DFB strebt wirksamere Lizenzierung an

Nachhaltigkeit als zusätzliches Kriterium

Von Insolvenzen überrascht: DFB-Vizepräsident Peter Frymuth

Plan für verbesserte Lizenzierung: DFB-Vizepräsident Peter Frymuth © imago/jan hübner

Die Insolvenzen von Rot-Weiß Erfurt und des Chemnitzer FC in der laufenden Saison sollen Konsequenzen für das künftige Lizenzierungsverfahren von Drittliga-Vereinen haben. Beim zuständigen Deutschen Fußball-Bund (DFB) sind offenbar schon Pläne für eine Berücksichtigung des allgemeinen Finanzgebarens von Klubs bei der Erteilung der Liga-Zulassung statt bisher nur der wirtschaftlichen Planung für eine bevorstehende Saison in Vorbereitung.

Wir arbeiten an Lösungen, dass die Vereine nachhaltig wirtschaften. (DFB-Mitarbeiter Manuel Hartmann)

„Wir arbeiten an Lösungen, die beinhalten, dass die Vereine nachhaltig wirtschaften“, bestätigte Manuel Hartmann aus der DFB-Abteilung für die Drittliga-Lizenzierung dem Fachblatt Reviersport.

Konkreter wurde Hartmann noch nicht, betonte aber die Schwächen der momentanen Prozedur. Aus rechtlichen Gründen „dürfen wir die Anträge nur für eine Saison prüfen“. Beim Blick auf die von den Vereinen eingereichten Nachweise ihrer Liquidität für die anstehende Spielzeit bleibt den DFB-Kontrolleuren dadurch ein größerer und mitunter problematischerer Gesamtzusammenhang verborgen.

DFB von Insolvenzen überrascht

Aufgrund dieser Problematik soll das finanzielle Aus für Erfurt und Chemnitz den Verband nach Darstellung von DFB-Vizepräsident Peter Frymuth auch unvorbereitet getroffen haben. „Das war so nicht abzusehen“, sagte Frymuth. Bei der Überprüfung der Unterlagen der beiden Klubs vor Saisonbeginn habe man noch „festgestellt, dass die Liquidität bis zum 30. Juni gesichert ist“. Letztlich allerdings ging RWE und dem CFC die Luft dennoch schon deutlich früher aus.

Doch auch für den Fall veränderter Zulassungskriterien im finanziellen Bereich sagt Fortuna Kölns Geschäftsführer Michael Schwetje weiterhin Kraftakte von Klubs zur Überwindung der „Kostenfalle 3. Liga“ durch den Aufstieg in die zweite Liga voraus. Für viele Vereine sei die Staffel „nicht ihr natürliches Zuhause“, weshalb Schwetje zufolge 14 der 20 Klubs die Liga nur als Durchgangsstation ansehen würden. „Es wird“, glaubt Schwetje, „immer Vereine geben, die alles unternehmen, um schnellstmöglich in die 2. Liga zu kommen.“

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