KFC Uerdingen: Welcher Trainer-Typ kommt?

Großer Name oder passende Qualifikation?

 Geschäftsführer Nikolas Weinhart und Präsident Mikhail Ponomarev auf der Tribüne

Halten nach dem Heilsbringer Ausschau: Geschäftsführer Nikolas Weinhart (l.) und Präsident Mikhail Ponomarev. ©Imago images/Noah Wedel

Der KFC Uerdingen hat auch zu Beginn der zweiten Drittligasaison noch immer nicht die erhoffte Spitzenrolle in der Spielklasse einnehmen können, ist von einem möglichen Schritt in die 2. Bundesliga meilenweit entfernt. Als nächste Reaktion auf die anhaltenden Enttäuschungen wurde nun zum wiederholten Male der Trainer freigestellt.

Glaubt man der Mitteilung der Krefelder, wird man sich nun ohne Druck um einen Nachfolger kümmern, denn mit dem Duo Stefan Reisinger / Frank Heinemann hat man in Person des letzteren einen Fußballlehrer. Doch welchen Trainer-Typ holt sich der KFC diesmal ins Haus?

Kein Erfolg mit großen Namen

In Stefan Krämer ging man ursprünglich mit einem Mann in die 3. Liga, der zwar schon einen gewissen Namen als Trainer hatte, in erster Linie jedoch als absoluter Fachmann und Kenner der Spielklasse galt. Er war der einzige Übungsleiter, unter dem die Uerdinger sich in der Spitzengruppe halten konnten. Zwar zeigte die Mannschaft keinen Traumfußball, doch immerhin wusste Krämer, wie man die vorhandene individuelle Qualität nutzt, um Siege einzufahren.

Nach ihm wurden viele prominente Kandidaten gehandelt, Markus Gisdol und Stefan Effenberg wurden angesprochen, daneben allerdings auch der weniger glamouröse, aber zweifelsohne fachlich qualifizierte Marco Antwerpen. Letzterer wollte aber Preußen Münster nicht in der laufenden Saison verlassen.

Es kam schließlich mit Norbert Meier eine Art Kompromisslösung. Ihm folgte dann nach einer Übergangszeit mit Frank Heinemann der Champions-League-erprobte Heiko Vogel.

Das Namens-Prinzip bei der Trainersuche kann inzwischen getrost als gescheitert bezeichnet werden. Will der KFC endlich Erfolg haben, muss ein Übungsleiter her, der die 3. Liga kennt, der Mannschaft ein klares Konzept verordnen kann und als Persönlichkeit stark genug ist, mit den Stars in der Mannschaft und dem unruhigen Umfeld umzugehen.

Doch noch Antwerpen?

Dabei kommt als erstes wieder Marco Antwerpen in den Sinn, der inzwischen frei verfügbar ist. Der 47-Jährige spielte mit Preußen Münster eine angesichts der bescheidenen Möglichkeiten solide Saison, schien in der Hinrunde sogar um den Aufstieg mitspielen zu können. Nach vier Niederlagen im Dezember und Leistungsdellen bei wichtigen Spielern reichte es dann „nur“ zu einem achten Platz.

Was ebenfalls für Antwerpen spricht ist, dass er ein Umfeld wie in Uerdingen bereits bei Viktoria Köln erlebt hat und damit umgehen kann. Auch dort gingen und gehen großes finanzielles Potenzial und ein hoher sportlicher Anspruch einher. Nur die Relegation gegen Carl Zeiss Jena verhinderte den Aufstieg in die 3. Liga 2017.

Ein ähnliches Profil weist Tomas Oral auf. Der 46-Jährige war jüngst – wie auch Antwerpen – beim FCK im Gespräch, hätte auch dort eine hohe Erwartungshaltung zu erfüllen gehabt, wie er sie schon aus Ingolstadt kannte.

Dank guter Resultate und ansehnlichem Fußball mit dem FCI in der vergangenen Rückrunde kann er für seine missglückt KSC-Station als rehabilitiert gelten. Einen Aufstieg in die 2. Bundesliga hat er außerdem ebenfalls schon vorzuweisen, führte den FSV Frankfurt 2008 aus der Regionalliga ins Unterhaus.

Ein Kandidat mit entsprechenden Erfahrungen in dieser so speziellen 3. Liga wäre auch David Bergner. Der 45 Jahre alte Fußball-Lehrer hat beim Chemnitzer FC unter – in vielerlei Hinsicht – schwierigen Arbeitsbedingungen stets Ruhe bewahrt und die Arbeit mit der Mannschaft geschützt, solange dies aus seiner Sicht machbar und glaubwürdig war. Sein freiwilliger Rückzug war ein Fanal der Solidarität zum Ausscheiden von Thomas Sobotzik. Das zeugt von Charakterstärke. Davon braucht das Uerdinger Star-Ensemble ganz offensichtlich eine ganze Menge.

Die Misch-Lösung

Eine Mannschaft gespickt mit Profis, die Zweit- und Erstliga-Erfahrung haben, aber im Keller der 3. Liga feststecken? Die sportliche Situation des KFC erinnert stark an Eintracht Braunschweig im vergangenen Jahr. Die Lösung bei den Niedersachsen damals: André Schubert. Dieser ist nach seiner Freistellung bei Holstein Kiel wieder auf Job-Suche, eine finanzielle Einigung mit dem Zweitligisten dürfte kein Hindernis sein.

Schubert hatte bei den „Löwen“ den Kader im Winter von Grund auf neu strukturiert und eine starke Rückrunde samt Klassenerhalt hingelegt, wusste offenbar genau, wo in der 3. Liga der Hebel anzusetzen ist. Da er mit Gladbach einst Champions League spielte, wäre sogar der Glamour-Faktor noch gegeben.  Mit Dennis Daube spielt im Übrigen ein – wenn auch zur Zeit verletzter – ehemaliger Schützling aus St.-Pauli-Tagen in Uerdingen.

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