KFC Uerdingen: Kompakter mit Göbel?

Neuzugang als Rechtsverteidiger eine Option

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Mittwoch, 07.10.2020 | 09:51
Patrick Göbel im HFC-Dress.

Zuletzt Halle, jetzt Uerdingen: Patrick Göbel verstärkt die rechte Außenbahn der Krefelder. ©imago images/VIADATA

Auch in der 3. Liga gilt seit Montag Abend, dass die Klubs nur noch vertragslose Spieler verpflichten dürfen. Der KFC Uerdingen machte von dieser Möglichkeit am Tag nach Ende der Transferphase Gebrauch und lotste Patrick Göbel in die Seidenstadt.

„Er ist ein Kämpfer und hat eine Top-Mentalität“, lobte ihn Geschäftsführer Nikolas Weinhart im Zuge der Vorstellung. Auf diese Mentalität könnte Trainer Stefan Krämer bereits am kommenden Samstag zurückgreifen, wenn die FC Bayern U23 in Düsseldorf auf den KFC wartet.

Überzeugend als offensiver Außenverteidiger

Denn die Nachverpflichtung von Göbel dürfte in erster Linie als Reaktion auf den längerfristigen Ausfall von Omar Haktab Traoré gewertet werden. Der nominell einzig gelernte Rechtsverteidiger im Kader zog sich vor der Partie gegen Rostock einen Syndesmosebandriss zu und wurde durch Leon Schneider ersetzt, dessen Hauptposition eigentlich die Innenverteidigung darstellt.

Der auf dem rechten Flügel variabel einsetzbare Göbel kann bereits zahlreiche Erfahrung auf der defensiven Außenbahn vorweisen, 71 Spiele absolvierte er bisher auf dieser Position. Dabei war auch seine offensive Ausrichtung bemerkenswert, die sich mit fünf Treffern und 14 Vorlagen auch in den nackten Zahlen ausdrückt.

Diese Mischung aus defensivem Pflichtbewusstsein und offensivem Punch dürfte beim KFC in den kommenden Wochen gefragter sein denn je. Bei den Auftaktniederlagen gegen Ingolstadt und Meppen hatte Uerdingen zwar mehr Spielanteile, Torgefahr wurde aber schmerzlich vermisst.

Wichtig für Umschaltmomente

Die richtige Balance zwischen Abwehr und Angriff wurde mit Blick auf die Ergebnisse – beide Partien endeten 0:2 – ebenfalls nicht erreicht. Gegen Rostock war daher schon eine Abkehr vom Ballbesitz erkennbar, Uerdingen setzte mehr auf Umschaltmomente.

Diese erfordern bekanntlich auch Außenverteidiger, die den Weg nach vorne mitgehen und sich aktiv in Kontermöglichkeiten einbringen. Eine weitere Fähigkeit, die der mit 169 Drittliga-Partien äußerst erfahrene Göbel mitbringt und vielleicht sogar schon am Samstag zeigen darf.