Erfurt vs Jena: Interview mit Orlando Smeekes

Ich wollte diese Partien unbedingt gewinnen

Orlando Smeekes erzielt ein Tor für den FCC gegen Dirk Orlishausen und Rot Weiß Erfurt. Jetzt steht erneut ein Thüringen Derby vor der Tür.

Orlando Smeekes lupft den Ball über Dirk Orlishausen zum 1:0 ins Tor. Das Spiel in der Saison 09/10 endete 3:0 für den FCC ©Imago/Karina Hessland

Orlando Smeekes bestritt 70 Spiele für den FC Carl Zeiss Jena und avancierte dabei mit genialen Geistesblitzen und unermüdlichem Einsatzwillen zum Publikumsliebling. Im Interview mit Liga-Drei.de spricht er vor dem anstehenden Thüringen Derby unter Anderem über die Verbundenheit mit dem FCC sowie die Rivalität zu Rot Weiß Erfurt.

Orlando, Sie haben auf Facebook noch viele Freunde aus Jena. Wieso sind Sie mit dem FCC heute noch besonders verbunden?
Orlando: „Die zwei Jahre in Jena waren für mich eine sehr schöne Zeit. Ich war auch bei anderen Vereinen, aber im Osten Deutschlands gefiel es mir am besten. Die Menschen waren nett und bodenständig. Das mochte ich besonders.“

Am Wochenende steht für Ihren Ex-Verein das Thüringen-Derby gegen Erfurt an. Gibt es ein Spiel gegen den Rivalen, an das Sie sich besonders gerne zurückerinnern?
Orlando: „Die Derbys waren für mich immer schön. Nicht nur gegen Erfurt, auch gegen Dresden. Gegen Erfurt war es aber schon spezieller. Normalerweise muss man als Spieler etwas ruhiger sein, aber ich war auf dem Rasen so heißblütig wie die Fans auf den Rängen. Ich wollte diese Partien unbedingt gewinnen. Wegen der großen Rivalität mag ich den Verein bis heute nicht.“

Wegen der großen Rivalität mag ich den Verein bis heute nicht (über seine Beziehung zu Rot Weiß Erfurt)

Waren Sie in Ihrem letzten Ligaspiel gegen Erfurt vielleicht zu motiviert?  In der Partie sahen Sie bereits nach 35 Minuten die gelb-rote Karte.
Orlando: „Nein, da hätte mich der Schiedsrichter besser schützen müssen. Das hat er aber nicht gemacht. Elf Erfurter nur gegen mich, da kam der Platzverweis dann fast wie von allein.“

Sie mussten gegen Erfurt Niederlagen einstecken, konnten aber auch Derby-Siege erringen. Wurden diese Siege besonders gefeiert?
Orlando: „Ja, da wurde bis zum nächsten Tag gefeiert (lacht). Wir sind nach dem Spiel in die Disko gegangen, natürlich auch mit den Fans zusammen.“

Mit drei Toren hat Jena derzeit die zweitharmloseste Offensive der Liga. Wieso konnte noch keiner die Knipser-Rolle übernehmen?
Orlando: „Jena kommt aus der Regionalliga und muss sich erstmal stabilisieren. Wenn es um das Potential des Klubs geht, ist der FCC für mich von den Fans und vom Umfeld her ein Zweitliga-Verein. Allerdings muss es auch beim Vorstand stimmen. Der machte in der Vergangenheit immer viele Probleme.“

Der FCC ist für mich ein Zweitliga-Verein (über das Potential von Carl Zeiss Jena)

Vor und nach Ihrer Zeit in Jena waren Sie Nationalspieler sowohl der Niederländischen Antillen als auch von Curacao. Wie dürfen wir uns Länderspiele in der Karibik vorstellen?
Orlando: „Das war auch eine schöne Zeit. Damals war die Qualität aber noch nicht so hoch und die Organisation sehr locker. So wie es am Strand zuging, so lief es auch beim Fußball. Im Moment macht es Curacao allerdings nicht schlecht. Sie hatten mit Patrick Kluviert einen guten Trainer (Anm. d. Red.: Jetzt strategischer Berater) sowie ein starkes Team.“

Sie haben mit Gertjan Verbeek einen Pflegevater, der auch im Fußball-Bereich tätig ist. Wie wichtig war er für Ihre Entwicklung, sportlich wie außerhalb des Platzes?
Orlando: „Als ich elf Jahre alt war und in der Jugendakademie des SC Heerenveen gespielt habe, war er mein Trainer. Damals bin ich in Jugendinternaten aufgewachsen, dort hatte ich allerdings Probleme. Er hat mich dann bei sich aufgenommen und mich großgezogen.

Ohne Gertjan wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin. Er ist wie ein Vater für mich. Immer wenn ich mich schlecht gefühlt habe, kam er mit dem Zug zu mir, auch nach Deutschland. Er ist mein Halt im Leben und ich habe jetzt immer noch regelmäßig Kontakt mit ihm.“

Er ist mein Halt im Leben (über seinen Pflegevater Gertjan Verbeek)

Ihr Vertrag beim OFC Oostzaan lief zum Ende der vergangenen Saison aus. Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter?
Orlando: „Der Trainer hat mich angerufen und wollte, dass ich weitermache. Ich bin aber momentan zu sehr mit meiner Arbeit beschäftigt.“

Was machen Sie genau?
Orlando: „Ich bin Designer und arbeite als Creative Director für Pegador Fashion. Mit Mode beschäftige ich mich schon länger, auch bereits zu meiner Zeit in Jena. Jetzt verfolge ich das hauptberuflich und bin richtig glücklich damit. Ich habe auch wieder angefangen zu trainieren, bei meinem alten Verein Oostzan. Einfach, um mich fit zu halten und was für den Körper zu tun.“

Orlando, vielen Dank für das Interview!

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