Türkgücü München: Spürbare Erleichterung

Aufstiegsränge in Reichweite

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Dienstag, 12.01.2021 | 09:40
Sercan Sararer bei Türkgücü München

Sercan Sararer erzielte gegen Dynamo Dresden den Siegtreffer. ©Imago images/passion2press

Nach dem Schlusspfiff sank Aaron Berzel kurz auf die Knie. Ein Ausdruck des Kraftakts, der hinter ihm und seinen Kollegen lag, um sich am gestrigen Montag drei Punkte gegen Dynamo Dresden zu sichern. Der Sieg zeigt auch: Die Querelen um den Ausstieg von Präsident Hasan Kivran und seine Rolle rückwärts wurden verarbeitet.

„Natürlich auch eine Riesen-Erleichterung für uns. Das hat uns im Prinzip schon belastet“, gab Türkgücü-Trainer Alexander Schmidt in der Pressekonferenz nach der Partie einen Einblick in die Gefühlslage in der bayerischen Landeshauptstadt. Diese ist nun wieder deutlich besser. Angesichts der drei gesammelten Punkte gegen Dresden kann Türkgücü den Blick nach oben richten.

Taktisch flexibel

Nur drei Punkte trennen den Aufsteiger von Rang drei – bei einem Nachholspiel in der Hinterhand. Zweifellos war der Sieg gegen Dynamo ein glücklicher. Türkgücü wählte eine komplett andere Herangehensweise als in den bisherigen Partien, zog sich zurück und wartete ab.

Der Treffer resultierte letztlich aus einem Fehler des Gegners, den Sercan Sararer mit seiner individuellen Klasse auszunutzen wusste. Auch so kann Türkgücü also gewinnen. Bisher war der Aufsteiger für sein intensives Anlaufen bekannt, das nicht nur offensiv für Glücksmomente sorgt, sondern den Ball vom eigenen Gehäuse fern hält. „Ich kann natürlich nicht, wenn ich englische Wochen habe, ständig mit Angriffspressing spielen“, sagt Schmidt über die veränderte taktische Herangehensweise gegen Dynamo.

„ Wir haben große Ziele, die sind immer noch gleich ”
Sercan Sararer

Fraglos hat Türkgücü seine Ergebniskrise mit drei Niederlagen in Folge durch nun drei Siege am Stück ausgemerzt. Am Freitag geht es aber bereits wieder weiter. Viktoria Köln wartet. Schmidt will „schnell wieder zum Tagesgeschäft übergehen“.

Womöglich wittert er eine Chance. Die Viktoria konnte nur eins ihrer letzten neun Spiele gewinnen. Kann Türkgücü an der „Schäl Sick“ nachlegen, wäre der Aufsteiger aus der bayerischen Landeshauptstadt endgültig in der Spitzengruppe der Tabelle angekommen. „Wir haben große Ziele, die sind immer noch gleich. Da müssen wir auf jeden Fall nachlegen“, gab Sararer bei MagentaSport bereits die Richtung vor.