KFC Uerdingen: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Dienstag, 01.09.2020 | 07:30
Jan Kirchhoff beim KFC Uerdingen

Jan Kirchhoff fehlte in der Vorbereitung lange verletzt, arbeitet an seinem Comeback. ©Imago images/Revierfoto

Eine Achterbahn-Saison liegt hinter dem KFC Uerdingen. Standen die Krefelder in der Hinrunde zeitweise noch auf einem Abstiegsplatz, rollten sie das Feld von hinten auf, stießen bis auf Rang fünf vor, nur um wieder abreißen zu lassen und den größten Teil des letzten Saisondrittels im Tabellenmittelfeld zu verbringen. Wird die anstehende Spielzeit genauso turbulent?

Kader & Transfers

Teils große Namen wurden vom KFC Uerdingen in den vergangenen Jahren verpflichtet, von dieser Vorgehensweise nahm der Verein nun Abstand. Vielmehr legte der Verein merklich Wert darauf, auch junge und entwicklungsfähige Spieler an sich zu binden, wie Omar Haktab Traoré, Fridolin Wagner oder Hans Anapak.

Auch die Erfahrung war ein Thema bei der Verpflichtung von Spielern. Mit Tim Albutat kommt ein gestandener Spieler für das defensive Mittelfeld, Peter van Ooijen und Keeper Hidde Jurjus bringen Erstliga-Erfahrung aus den Niederlanden mit. Diese hat auch Stefan Velkov, wenn auch nur drei Spiele. Der Abwehrmann ist aktueller bulgarischer Nationalspieler und soll in der Defensive vorangehen.

Ruhig war es beim Thema Transfers in der Offensive. Heinz Mörschel, Mike Feigenspan und Kolja Pusch sollen diese beleben, alle drei kennen die 3. Liga bereits und haben ihre Qualitäten nachgewiesen. Sie treffen auf arrivierte Kräfte wie Osayamen Osawe und Adriano Grimaldi, die beweisen müssen, dass sie auch beim KFC Uerdingen konstant ihre Leistung abrufen können.

Generell ist der KFC-Kader was die Defensiv- sowie Mittelfeldzentrale angeht, sehr gut aufgestellt, auf den defensiven Außenbahnen sowie an vorderster Front im Angriff fehlt es noch an Alternativen, zumal mit Tom Boere der beste Torschütze der vergangenen Saison den Verein verließ.

Die aktuelle Form

Ab Montag den 31. August weilt die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer in den Niederlanden im Trainingslager, dabei steht ein Testspiel gegen Venlo auf dem Programm. Die letzte Gelegenheit zu testen liegt bereits länger zurück, mit 3:4 unterlag der KFC in 120 Minuten dem Zweitligisten Hannover 96.

Dabei zeichneten sich Adriano Grimaldi, Rijad Kobiliar sowie Kolja Pusch für die Treffer verantwortlich. Zuvor sorgten die Krefelder mit einem 3:1-Sieg gegen Schalke 04 für Aufsehen. Auch dabei trug sich unter anderem Pusch in die Torschützenliste ein. Generell zog sich der KFC gegen die höherklassigen Gegner in der Vorbereitung achtbar aus der Affäre.

Stärken & Schwächen

Geduld zählt wahrlich nicht zu den Stärken des KFC. Auch in der vergangenen Saison wurden mehrere personelle Wechsel vorgenommen, während sich auch Stefan Effenberg wieder verabschiedete. Mit Stefan Krämer soll der Erfolg zurückkehren, ob sich dieser einstellt, hängt allerdings auch davon ab, wie viel Zeit und Rückendeckung ihm gewährt wird. Die Anfang August vollzogene Vertragsverlängerung mit Stefan Reisinger ist ein gutes Anzeichen in dieser Hinsicht.

Ginge es nur nach der individuellen Qualität, dann müsste der KFC Uerdingen auch in dieser Saison in der Spitzengruppe anzutreffen sein. Erneut wird es allerdings eine Herausforderung, die vielen Einzelkönner zu einem funktionierenden Kollektiv zu formen. Steigern müssen sich die Krefelder in jedem Fall offensiv: 40 erzielte Tore waren in der vergangenen Saison der zweitniedrigste Wert. Auch die bereits zwei Spielzeiten andauernde Heimschwäche gilt es zu überwinden.

Stefan Krämer beim KFC Uerdingen

Führt Stefan Krämer den KFC Uerdingen in obere Tabellenregionen? ©Imago images/MaBoSport

Der Trainer

Stefan Krämer führte den KFC Uerdingen in die 3. Liga, gewann dort zwölf von 21 Spielen und wurde dennoch auf Tabellenplatz vier stehend entlassen. In der vergangenen Saison kehrte er nach einer Zwischenstation beim 1. FC Magdeburg zurück, direkt wieder in die Erfolgsspur gelangte er mit dem KFC allerdings nicht: In seinen elf Spielen nach der Rückkehr gelang Krämer nur ein Sieg mit dem KFC.

Nichtsdestotrotz: Der Coach gilt als Spielerversteher, mit Empathie und Geschick ist es ihm zuzutrauen, das labile Mannschaftsgebilde zu festigen. Eine wichtige Rolle nimmt auch Co-Trainer Stefan Reisinger ein, der die Gewinner-Mentalität vorlebt.

Die mögliche Startelf

Aufstellung KFC Uerdingen 2020/21

Aufstellung KFC Uerdingen 2020/21

Fazit & Prognose

Bleibt es im direkten Umfeld diesmal ruhig, ist der KFC Uerdingen aufgrund der individuellen Qualität im Kader in der Lage, mindestens um den Aufstiegs-Relegationsrang mitzuspielen. Die Ergebnisse in der Vorbereitung geben Anlass zu Optimismus, der Kader ist vor allem was das Zentrum betrifft sehr gut aufgestellt. Einziger Knackpunkt könnte über die eng getaktete Saison der momentan noch eher spärlich besetzte Angriff sein.

Was macht die Konkurrenz? Hier geht es zu den bisher erschienen Teamchecks.