeiten des KFC genügen Drittliga-Ansprüchen ebenfalls nicht.

Hinzu kommen zahlreiche Gerichtstermine mit ehemaligen Spielern bzw. Trainern, in denen es um noch ausstehende Gehälter geht – Ex-Spieler Selim Gündüz kritisierte die Missstände bereits Ende November. Das Gesamtpaket KFC konnte somit keinen Nachfolger von Ponomarev anlocken.

über die Zukunft des KFC Uerdingen
„ Wir brauchen die Unterstützung eines Investors ”
Geschäftsführer Nikolas Weinhart

„Wir tun alles dafür, dass der Verein in der höchstmöglichen Spielklasse erhalten bleibt“, hat Geschäftsführer Nikolas Weinhart die Hoffnung auf eine Rettung noch nicht aufgegeben. Doch auch dem 38-Jährigen ist bewusst: „Wir brauchen die Unterstützung eines Investors.“ Das Unterfangen, einen solchen zu finden, dürfte nach den deutlichen Worten Ponomarevs wohl noch ein ganzes Stück schwieriger werden.

Für Trainer Stefan Krämer und seine Spieler gilt es nun, trotz der weiterhin ungewissen Zukunft die Konzentration hoch zu halten. Am kommenden Sonntag empfängt der KFC Waldhof Mannheim, als Tabellenzehnter ist zumindest die sportliche Qualifikation für die 3. Liga derzeit gesichert. Ob allerdings auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt werden können oder Uerdingen die Spielklasse nach drei Jahren notgedrungen wieder verlassen muss, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.