Preußen Münster vs KFC Uerdingen: Duell der Gegensätze

Kleines Budget gegen große Namen

Manuel Konrad vom KFC Uerdingen gegen Lucas Cueto von Preußen Münster

Ungleiche Voraussetzungen? Preußens No-Names wie Lucas Cueto (r.) fordern die etablierten KFC-Profis um den 200-fachen Zweitliga-Spieler Manuel Konrad heraus. ©imago images/Kirchner-Media

Wenn sich die Kapitäne beider Mannschaften am Samstag kurz vor Spielbeginn im Preußenstadion zur Seitenwahl gegenüberstehen, sich dabei die Hände reichen und auf die Schultern klopfen, dann scheint es so, als seien die Voraussetzungen in beiden Lagern pari-pari, quasi genau gleich.

Denn Münsters neuer Teamleader Julian Schauerte hätte eigentlich perfekt und somit viel besser ins Beuteschema des kommenden Gegners, des KFC Uerdingen gepasst: Mit seinen fußballerischen Meriten aus rund 300 Einsätzen in Liga 2 und Liga 3, mit seiner Auslandserfahrung in der ersten belgischen Liga und mit der Reputation eines persönlichen Marktwerts in Höhe von einstmals 900.000 Euro.

Von der Not zur Tugend

Doch Schauerte ist ein Einzelstück im neuen Preußen Münster. Dort haben sie in dieser Spielzeit deutlicher denn je zuvor den Weg der Bescheidenheit, Bodenständigkeit und Jugendlichkeit aufgenommen. Mit jungen Leuten aus den Nachwuchsleistungszentren der Bundesliga.

Dort kommt auch ihr neuer Trainer her: Sven Hübscher war einer profiliertesten Ausbildungstrainer bei Werder Bremen und so auch in der 2. Bundesliga ein aussichtsreicher Kandidat. Doch er hatte sich frühzeitig für Preußen Münster entschieden.

Dort trifft er auf viel Fußballkompetenz und auf achtsame Personalpolitik. Malte Metzelder ist als Sportchef der Sparminister des Vereins. Mit 3,2 Millionen Euro muss er in dieser Spielzeit haushalten. Und wenn wir an dieser Stelle das Budget der Uerdinger in Höhe von 9,5 Millionen Euro gegenüberstellen, wird über alle Maßen deutlich welch ein Duell der Gegensätze dieses Westderby am Samstag in Münster verkörpert.

Großer Name gleich große Klasse?

In Uerdingen haben sie zwar nun auch einige Talente an Bord, sich dabei vor allem in der Schweiz umgesehen. Dies war lange die Wahlheimat des neuen Trainers Heiko Vogel. Dennoch glauben die Uerdinger an diese Gleichung: Großer Name gleich große Klasse.

Seit zwei Jahren landen Spieler der Kategorie Schauerte gleich im Dutzend in Uerdingen. Nicht alle im Team, nicht alle im Kader, doch allemal auf der Gehaltsliste: So der Kirchhoff, der Lukimya, der Grimaldi, Maroh, Konrad, Bittrof, Matuschyk, Daube, Rühle und allen voran Kevin Großkreutz, der gerade eine Rotsperre absitzt.

Sie kommen und gehen – und der Fußballfan muss aufpassen, dass er immer auf dem neuesten Stand ist. Fast scheint es so, als liege das Abstellgleis gleich hinter der Überholspur. Dies gilt für die Trainer und für Spieler gleichermaßen. So wurde Aigner eben noch gefeiert in Uerdingen, doch jetzt soll er plötzlich schon wieder weg aus Uerdingen. Noch erzielen die Ponomarev-Millionen nicht die erwünschte fußballerische Stabilität. Die 2. Bundesliga ist das große Ziel, doch der aktuelle Start verspricht aktuell noch nicht das große Fußballglück.

In Münster haben sie das – dem Sparkurs zum Trotz – fürs Erste besser hinbekommen. Vor allem Julian Schauerte erweist sich als Volltreffer. Als Leader, als Antreiber und als Torschütze. Drei wichtige Treffer sind ihm bereits gelungen und zwei weitere hat er vorbereitet. Ja, er hätte den Uerdingern offenbar wirklich gut zu Gesicht gestanden.

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