Würzburger Kickers: Interview mit Robert Herrmann

"Wir haben hohe Erwartungen an uns selbst"

Robert Herrmann von den Würzburger Kickers

Robert Herrmann bringt viel Schwung über die linke Seite der Würzburger Kickers. ©Imago images/foto2press

Robert Herrmann passt gut zum Fußball der Würzburger Kickers, in dem auch die Verteidiger sich nach vorne einschalten dürfen und sollen. Nominell wird er links in der Abwehrkette aufgeboten, doch der 26-Jährige ist an vielen Angriffen beteiligt und sammelte schon drei Assists. Im Interview mit Liga-Drei.de spricht der Leihspieler von Erzgebirge Aue über die Spielweise der Mainfranken, seine persönliche Entwicklung und seinen Stammverein in der 2. Bundesliga.

Herr Herrmann, rund ein Viertel der Saison ist gespielt. Wie fällt Ihr Fazit zur bisherigen Runde der Würzburger Kickers aus?
Robert Herrmann: „Grundsätzlich positiv. Ich persönlich fühle mich sehr wohl in Würzburg. Die Mannschaft ist super, charakterlich sehr gut und wir haben einen guten Teamspirit. Es macht viel Spaß, hier Fußball zu spielen.“

Zu Saisonbeginn stolperte die Mannschaft über viele Gegentore, zuletzt zeigte sie sich aber defensiv verbessert. Wo hat Ihr Trainer Michael Schiele den Hebel angesetzt?
Herrmann: „Wir haben sehr viel daran gearbeitet, uns defensiv besser zu positionieren. Der Trainer hat das auch deutlich und offen angesprochen, wo die Probleme liegen und das mit Hilfe von Videos analysiert. Grundsätzlich denke ich, dass wir nicht nur in der letzten Reihe besser verteidigen, sondern es schon vorne anfängt, dass wir mehr laufen und aggressiver wirken. Darum funktioniert es besser, aber es ist noch Luft nach oben.“

Es tut uns gut, wenn wir das Spiel machen müssen. (über die Heimstärke der Kickers)

Vier der bislang fünf Siege wurden am Dallenberg errungen. Warum tun Sie sich in Heimspielen leichter?
Herrmann: „Grundsätzlich sind die Heimspiele auch nicht leichter, aber mit unseren großartigen Fans im Rücken ist es ein bisschen einfacher. Im eigenen Stadion fühlen wir uns natürlich wohler als auswärts. Es tut uns gut, wenn wir das Spiel machen müssen, wenn wir Ballbesitz haben, nach vorne spielen und offensiv sein können. Das liegt uns mehr.“

Fünf Siege und sechs Niederlagen, noch kein einziges Unentschieden: Gibt es in diesem Jahr nur hopp oder topp in Würzburg?
Herrmann: „Das ist uns auch bewusst und es ist sehr ärgerlich, dass wir in schwächeren Spielen noch kein Unentschieden über die Bühne gebracht haben. Grundsätzlich sind wir eine Mannschaft, die gerne nach vorne spielt und agieren will, statt nur zu verteidigen. Trotzdem wäre der eine oder andere Punkt auswärts oder ein Unentschieden drin gewesen.“

Mein Fußballherz schlägt im offensiven Bereich. (über seine Position)

Sie verfügen über die Erfahrung von 146 Regional- und 15 Zweitliga-Spielen. Wie ordnen Sie grundsätzlich das Niveau der 3. Liga ein?
Herrmann: „Ich spreche wohl für jeden anderen auch, der in der 3. Liga spielt, dass sie hammerhart ist. Jede Woche kann jeder jeden schlagen. Die Klubs, die oben mitspielen, tun sich genauso schwer wie die Mannschaften, die unten stehen. Qualitativ ist die 3. Liga einfach viel näher an der 2. Bundesliga als an der Regionalliga.“

Nach sechs Einsätzen können sie bereits drei Assists vorweisen. Ist das eine Folge Ihrer Ausbildung zum Flügelstürmer oder liegt es allein an der offensiven Ausrichtung der Mannschaft?
Herrmann: „Mein Fußballherz schlägt im offensiven Bereich und im Flügelspiel, das ist meine große Stärke. Deswegen liegt es mir auch, viele Vorlagen geben zu können. Natürlich ist die Mannschaft offensiv eingestellt und ich kann meine Läufe nach vorne machen, die Defensive darf jedoch keinesfalls vernachlässigt werden.“

Nach jedem Sieg oder Punktgewinn freue ich mich. (über Erzgebirge Aue)

Offensiv effektive Außenverteidiger sind selten. Warum gelingt Ihnen das bislang so erfolgreich?
Herrmann: „Mir tut es gut, dass ich regelmäßig spiele und so auch die Spielpraxis habe. Mein Körper hat sich wieder an die 90 Minuten gewöhnt und so habe ich die Power bekommen, viel zu laufen und viel nach vorne zu machen. Dadurch steigt auch mein Selbstvertrauen, deswegen gelingt mir auch wieder mehr im Spiel und es läuft momentan ganz gut für mich.“

Sie sind von Aue nach Würzburg verliehen. Wie intensiv verfolgen Sie das Geschehen im Erzgebirge?
Herrmann: „Selbstverständlich ganz genau. Ich freue mich sehr, dass es aktuell im Erzgebirge läuft und verfolge das. Nach jedem Sieg oder Punktgewinn freue ich mich, als wäre ich bei der Mannschaft.“

Haben Sie noch persönliche Kontakte zu Spielern im Aue-Kader?
Herrmann: „Ja, die pflege ich auch und versuche, sie über den Zeitraum zu halten. Mit Florian Krüger verstehe ich mich sehr gut, zu Tom Baumgart habe ich regelmäßig Kontakt. Aber auch mit anderen Spielern schreibe ich immer mal und man fragt, wie es dem anderen geht.“

Wir wollen uns von den hinteren Plätzen weiter distanzieren. (über die Saisonziele)

Der FCE steht aktuell auf dem vierten Tabellenplatz. Sind sie überrascht vom erfolgreichen Saisonverlauf der Veilchen?
Herrmann: „Man hat in der Vorbereitung schon gesehen, dass wir eine gute Rolle spielen können, wenn es alles gut läuft. Momentan ist das der Fall und es möglich, sich oben festzubeißen und so sicher und ruhig durch die Spielzeit zu kommen.“

Zurück zu Würzburg: Nach der Pause müssen Sie zu Carl Zeiss Jena. Worauf wird es ankommen, damit es mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison klappt?
Herrmann: „Nach einem Trainerwechsel ist es natürlich immer schwer vorherzusagen, wie die Mannschaft darauf reagiert. Sie wird neu eingestellt sein und wir müssen erstmal schauen, wie sie spielen werden.

Grundsätzlich müssen wir wieder unsere Stabilität finden, gut stehen, viel laufen, viel investieren und nach vorne spielen. Das am besten nicht nur eine Halbzeit, sondern über die kompletten 90 Minuten.“

Schauen wir noch etwas weiter in die Zukunft: Was ist den Kickers für den restlichen Saisonverlauf noch zuzutrauen?
Herrmann: „Eigentlich alles. Wir haben eine hohe Erwartung an uns selbst und eine gute Truppe. Sowohl charakterlich als auch von der Qualität her. Wir wissen, wie schnell es in die eine, aber auch in die andere Richtung gehen kann und wollen uns in den kommenden Wochen von den hinteren Plätzen weiter distanzieren.“

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