Türkgücü München: Punkte auf „Biegen und Brechen“

Schmidt schwört Mannschaft auf MSV-Spiel ein

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Freitag, 13.11.2020 | 12:00
Alexander Schmidt bei Türkgücü München

Lebt Einsatzbereitschaft oft an der Linie vor: Alexander Schmidt. ©Imago images/Jan Huebner

Nach sechs Spieltagen hatte Türkgücü München noch die beste Offensive der dritten Liga, mittlerweile wurde der Aufsteiger aus der bayerischen Landeshauptstadt in dieser Hinsicht von 1860 München sowie dem 1. FC Saarbrücken überholt. Ist das Offensivpulver schon verschossen?

Wohl kaum, vielmehr zeigte Türkgücü in den vergangenen beiden Partien gegen den FC Ingolstadt sowie den FSV Zwickau eine etwas veränderte Herangehensweise und legte einen größeren Wert auf die Defensive. Das klappte gut, ohne die eigenen Prinzipien, das geschlossene Anlaufen, das Pressing, zu vernachlässigen.

Gegen Zwickau schlich sich dann aber doch der Schlendrian ein, zumindest hat das Trainer Alexander Schmidt erkannt. Deshalb richtet er auf der Pressekonferenz vor der kommenden Partie gegen den MSV Duisburg einen unmissverständlichen Appell an seine Mannschaft: „Jeder Spieler muss lernen: Wenn der Schiedsrichter das Spiel anpfeift, dann ist Haupt-Arbeitstag und dann muss ich abliefern.“ Unmissverständlich stellt Schmidt im Hinblick auf das MSV-Spiel nochmal klar, dass es „auf Biegen und Brechen hier um die Punkte gehen“ müsse.

Saisonziel korrigiert?

Auch wenn dem Fußballlehrer gegen die Schwäne diese Gier scheinbar teils fehlte, über die bisherige Saison hinweg bescheinigt er seiner Mannschaft in Sachen Gier und Einsatzwillen eine gute Leistung. Das ist neben den spielerischen Komponenten ein Hauptgrund für einen Saisonstart, der Türkgücü auf den aktuellen Tabellenrang sieben hievte.

Für einen Aufsteiger eine gute Platzierung, doch ist sie auch gut genug? Vor der Saison wollte Türkgücü kein Saisonziel herausgeben. Schmidt will sich „auch jetzt nicht festnageln, auf ein Ziel, aber eins ist auch klar: Wir werden uns nicht zufrieden geben mit irgendwas, das so…“ Den Satz lässt der 52-Jährige unvollendet. 

Bei welchem Saisonziel auch immer, für dessen erreichen, ist Sercan Sararer ein wichtiger Eckpfeiler. Ob er gegen Duisburg auflaufen kann, ist noch offen, er laboriert an einer Erkältung. Ohnehin wird nach dem neuen Credo in München neben den Offensiv-Künstlern Sararer, Sliskovic und Co. die Defensive verstärkt im Fokus stehen.

Seine Mannschaft müsse die „Balance finden“, so Schmidt dazu und verrät warum: „Es gibt so einen schönen Spruch: Vorne gewinnst du Spiele, hinten gewinnst du größere Dinge.“ Vor den letzten zwei Worten hält er kurz inne und lächelt mit seiner ganzen Erfahrung verhalten, um hinterherzuschießen: „Ich will jetzt nicht von Meisterschaften reden.“