Viktoria Köln: Probleme an beiden Enden

Hajrovic sieht nicht nur defensive Schwächen

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Dienstag, 01.12.2020 | 12:30
Sead Hajrovic von Viktoria Köln gegen Mathias Fetsch vom HFC

Sead Hajrovic (r.) sieht nicht nur die Abwehr der Viktoria in der Pflicht. ©Imago images/Masterpress

Viktoria Köln befindet sich nach vier Spielen ohne Sieg in einer schwierigen Phase. Die Elf von der „schäl Sick“ war eigentlich zu den Mitfavoriten für den Aufstieg gezählt worden, sortiert sich nun aber erst einmal im Niemandsland der Tabelle ein.

Dabei hatte es gegen den Halleschen FC eigentlich gut ausgesehen. Die Rheinländer hatten viele Chancen durch oder über Mike Wunderlich, scheiterten jedoch am eigenen Unvermögen oder am starken HFC-Keeper Sven Müller. Hinten ließ die Abwehr dann einmal Terrence Boyd völlig blank im Sechzehner den Ball annehmen und zum 0:1 verwerten, ehe der schon vorne im Abschluss unglückliche Michael Seaton hinten überdeutlich die Hand zur Hilf nahm und den Strafstoß zum 0:2 verursachte.

Probleme, die auch der Winter-Neuzugang der letzten Saison, Sead Hajrovic im Interview auf der Klub-Homepage ansprach: „Die Effizienz muss besser sein. Die Abwehr muss stabiler werden und die Tore, die wir kassieren, die dürfen nicht auf diese Art und Weise fallen.“ 

Rossmann-Ausfall schmerzt

Die Abwehrprobleme sind nicht neu, hatten die Höhenberger doch im Vorjahr schon die schwächste Abwehr nach Absteiger Jena und nach 13 Spieltagen genau wie jetzt schon 21 Gegentore. In der Vorbereitung hatte Trainer Pavel Dotchev aber eigentlich defensiv Fortschritte gesehen.

Auch in der Transferphase hatte der Verein den Fokus auf die Verteidigung gelegt, mit Jeremias Lorch einen Sechser und Maximilian Rossmann einen Innenverteidiger geholt. Rossmann fehlt jedoch seit Wochen wegen einer Sperre und anschließender Corona-Infektion. Eine deutliche Schwächung, hielten die Kölner doch mit ihm auf dem Platz zweimal die Null. Auch Lorch ist noch nicht die erhoffte Verstärkung, da er nach einer Verletzung aus der Vorbereitung erst dreimal in der Startelf stand.

Neu sind aber die Schwierigkeiten beim Erzielen von Toren. Zum vierten Mal schon blieb Viktoria ohne eigenen Treffer, hat sieben Tore weniger auf dem Konto, als zum selben Zeitpunkt der Vorsaison. Nach dem 13. Spieltag 2019/20 hatten Albert Bunjaku (neun), Mike Wunderlich und Simon Handle (beide sechs) 21 von 24 Kölner Toren erzielt. Ersterer ist aber derzeit nicht in Form, stand gegen den HFC nicht einmal im Kader, Handle hat eine Umschulung zum Außenverteidiger hinter sich.

Einzig Wunderlich bewegt sich auf dem Niveau der letzten Saison, ist Topscorer mit sechs Torbeteiligungen und weiter der Dreh- und Angelpunkt des Spiels, selbst nachdem das Team mit Marcel Risse, Luca Cueto und Timmy Thiele eigentlich schwerer ausrechenbar hätte werden sollen.