MSV Duisburg: Lieberknecht sieht kein Mentalitätsproblem

Mannschaft ist "getrieben" vom Aufstieg

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 04.06.2020 | 08:52
Trainer Torsten Lieberknecht beim MSV Duisburg

Vertraut seiner Mannschaft: Torsten Lieberknecht. ©Imago images/Eibner

Ernüchterung herrschte gestern in Duisburg: Auch gegen Schlusslicht Jena galoppierten die Zebras nicht zu einem Sieg, mussten sich am Ende bei Keeper Leo Weinkauf bedanken, der einen Zähler festhielt. Die gute Nachricht für den MSV: Trotz nur zweier Siege in den letzten elf Partien steht die Elf von Trainer Torsten Lieberknecht noch an der Tabellenspitze.

Die Tabelle der letzten zehn Spiele macht allerdings klar, dass „Dreier“ hermüssen, um diesen Platz auch langfristig zu verteidigen – was das Ziel ist. „Die Mannschaft ist getrieben davon, den ganz großen Traum zu verwirklichen, den hier viele haben“, so Lieberknecht auf der Pressekonferenz nach dem Spiel über die herrschende Einstellung.

Der kleine Kader macht zu schaffen

Allerdings hat der MSV derzeit mehrere Baustellen. Die relativ unerfahrene Mannschaft lag in drei der letzten fünf Partien zwar in Führung, verspielte diese aber in der zweiten Halbzeit, wie jüngst gegen 1860 München und eben gegen Jena.

Außerdem schrumpft der Kader. Arne Sicker musste gestern bereits in der ersten Halbzeit mit muskulären Problemen ausgewechselt werden, bei Marvin Compper wäre es „seine altbekannte Wade“, so Lieberknecht, gewesen, die seinen Einsatz gegen Carl Zeiss in der Pause beendete. Matthias Rahn stand gegen den FCC gar nicht erst im Kader und so gibt es in der Defensive wenige Optionen zu tauschen – zumal Rechtsverteidiger Joshua Bitter bekanntlich langfristig ausfällt.

„Mit unserem kleinen Kader sind das Dinge, die extrem weh tun“, sagte Lieberknecht über die verletzungsbedingten Auswechslungen Sickers und Comppers – was sicherlich auch für die anstehenden Aufgaben gelten dürfte. Denn die englischen Wochen haben gerade erst begonnen, bereits am Samstag steht die nächste Partie auf dem Programm.

Daraus, dass es nun Schlag auf Schlag geht, könnte der MSV allerdings auch einen Vorteil ziehen, wenn er sich nicht so lange mit den zuletzt verlorenen Punkten aufhalten muss. Lieberknecht jedenfalls habe „den Jungs gesagt, dass wir eh keine Zeit haben, Trübsal zu blasen“. Die Vorbereitungen auf den Chemnitzer FC, der am Samstag anreist und bei der 0:1-Niederlage gegen den Tabellenvorletzten Großaspach ebenfalls einen Rückstand hinnehmen musste, sind damit angebrochen.

Das Restprogramm des MSV Duisburg