Türkgücü München: Wohin mit Bouziane?

Stürmer vergrößert Schmidts Auswahl

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Dienstag, 20.10.2020 | 09:42
Alexander Schmidt von Türkgücü München

Alexander Schmidt kann sich nun taktische Umstellungen erlauben. ©Imago images/foto2press

Am gestrigen Montag überraschte Türkgücü München mit der Meldung, den vereinslosen Mounir Bouziane unter Vertrag genommen zu haben. Der Stürmer hatte im Sommer bei Waldhof Mannheim kein neues Arbeitspapier bekommen und war seither auf Vereinssuche.

Trainer Alexander Schmidt scheint offenbar trotz der Sturmbesetzung um Petar Sliskovic, Tom Boere und Daniele Gabriele noch Bedarf erkannt zu haben. Wo also ist der Franzose eingeplant?

Zweite Spitze noch nicht fest besetzt

Im Sturmzentrum, wo Bouziane in Mannheim vorwiegend eingesetzt war, herrscht mit einem Sliskovic in Top-Form jedenfalls keine Not. Das Casting für den zweiten Mann in vorderster Front lief aber bisher nicht zufriedenstellend, wie das Experiment mit Flügelspieler Furkan Kiricek als zweiter Spitze am Freitag zeigte. Tom Boere traf in vier Partien erst einmal, Daniele Gabriele stand noch gar nicht in der Startelf.

Bouziane also als zweiter, beweglicherer Mann neben Sliskovic? Die zweite Möglichkeit besteht in einer Änderung der Grundausrichtung. Bisher bot Schmidt nämlich mit Benedikt Kirsch, Kilian Fischer und Philipp Erhardt stets drei gelernte Sechser auf. Dementsprechend kam das Flügelspiel hauptsächlich über die Außenverteidiger oder den sich überall bewegenden Sercan Sararer.

Bouzianes Vielseitigkeit erlaubt auch Einsätze auf Außen, was auch Türkgücüs Sportlicher Leiter Roman Plesche hervorhob: „Mit Mounir haben wir einen Stürmer verpflichtet, der flexibel einsetzbar ist. Er ist schnell, hat ein gute Technik und kennt die dritte Liga.“ Um Sliskovic noch mehr zu füttern, wäre demnach eine Flügelzange aus Sararer und Bouziane denkbar, zumal Boubacar Barry bislang nur als Außenverteidiger agierte.

Das nach 1860 München zweitgefährlichste Team der Liga dürfte also noch schwerer auszurechnen werden. Am heutigen Abend gegen den VfB Lübeck wird es aber noch die „alte“ Besatzung tun müssen. Das Aufsteiger-Duell kommt für den Neuzugang noch zu früh.