Türkgücü München: Was bringt der BFV-Einspruch?

Aufsteiger will in den DFB-Pokal

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Montag, 14.09.2020 | 09:55
Max Kothny von Türkgücü München

Geschäftsführer Max Kothny sieht seinen Klub im Recht. ©Imago images/Krieger

Update 18.09.2020, 16 Uhr:
Während weiter alle Beteiligten die Schuld für das Pokal-Chaos beim jeweils anderen sehen, steht nun der Termin für die erste Verhandlung vor dem Landgericht fest. Wie der BR berichtet, wird der Widerspruch des BFV am 28. September verhandelt.

Der ursprüngliche Artikel vom 14.09.2020, 9:55 Uhr:
Alles drehte sich an diesem Pokal-Wochenende um Türkgücü München, obwohl der der Drittliga-Aufsteiger gar nicht sportlich beteiligt war. Weil genau das aus Sicht des Vereins unrechtmäßig war, legte man Beschwerde beim Landgericht ein gegen die Meldung des FC Schweinfurt durch den Bayrischen Fußballverband ein und bekam vorläufig Recht. Die Partie der „Schnüdel“ gegen Schalke wurde abgesetzt, der BFV legte Widerspruch ein.

Experte kritisiert Landgericht

Dieser Widerspruch wird ab heute beim Landgericht verhandelt. Das Ergebnis ist offen, einige Punkte sprechen für Türkgücü, Experten sehen aber auch Fehler beim Gerichtsentscheid. Dieser hat womöglich mit seinem Urteil, das nicht nur für die vorläufige Absetzung des Spiels sorgte, sondern auch die Meldung von Türkgücü statt Schweinfurt beinhaltete, über die Maßen in die Verbandsautonomie eingegriffen.

Das meint zumindest Jan F. Orth, der an der Universität zu Köln Sportrecht lehrt, in der „FAZ„. „Selbst wenn das Gericht festgestellt hätte, dass ein Fehler vorliegt, dann kann es immer noch nicht bestimmen, wer teilnimmt, sondern kann nur sagen: ‚Das habt ihr nicht richtig gemacht, da müsst ihr noch mal entscheiden“, so der Jurist.

Der potentielle Pokal-Gegner Schalke hatte sich indes in Person von Sportvorstand Jochen Schneider schon klar auf Seiten Türkgücüs gestellt. Er sehe den Fehler ganz klar beim BFV. „Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum der bayerische Vertreter erst eine Woche vor Austragung der ersten DFB-Pokal-Runde bestimmt wurde“, so Schneider in einem Interview mit Sport 1.

Nach dem Urteil des Landgerichts am Freitag hatte Türkgücü Geschäftsführer Max Kothny sich bestätigt gesehen. „Wir sind zufrieden, dass wir dieses Ergebnis vor dem Landgericht München erzielen konnten, denn seit Jahren ist es gelebte Praxis der Bayerischen Fußballverbandes die beste bayerische Amateurmannschaft am DFB Pokal teilnehmen zu lassen.“

Ob aber Türkgücü durch seinen Aufstieg und die damit einhergehende Löschung aus der nur unter- und nicht abgebrochenen Regionalliga-Saison 2019/20 noch Bayerns beste Amateurmannschaft sein kann, das ist eine Hauptfrage des Vorgangs.