Eintracht Braunschweig: Interview mit Marcel Bär

"Das wird eine spannende Rückrunde."

Marcel Bär

Marcel Bär stand in jedem Saisonspiel auf dem Platz, lieferte vier Tore und vier Vorlagen. ©Imago images/Joachim Sielski

Marcel Bär von Eintracht Braunschweig spricht mit Liga-Drei.de über den Rückrundenauftakt gegen Magdeburg (Samstag, 14 Uhr), den Aufstiegskampf und seine emotionale Bindung zu seinem Verein.

Herr Bär, wie zufrieden sind Sie mit dem Zwischenfazit, dass Eintracht Braunschweig die Hinrunde auf dem 3. Tabellenplatz beendet hat?
Marcel Bär: „Tabellarisch sind wir zufrieden. Wir haben die Hinrunde auf dem Relegationsplatz abgeschlossen und blicken jetzt noch einem wichtigen Spiel gegen Magdeburg entgegen. Diese Partie wollen wir natürlich gewinnen.“

Wer zählt für Ihnen neben Spitzenreiter Duisburg und Verfolger Ingolstadt zum weiteren Favoritenkreis auf den Aufstieg?
Bär: „Das ist in der 3. Liga immer schwer zu sagen, weil die Liga sehr ausgeglichen ist. Man muss nur auf die Tabelle schauen: Von Tabellenplatz 3 abwärts trennen sechs Teams gerade einmal drei Punkte. Ich denke, dass Duisburg verdient an der Tabellenspitze steht. Alle anderen Mannschaften hatten ihre guten und schlechten Phasen. Das wird jedenfalls eine sehr spannende Rückrunde.“

Uns erwartet ein unangenehmer Gegner. (über die Partie gegen Magdeburg)

Samstag steht das letzte Pflichtspiel der Saison gegen den 1. FC Magdeburg an. Zum Saisonauftakt gewannen Sie mit 4:2. Sie waren mit einem Tor und zwei Vorlagen an dem damaligen Sieg beteiligt. Was für ein Spiel erwarten Sie diesmal?
Bär: „Uns erwartet ein unangenehmer Gegner, der mit starken Spielern besetzt ist. Ich rechne mit einem typischen Drittliga-Spiel, also viel Kampf bei derzeit schwierigen Platzverhältnissen. Wir werden in dem letzten Heimspiel noch einmal alles geben und wollen das Jahr mit drei Punkten abschließen.“

In André Schubert, Christian Flüthmann und nun Marco Antwerpen hatte der Verein drei verschiedene Trainer in den vergangenen sechs Monaten. Welche Auswirkungen hatte das auf die Mannschaft?
Bär: „Natürlich kam das alles sehr überraschend. Niemand konnte damit rechnen. Jeder Spieler musste sich selbst hinterfragen, ob er seine volle Leistung gebracht hat. Aber wir mussten die Situation so annehmen und wollen eine gute Rückrunde spielen.“

Er brennt förmlich. (über Marco Antwerpen)

Welche Eigenschaften bringt der aktuelle Trainer Marco Antwerpen mit?
Bär: „Marco Antwerpen ist ein sehr emotionaler Trainer, der die Mannschaft pushen kann. Er brennt förmlich und will jeden Spieler besser machen. Auch taktisch analysiert er die Spiele gut.“

Lassen Sie uns ein wenig über Ihren Werdegang sprechen: Mit 20 Jahren sind Sie erstmals zu Eintracht Braunschweig gewechselt, spielten allerdings lediglich für die 2. Mannschaft. Wurde Ihnen damals der Sprung in die 1. Mannschaft in Aussicht gestellt?
Bär: „Ich habe damals gelegentlich bei der 1. Mannschaft mittrainiert und auch ein paar Testspiele bestritten. Natürlich habe ich immer gehofft, bei den Profis eine echte Chance zu bekommen. Aber damals war der Verein in der 2. Bundesliga ganz oben dabei. Für einen jungen Spieler ist es schwierig, in so eine eingespielte Truppe hineinzukommen. Natürlich hätte mich das sehr gefreut. Wer weiß, wo mich mein Weg dann hingeführt hätte? Aber ich bin mit meiner Karriere auch so sehr glücklich. Zumal ich jetzt wieder bei der Eintracht bin.“

Als Eintracht Braunschweig in der Saison 2013 / 2014 sogar in der Bundesliga spielte, rückte das Profidebüt in noch weitere Ferne, oder?
Bär: „Ja, man muss das realistisch sehen: Ich war damals ein U 23-Spieler. Natürlich versucht man, den Sprung zur Profimannschaft zu schaffen. Aber als junger Spieler in der Bundesliga Einsätze zu bekommen und dort durchzustarten, ist sehr schwierig. Dazu müsste man ein Top-Talent sein. Für mich waren daher andere Sachen wichtiger. Ich habe meine Ausbildung bei Volkswagen zum Industrietechniker gemacht. Dadurch konnte ich allerdings vormittags nie trainieren.“

Der Traum ging in Erfüllung. (über seine Rückkehr nach Braunschweig)

Im Jahre 2015 haben Sie dann Braunschweig verlassen.
Bär: „Genau. Ich hatte meine Ausbildung abgeschlossen, wechselte dann nach Jena und war dort Vollprofi – auch wenn wir in der Regionalliga gespielt haben.“

War Ihnen damals klar, dass Sie gerne noch einmal zur Eintracht zurückkehren würden?
Bär: „Ich bin ein sehr familiärer Mensch. Braunschweig ist mein Lebensmittelpunkt. Von daher habe ich immer darauf gehofft, dass ich zurückkehren kann. Im vergangenen Winter ging der Traum dann in Erfüllung. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Was für eine Mannschaft fanden Sie vor, als Sie im Januar 2019 nach Braunschweig zurückkehrten und dem Verein der Sturz in die Regionalliga drohte?
Bär: „Ich kam damals vom VfR Aalen, wo es ebenfalls nicht viel besser lief. Braunschweig war Tabellenletzter, Aalen Vorletzter. Ich hätte noch ein halbes Jahr in Aalen spielen können und war dort der Top-Scorer. Wer weiß, was dann im Sommer passiert wäre. Aber in Braunschweig hatte ich einfach eine bessere Perspektive. Mir war angesichts der vielen guten Neuverpflichtungen schnell klar, dass wir den Klassenerhalt wirklich schaffen können.“

Was war entscheidend, damit Eintracht Braunschweig in der 3. Liga wieder zu den Top-Teams zählt?
Bär: „Ich kann nicht genau beurteilen, warum die Hinrunde der vergangenen Saison so schlecht lief. Aber dann wurden in der Winterpause viele Mentalitätsspieler und Führungsspieler verpflichtet. Leute wie Bernd Nehrig, Benjamin Kessel oder Jasmin Fejzic haben auf und neben dem Platz all ihre Erfahrung eingebracht. Natürlich war das Jahr für uns Spieler mental sehr anstrengend, weil wir Woche für Woche um die Existenz des Vereins spielen mussten. Aber am Ende haben wir das geschafft. Darüber sind wir sehr glücklich.“

Herr Bär, vielen Dank für das Gespräch!

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