SV Meppen & Frings passt, sagt von Haacke

"Torsten kommt über die emotionale Schiene"

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Sonntag, 23.08.2020 | 07:55
Julian von Haacke beim SV Meppen

Julian von Haacke spielte 47-mal in der 3. Liga. ©Imago images/Eibner

Umbruch beim SV Meppen: Nicht nur wichtige Spieler, erstmals seit Jahren auch der Trainer musste ersetzt werden. Torsten Frings tritt das schwere Erbe von Christian Neidhart an. Was man in Meppen vom früheren Nationalspieler erwarten kann, hat Liga-Drei.de im Gespräch mit Julian von Haacke erfahren. Der 26-Jährige war als Spieler unter Frings beim SV Werder und Darmstadt 98 aktiv. Er kennt zudem den SV Meppen aus der Saison 2018/19 gut, als er per Leihe gekommen sofort zum Stammspieler wurde.

Herr von Haacke, die wichtigste Frage in diesen Tagen zuerst: Wie geht es Ihnen?
Julian von Haacke: „Wunderbar, ich bin körperlich fit, das ist das Wichtigste.“

Sie waren in der abgelaufenen Saison bei Austria Klagenfurt aktiv, verpassten den Aufstieg in die österreichische Bundesliga denkbar knapp. Wie haben Sie das Saisonfinale erlebt?
von Haacke: „Wir waren vor Corona relativ abgeschlagen, dann kam der Re-Start und auf einmal haben wir Spiel um Spiel gewonnen. Am Ende hatten wir ein unglaubliches Finale mit Ried, das wir ganz bitter nur durch das Torverhältnis nicht für uns entscheiden konnten.“

Austria gewann 6:1 gegen Wacker Innsbruck, Ried aber parallel 9:0 gegen den FAC. Wart Ihr auf dem Laufenden zum Spielstand?
von Haacke:  „Man hat am Anfang mitbekommen, dass Ried schon nach zehn Minuten mit zwei oder drei zu null geführt hat, was natürlich für die eigene Moral ein kleiner Dämpfer war. Wir haben aber nicht aufgehört zu spielen. Irgendwann erfuhren wir, dass es bei Ried noch unglaublicher läuft als bei uns.“

Über Torsten Frings
„ Er hat immer ein super Verhältnis zu den Spielern ”
Julian von Haacke

Vier Vorlagen kamen von Ihnen. Ihr bestes Saisonspiel?
von Haacke: „Es wurde bei mir in jedem Spiel besser. Seit dem Re-Start hatte ich in neun Spielen acht Vorlagen und ein Tor. Durch die vier Vorlagen gegen Innsbruck würde ich schon sagen, das war mein bestes Spiel.“

In Deutschland waren Ihre letzte Stationen Meppen und Darmstadt. Verfolgen Sie Ihre ehemaligen Klubs noch?
von Haacke: „Ja, das bleibt nicht aus. Meppen verfolge ich sogar noch etwas mehr, ich bin aber bei beiden noch dabei.“

In Meppen ist nun eine große Veränderung eingetreten, Christian Neidhart hat den Verein verlassen. Welche Rolle spielte er für den SVM?
von Haacke: „Mit die größte. Ich habe ihn in meiner Zeit als Trainer erlebt, ich kann nur Gutes über ihn sagen. Er war ein hervorragender Trainer, der genau verstanden hat, worauf es bei diesem Verein ankommt. Es ist schon ein herber Verlust. Aber es geht weiter und jetzt ist ein neuer Trainer in der Verantwortung.“

Über die Zeit in Darmstadt
„ Wir haben nicht den Fußball gespielt, den er gerne gesehen hätte ”
Julian von Haacke

Diesen kennen Sie aus Ihrer Zeit bei Werder Bremen und Darmstadt. Was für ein Trainer-Typ ist Torsten Frings?
von Haacke: „Torsten kommt eher über die emotionale Schiene. Er hat immer ein super Verhältnis zu den Spielern. Durch seine große Erfahrung, weiß er, wie es läuft, wie man sich als Fußballer fühlt. Das ist seine Stärke.“

Sein Engagement in Darmstadt endete nach einem knappen Jahr. Warum lief es nach gutem Saisonstart in der Zweitligasaison 17/18 nicht mehr?
von Haacke:  „Es war eine schwierige Situation. Torsten hat sich das auch anders vorgestellt. Wir haben nicht den Fußball gespielt, den er gerne gesehen hätte. Dann gerät man leicht in einen Strudel. Es gab viele Spiele, in denen es unglücklich gelaufen ist. Wir haben dann zwölf Spiele in Folge nicht gewonnen, da ist es schwer, Argumente zu finden.“

Nun ist er also im Emsland: Ehemals Nationalspieler, über 400 Bundesliga-Spiele, das klingt nach großer Fußballwelt. Wie gut passt Torsten Frings zum SV Meppen?
von Haacke: „Torsten hat eine emotionale Seite, was sich in Meppen widerspiegelt. Es gibt dort unglaubliche Fans, zu denen er mit seiner Arbeitermentalität passt. Meppen ist zudem ein ambitionierter Drittligist, daher kann das auf jeden Fall passen.“

Die 3. Liga ist Neuland für ihn, Sie spielten dort mit Meppen und der Werder U23. Welche Herausforderungen hält die Liga für einen Trainer bereit?
von Haacke: „Die 3. Liga ist nicht nur durch die Traditionsvereine eine sehr professionelle Liga. Dort gilt es sich auf jeden Gegner gut vorzubereiten. Jeder kann jeden schlagen. Vereine, die man oben erwartet hätte, spielen gegen den Abstieg, Vereine, die keiner auf dem Zettel hatte, spielen um den Aufstieg.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man dort jedes Spiel mit hundert Prozent angehen muss. Wenn er das dem Team vermitteln kann, kann es eine gute Saison werden.“

Über seine Zukunft
„ Es gibt die ein oder andere Anfrage ”
Julian von Haacke

Die Konkurrenz wird nicht schlechter: Wo erwarten sie den SV Meppen nächste Saison?
von Haacke: „Understatement hat dem Emsland immer gutgetan. Zuletzt wurde immer der Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Ich könnte mir vorstellen, dass nach den guten Platzierungen der letzten Jahre das gesicherte Mittelfeld anvisiert wird. Das traue ich der Mannschaft auch zu: So schnell wie möglich Punkte sammeln und gucken, was nach oben geht.“

Zurück zu Ihnen: Sie spielten in Deutschland, Österreich und der niederländischen Eredivisie. Welcher Fußball kommt Ihrer Spielweise am meisten entgegen?
von Haacke: „Ich würde nicht sagen, dass es vom Land abhängt, sondern eher vom Trainer und seiner Philosophie. Ich möchte immer den Ball haben. Flaches Spiel, Spielaufbau sind meine Stärken. Deswegen kamen mir die Niederlande entgegen. Auch hier in Klagenfurt haben wir guten Fußball gespielt, aber in Deutschland gibt es genauso Mannschaften, die das tun.“

Ihr Vertrag bei Austria ist nun ausgelaufen, wo sehen wir Sie nächste Saison?
von Haacke: „Das steht noch ein wenig in den Sternen. Es gibt die ein oder andere Anfrage. Wie gesagt habe ich schon viel erlebt, viele Drittligaspiele bestritten, in Holland erste Liga gespielt. Für mich ist es jetzt wichtig, eine Station zu finden, wo der Trainer auf mich setzt, der Fußball spielen lässt und seine Ansichten umsetzt.“ 

Dabei wünschen wir viel Glück, Julian von Haacke!

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