3. Liga: Bayerische Vereine geschlossen für Fortführung der Saison

1860 und Co. fordern einheitliche Linie

Rainer Koch

BFV-Präsident und DFB-Vize Rainer Koch tauschte sich mit den Vereinen per Videokonferenz aus. ©Imago images/Jan Huebner

Saisonabbruch, Geisterspiele – über keine zwei Begriffe wird derzeit unter Fans, Spielern und Verantwortlichen mehr diskutiert. Die Mehrheit der Drittliga-Klubs ist für eine Fortführung der Saison, allerdings gehen die Vereine in dieser Hinsicht nicht miteinander d’accord.

Stattdessen gab es in den letzten Wochen dem Vernehmen nach heftige Diskussionen, wie es in der Liga weitergehen soll – oder eben gerade nicht weitergehen. Dass einige Verantwortliche für einen Abbruch der Spielzeit stehen, daraus machten sie in jüngerer Zukunft keinen Hehl.

Koch will „Schaden minimieren“

Eine einheitliche Linie zu fahren war zuletzt nicht möglich, genau dies versuchen jetzt aber zumindest die bayerischen Vertreter in Liga drei, der TSV 1860 München, die SpVgg Unterhaching, der FC Ingolstadt, die Würzburger Kickers sowie die FC Bayern U23.

In einer Videositzung, an der die Vereinsverantwortlichen sowie Vertreter des Bayerischen Fußball Verbands inklusive dessen Präsident und DFB-Vize Rainer Koch teilnahmen, einigten sich die Klubs darauf, dass die Saison „zeitnah“ fortgesetzt werden müsse.

„Diese einhellige Auffassung der aktuellen Situation ist eine ebenso feste wie gute Basis, um den Schaden in Zusammenarbeit mit den weiteren Drittligisten so gut es geht zu minimieren“, so Koch auf der BFV-Homepage.

Es braucht ein klares Commitment aller Drittligisten. (Sebastian Dremmler & Jochen Sauer)

Die Argumente der Vereine für eine Fortführung der Spielzeit überschneiden sich. So sieht etwa Unterhachings Präsident Manfred Schwabl nur dann einen fairen sportlichen Wettbewerb gewährleistet, zudem stehe bei einem Abbruch der „Fortbestand dieser ohnehin wirtschaftlich problematischen 3. Liga auf dem Spiel“.

Allerdings: Für beide Argumente gab es in den vergangenen Wochen bereits konträre Sichtweisen aus anderen Drittliga-Städten, wonach es bei einer Fortführung der Saison zu Wettbewerbsverzerrungen kommt, während Geisterspiele dem finanziellen Aspekt nicht zuträglich wären.

Gorenzel warnt

Deutlich wurde wie schon in den vergangenen Wochen 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel: „Wer jetzt den freiwilligen Abbruch der 3. Liga fordert, sollten die Gesundheitsbehörden zu dem Schluss kommen, unter bestimmten Auflagen Spiele ohne Zuschauer zu genehmigen, gefährdet die zukünftige Existenz der 3. Liga.“

Gorenzel argumentiert, dass es laut Experten Geisterpiele noch in sechs bis acht Monaten geben könne. „Wer sich folglich jetzt gegen Geisterspiele ausspricht, wird zu Ende gedacht auch in sechs bis acht Monaten keine geänderte Bewertungsgrundlage vorfinden.“

An einem Strang ziehen und zwar in Richtung Geisterspiele – das ist es also, was auf der heutigen Sitzung der bayerischen Drittligisten im Vordergrund stand und wo sie sich einig sind. Ob das allerdings eine Meinungsänderung bei den Vertretern, die sich bisher kategorisch für einen Abbruch der Saison stark machten, hervorruft, ist zumindest fraglich.

Nicht zuletzt sind die Ergebnisse der Klubs aber auch als klarer Appell an den Rest der Republik zu verstehen, wie Bayern Münchens Nachwuchskoordinator Sebastian Dremmler sowie NLZ-Leiter Jochen Sauer betonen. Es gehe darum, „dass wir alle schnellstmöglich Planungssicherheit bekommen. Dazu braucht es ein klares Commitment aller Drittligisten, die Saison zu Ende bringen zu wollen. Wir bayerischen Klubs sind uns da einig, dass es um mehr als diese Saison geht“.