Rot-Weiß Erfurt: Der Liga-Drei Teamcheck

Landet RWE erneut im Abstiegskampf?

Daniel Brückner und Sören Eismann im Duell

Wird es für Daniel Brückner (links, im Duell mit Jenas Sören Eismann) und RWE eine schwere Saison? ©Imago/Worbser

Knapp war es in der letzten Saison. Das Abstiegsgespenst geisterte bis kurz vor Schluss in Erfurt. In den letzten zwei Spielen zog sich die Krämer-Elf dann aber mit zwei Siegen am eigenen Schopf aus der Misere.

Im Sommer hatte RWE einige Abgänge zu beklagen. Wird es wieder eine Saison im Abstiegskampf für die Erfurter? Das zeigen wir Euch mit unserem Teamcheck. Am Ende geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Okan Aydin ist weg, genauso wie die Defensiv-Spezialisten Mario Erb und Jannis Nikolaou. Auch der Abgang des stets polarisierenden Sebastian Tyrala könnte ein Loch ins Mittelfeld reißen. Neben den Abläufen auf dem Platz dürften sich auch die Hierarchien innerhalb des Mannschaftsgefüges verändern.

Als Ersatz wurden Spieler geholt, von denen bis auf Alexander Ludwig keiner älter als 22 Jahre alt ist. Den meisten fehlt es daher logischerweise an Drittliga-Erfahrung. Allerdings bringen zum Beispiel Elias Huth oder Bastian Kurz eine mehr als solide Ausbildung aus den Nachwuchsleistungszentren von Hannover 96 und dem FC Augsburg mit.

Es wird jetzt die Aufgabe von Trainer Stefan Krämer sein, die jungen Spieler in das Team-Gefüge zu integrieren und ihnen seine Spielphilosophie zu vermitteln. Außerdem ist der wichtigste Spieler geblieben. Carsten Kammlott traf letzte Saison zehn Mal und trägt auch in der neuen Saison das RWE-Trikot.

Die aktuelle Form

Gegen unterklassige Gegner fuhr RWE hohe Siege ein. Im Spiel gegen Dynamo Berlin musste die Krämer-Elf mit einem 1:2 leben, danach gelangen jedoch wieder zwei Erfolge gegen Regionalligisten. Dabei präsentierte sich Erfurt dem Gegner noch nicht in allen Belangen überlegen.

Pech hatte RWE mit Verletzungen. Theodor Bergmann, der in der vergangenen Saison zum Leistungsträger avancierte, fällt aus, genauso wie Neuzugang Alexander Ludwig.

Stärken & Schwächen

In der Offensive wird es vermutlich nicht viel besser werden. In der vergangenen Saison hatte RWE mit 34 geschossenen Toren den zweitschlechtesten Angriff der Liga. Carsten Kammlott traf zwar verlässlich. Jedoch war das Spiel der Erfurter zu sehr auf ihn zugeschnitten und damit leicht auszurechnen.

Ob sich das ändert, hängt auch davon ab, wie die Neuen einschlagen. Diese sind in der Offensive bis auf Ahmed Waseem Razeek noch weitesgehen unbekannt in der Liga. Das macht es jedoch schwerer sie einzuschätzen – möglicherweise wird der RWE-Angriff dadurch ein Stück weit unberechenbarer.

Da mit Mario Erb und Jannis Nikolaou zwei wichtige Defensivspieler mit Erfahrung den Verein verließen, wird es auch hier spannend zu beobachten sein, wie sich die Abwehrarbeit dadurch verändert. Die gleiche Stabilität ist erst mal nicht zu erwarten.

Stefan Krämer von Rot Weiß Erfurt

Weiß, wie man mit schwierigen Situationen umgeht. RWE-Coach Stefan Krämer. ©Imago

Der Trainer

Seit eineinhalb Jahren leitet der gebürtige Mainzer Stefan Krämer das RWE-Training. In der Rückrunde der Saison 2015/16 bewahrte der Trainer den Verein vor dem Abstieg aus der dritten Liga, gleiches gelang ihm im letzten Jahr. Beeindruckend war dabei, dass die Vereinsführung trotz der prekären Lage immer an ihm festhielt und ihm den Rücken stärkte.

In seiner Zeit bei Arminia Bielefeld hat er gezeigt, dass er ein Team formen kann. Damals folgte der Aufstieg in die zweite Liga. Seine jetzige Aufgabe bei RW Erfurt ist ungleich schwerer, mit Krämer hat RWE allerdings einen Coach, der diese Aufgabe annimmt und auch im Stande ist diese zu meistern.

Die mögliche Startelf

Die Viererkette in der Defensive ist bei Stefan Krämer Standard, sie wird auch in der kommenden Saison zu sehen sein. Den Platz von Mario Erb in der Innenverteidigung könnte Neuzugang Florian Neuhold übernehmen, er stand zuletzt auch im Testspiel gegen Viktoria Berlin in der Startelf.

Je nach Gegner lässt Coach Krämer dann ein Vierer- oder Fünfer-Mittelfeld beginnen. Liridon Vocaj war letztes Jahr Stammspieler und wird es auch in dieser Saison sein, mit Merveille Biankadi steht außerdem eine interessante Alternative bereit. Theodor Bergmann könnte neben ihm im zentralen Mittelfeld beginnen, sobald er fit ist. Wenn er fit ist, könnte sich auch die Verpflichtung von Instinktfußballer und Regisseur Alexander Ludwig als Glücksfall erweisen.

Auf den Außen hat Krämer einige Optionen, es wird zu beobachten sein, wer sich durchsetzt. Dazu kommt außerdem Dauerläufer Brückner, der fast überall spielen kann. Wie lange seine Kondition reicht, ist allerdings fraglich.

Im Sturm ist Kammlott unumstritten. Wenn RWE mit einer Doppelspitze agiert, kommen Huth und Bieber als Sturmpartner in Frage. Mögliche Aufstellung:
Klewin – Menz, Möckel, Neuhold, Odak – Vocaj, Bergmann, Waseem Razeek, Kurz – Kammlott, Huth

Fazit

RWE hat eine schwierige Saison hinter sich und einige Abgänge zu beklagen. Diese will die Krämer-Elf mit jungen, hungrigen Spielern kompensieren, was entweder sehr gut laufen kann oder total nach hinten losgeht. Entscheidend wird sein, wie die ersten Spiele ausgehen. Kommt RWE in einen Lauf ist eine sorgenfreie Saison möglich, ansonsten wird es wahrscheinlich knapp.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien):Enge Kiste

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