1. FC Magdeburg: Interview mit Christian Beck

"Ich will noch einmal 2. Liga spielen"

Christian Beck vom 1. FC Magdeburg

Christian Beck ist mit fünf Toren schon wieder der gefährlichste Magdeburger. ©Imago images/Jan Huebner

Christian Beck spielte seit über sechs Jahren für den 1. FC Magdeburg, ist von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga aufgestiegen, erlebte letzte Saison allerdings den Abstieg aus dem Fußball-Unterhaus. Mit Liga-Drei.de spricht der Kapitän über eine mögliche Rückkehr in die 2. Bundesliga, Vereinstreue und Geld.

Herr Beck, der 1. FC Magdeburg ist seit sechs Spielen ungeschlagen. Trauen Sie Ihrer Mannschaft zu, bereits diese Saison um den Aufstieg mitzuspielen?
Christian Beck: „Die 3. Liga ist brutal schwer. Die nächsten Spiele gegen Duisburg und Kaiserslautern sind richtungsweisend. Natürlich würden wir lieber nach oben schauen als nach unten. Wichtig ist aber erst einmal, dass wir die 45 Punkte holen.“

Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf?
Beck: „Natürlich war es gut, nach dem negativen Auftakt gegen Eintracht Braunschweig positive Ergebnisse zu erzielen. Allerdings waren ein paar Unentschieden zu viel dabei. Wir hätten uns den einen oder anderen Sieg mehr gewünscht. Aber wir haben viele neue Spieler, müssen uns erst einmal finden und in der Liga ankommen.“

Es ist ihr gutes Recht, so etwas zu sagen. (über die jüngste Kritik von Kallnik und Franz)

Das 5:1 gegen 1860 München war ein echtes Ausrufezeichen, das 1:1 gegen Carl Zeiss Jena eine Woche später dagegen eine kleine Enttäuschung. Hängt die mangelnde Konstanz mit dem Umbruch zusammen?
Beck: „Natürlich spielt das eine Rolle. Die Abläufe sind zwar bereits gut einstudiert. Trotzdem braucht alles seine Zeit. Es war klar, dass in den ersten zwei, drei Monaten nicht alles funktioniert. Aber wir sind auf einem guten Weg und haben bereits Fortschritte gemacht.“

Nach dem Spiel gegen Jena haben Geschäftsführer Mario Kallnik und Sportchef Maik Franz scharfe Kritik in Richtung Mannschaft abgegeben. Wie kam das bei Ihnen und den Mitspielern an?
Beck: „Es ist ihr gutes Recht, nach einem Spiel so etwas zu sagen. Wenn man gegen den Tabellenletzten spielt, wünscht man sich drei Punkte. Aber das ist eben nicht so einfach. Wir hatten gegen Jena gute Ansätze und haben hinten wenig zugelassen. Vermutlich hätten wir auch das Gegentor zum 1:1 nicht bekommen, hätte sich Jürgen Gjasula vorher nicht den Arm gebrochen.“

Freitag steht das Heimspiel gegen den MSV Duisburg an. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein?
Beck: „Duisburg ist im Ballbesitz eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen unsere Lösungen finden und gerade zu Hause vor den eigenen Fans mehr als 100 Prozent geben. Dann können wir die drei Punkte zu Hause behalten.“

Diese Fehler würden wir nicht noch einmal machen. (über Lehren aus dem Abstiegsjahr)

Eine Woche später folgt dann das Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern. Fühlt es sich bei diesem Spielplan manchmal so an, als wäre der Verein gar nicht aus der 2. Liga abgestiegen?
Beck: „(lacht) Ja, das könnte man fast denken. Es gibt in der 3. Liga viele namhafte Gegner und es macht Spaß, gegen solche Mannschaften zu spielen. Trotzdem ist es halt die 3. Liga.“

Wie groß ist der Leistungsunterschied zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga überhaupt?
Beck: „In der 2. Liga werden die Fehler noch härter bestraft. Man darf sich fast nichts erlauben und muss bis zum Schluss hellwach sein. Unser Problem war in der vergangenen Saison, dass wir immer spät die Gegentore bekamen und dadurch Punkte liegen gelassen haben. Aber daraus haben wir gelernt. Ich denke, diese Fehler würden wir nicht noch einmal machen.“

Das Interesse am Verein ist trotz des Abstiegs unverändert groß. 11700 Dauerkarten wurden verkauft. Das Stadion wird gerade erweitert und soll dann 30.000 Zuschauer fassen. Wie beurteilen Sie die langfristige Perspektive des Vereins?
Beck: „Ich bin nun auch nicht mehr der Jüngste und würde gerne noch einmal in der 2. Bundesliga spielen. Daher wäre es schön, wenn wir innerhalb von drei Jahren noch einmal aufsteigen würden. Das ist das langfristige Ziel. Jetzt müssen wir uns erst einmal als Mannschaft finden, schnellstmöglich die 45 Punkte zusammenbekommen und schauen, was nach oben hin geht. In den Jahren darauf wollen wir dann oben angreifen.“

Vergangene Saison haben Sie bewiesen, auch in der 2. Bundesliga mit zehn Toren und sechs Vorlagen ein sehr effektiver Spieler zu sein. Bedauern Sie es manchmal, nicht bereits mehrere Jahre in der 2. Liga gespielt zu haben?
Beck: „Doch, natürlich hätte ich gerne mit Magdeburg länger in der 2. Bundesliga gespielt. Daher möchte ich auch unbedingt noch einmal mit Magdeburg in dieser Liga aktiv sein.“

Es gab das ein oder andere Angebot aus der 2. Bundesliga. (über einen möglichen Wechsel)

Sie haben nach dem feststehenden Abstieg zügig signalisiert, weiterhin für Magdeburg spielen zu wollen. War es für Sie keine Überlegung, auf ein Angebot aus der 2. Bundesliga zu hoffen?
Beck: „Natürlich macht man sich Gedanken – gerade weil ich nur noch ein Jahr Vertrag hatte. Aber ich habe auf mein Herz gehört, denn ich habe die letzten Jahre in Magdeburg viel Positives erlebt. Der Abstieg aus der 2. Bundesliga war das erste negative Erlebnis. Daher möchte ich dies zusammen mit dem Verein geradebiegen.“

Sie sind im Gegensatz zu vielen anderen Fußballprofis nicht bereits in jungen Jahren in einer Profiliga gelandet, sondern haben sich über die Regionalliga hochgearbeitet. Warum bekamen Sie nicht vorher die Chance in einer höheren Liga?
Beck: „Es gab gerade zu Drittliga-Zeiten das eine oder andere Angebot aus der 2. Bundesliga, über das ich nachgedacht habe. Aber da war ich bereits drei, vier Jahre in Magdeburg. Sicherlich ist es im Fußball nicht normal, dass man auf sein Herz hört.

Meist hört man im Fußball eher auf das Geld. Aber ich wusste, dass ich dem Verein viel zu verdanken habe und dass der Verein auch mir viel zu verdanken hat. Daher war es richtig, in Magdeburg zu bleiben.“

Das bedeutet, Sie haben für den 1. FC Magdeburg auf Geld verzichtet…
Beck: „Das ist richtig, ja.“

Empfinden Sie es als schade, dass dies im Fußball eine Ausnahme ist und die meisten Spieler eher auf das Geld schauen?
Beck: „Das muss jeder für sich selber wissen. Es ist nun einmal so, dass wir nur eine begrenzte Zeit in unserem Sport Geld verdienen können. Daher ist es völlig normal, dass viele das Bestmögliche herausholen möchten. Aber für mich ist es eben enorm wichtig, dass ich mich im Verein wohlfühle.“

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