Waldhof Mannheim: Interview mit Jan-Christoph Bartels

„Wir zeigen einen guten High-Speed-Fußball“

Autor: Oliver Jensen Veröffentlicht: Freitag, 20.11.2020 | 08:53
Jan-Christoph Bartels von Waldhof Mannheim

Jan-Christoph Bartels verdrängte Timo Königsmann auf die Bank. ©Imago images/foto2press

Jan-Christoph Bartels hat sich in der Saisonvorbereitung unerwartet als Nummer 1 des SV Waldhof Mannheim durchgesetzt. Im Interview mit Liga-Drei.de spricht der 21-jährige Torwart über seinen Weg zum Stammplatz, über das Potenzial von Waldhof Mannheim, über Verletzungen und über seine Vergangenheit beim 1. FC Köln.

Herr Bartels, hat der SV Waldhof Mannheim am vergangenen Spieltag beim 4:1 gegen den FC Ingolstadt das beste Spiel der Saison gezeigt?
Jan-Christoph Bartels: „Das war sicherlich eine Top-Leistung von unserer Mannschaft. Ich finde aber, dass wir in dieser Saison bereits einige gute Auftritte hatten, uns aber vor dem Tor nicht belohnt haben. Am vergangenen Wochenende waren wir konsequenter und effizienter. Aber auch beim Sieg in der Woche zuvor gegen Magdeburg haben wir ein gutes Spiel gezeigt.“

Inwiefern hängen die beiden Siege gegen Ingolstadt und Magdeburg auch mit der Umstellung auf eine Dreierkette zusammen?
Bartels: „Die Taktik ist natürlich ein Faktor. Hinzu kommt, dass die Jungs sich immer besser einspielen. Wir hatten zu Beginn der Saison einige Verletzungen, gerade auch in der Defensive. Ob es nun Jesper Verlaat oder Marcel Seegert war: Man muss diesen Spielern auch erst einmal zwei oder drei Spiele geben, um nach einer Verletzung wieder zurückzukommen.

Um aber noch einmal auf die Dreierkette zurückzukommen: Diese hat natürlich sehr gut funktioniert. Das bedeutet aber nicht, dass es auch in der Zukunft bei dem System bleiben wird. Wir sind taktisch flexibel.“

Nun steht der SV Waldhof Mannheim auf dem 10. Tabellenplatz. Nur vier Punkte trennt Ihre Mannschaft von den Aufstiegs- und auch von den Abstiegsplätzen. Was ist in dieser Saison möglich?
Bartels: „Die Tabellensituation zeigt, wie ausgeglichen die Liga ist. Wir haben ja auch noch ein Nachholspiel gegen den SV Meppen. Grundsätzlich haben wir eine sehr gute Truppe. Die Mannschaft ist zwar sehr jung, aber auch sehr mutig und hat eine gute Offensivreihe.

Sofern wir als Team die PS auf die Straße bekommen, können wir alle Mannschaften schlagen. Wenn wir den Plan des Trainers umsetzen, also mutig und offensiv spielen, ist einiges möglich. Wir zeigen einen guten High-Speed-Fußball.“

Über den Konkurrenzkampf im Tor
„ Ich kam mit dem Willen nach Mannheim, mich direkt durchzusetzen ”
Jan-Christoph Bartels

Samstag steht das Auswärtsspiel beim FSV Zwickau bevor. Was für ein Spiel erwarten Sie?
Bartels: „Auf jeden Fall ein hartes und zweikampfbetontes Spiel. Zwickau hat in den letzten beiden Spielen zwar keine Punkte geholt, wird aber versuchen, uns nach den zwei Siegen ein Bein zu stellen. Zwickau hat sehr robuste Spieler, auch in der Offensive.“

Sie wurden ursprünglich als dritter Torwart verpflichtet, haben sich aber nach dem Muskelfaserriss von Markus Scholz gegen Timo Königsmann als Nummer 1 durchgesetzt. Wie haben Sie den internen Konkurrenzkampf erlebt?
Bartels: „Ich kann nicht bestätigen, dass ich nur als Nummer 3 geholt wurde. Mir wurde von Anfang an gesagt, dass wir einen offenen Dreikampf haben. Ich kam also mit dem Willen nach Mannheim, mich direkt durchzusetzen.

Natürlich habe ich davon profitiert, dass die Vorbereitung für mich gut lief und ich mich mit den Jungs einspielen konnte. Ich bin froh, dass ich nach dem schwierigen Jahr in Wiesbaden nun meine ersten Erfahrungen als Nummer 1 sammeln kann.“

Sie sprechen es selber an: Vergangene Saison verletzten Sie sich in der Saisonvorbereitung beim SV Wehen Wiesbaden und verloren dadurch den Kampf um einen Stammplatz. Als Sie dann am 8. Spieltag beim Heimspiel gegen Osnabrück in der Startelf standen, verletzten Sie sich gleich beim ersten Angriff auf Ihr Tor erneut und mussten ausgewechselt werden. Wie sehr haben Sie damals mit dem Schicksal gehadert?
Bartels: „Das war keine einfache Situation. Man muss erst einmal damit klarkommen, wenn man endlich seine Chance in der 2. Bundesliga bekommt und nach zwei Minuten wieder vom Feld runter muss. Aber Verletzungen oder schlechte Phasen gehören im Fußball ein Stückweit dazu.

Für mich war der Schritt nach Mannheim dann ein Neuanfang. Umso schöner, wenn es so gut läuft. Ich weiß aber auch, dass mir und der ganzen Mannschaft noch viel Arbeit bevorsteht.“

Über die Jugendzeit in Mainz
„ Das war eine krasse Zeit ”
Jan-Christoph Bartels

Sie stammen ursprünglich aus dem Nachwuchs des 1. FSV Mainz 05, sind dann mit 18 Jahren allerdings zum 1. FC Köln gewechselt. Was war der Grund dafür?
Bartels: „Generell ist Mainz für ihre gute Torwart-Schule bekannt. Viele Jungs von dort sind in der Bundesliga gelandet – ob nun Florian Müller, Robin Zentner, Finn Dahmen, Jannik Huth oder Lennart Grill. Das war eine krasse Zeit. Wir haben teilweise in der Torwart-Gruppe mit vier oder fünf Torhütern gearbeitet, die nun alle in den ersten drei Ligen spielen.

Für mich war der Schritt nach Köln wichtig, um mich persönlich weiterzuentwickeln und mein zu Hause zu verlassen, aber auch um Spielpraxis zu sammeln. Ich konnte beim 1. FC Köln in der Jugend, in der 2. Mannschaft und auch in der U-Nationalmannschaft zwischen den Pfosten stehen. Das war sehr wichtig für mich. Ich habe in Köln viel gelernt. Diese Station ist ein Grund dafür, dass ich nun in Mannheim im Tor stehe.“

2018/2019 waren Sie im Aufstiegs-Jahr des 1. FC Köln Ersatztorwart hinter Timo Horn. Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?
Bartels: „Die Zeit unter Trainer Markus Anfang war sehr lehrreich für mich, weil er seinen Torhütern auch fußballerisch sehr viel abverlangt. Wir haben unter ihm einen sehr guten Fußball gespielt. Da ist es praktisch auch egal, ob man die Nummer 1 oder die Nummer 3 ist.

Hauptsache man ist jeden Tag im Training dabei und lernt von den Besten. Dadurch habe ich gelernt, den Ball hinten rauszuspielen und auch mal ein Risiko einzugehen, den Gegner dabei so zu locken, dass man im vorderen Drittel Platz bekommt. So etwas nimmt man für die weitere Karriere mit.“

Herr Bartels, vielen Dank für das Gespräch!

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