Nachwuchsförderung in der 3. Liga: Neues DFB-Konzept?

U21-Spieler stärker im Fokus

DFB-Präsident Reinhard Grindel

Segnet DFB-Präsident Reinhard Grindel das neue Modell ab? ©Imago/foto2press

Nach der geplanten Pokal-Reform und der fragwürdigen Aufstiegsrelegation zur 3. Liga, hat der Deutsche Fußball-Bund nun ein weiteres Thema in Angriff genommen: Es geht um die Nachwuchsförderung. Wie die SPORT BILD (Ausgabe 20/2017) berichtet, sollen die Nachwuchsförderung in den Vereine der 3. Liga zukünftig nach neuen Kriterien entlohnt werden.

Qualität und Spielpraxis zählen

Bislang erhielt jeder Verein eine Pauschale, diese soll jedoch abgeschafft werden. Viel mehr will der DFB in Zukunft die Qualität der Leistungszentren sowie die Einsatzzeiten der Jungprofis (U 21) bewerten, um anhand desse die Anteile aus dem Fördertopf mit einem Volumen von insgesamt 30 Millionen Euro an die Vereine zu verteilen.

Auch Mannschaften, die aus der 2. Bundesliga absteigen, sollen keine finanziellen Einschnitte im Bereich der Nachwuchsförderung vornehmen müssen. Hier dienen ebenfalls das Leistungsniveau der Jugendzentren und die Spielpraxis der jungen Akteure als Bewertungsgrundlage. Doch wie stark könnten diese Änderungen die Vereine treffen?

Wie will der DFB bewerten?

Betrachtet man beispielsweise die Kader der beiden Aufsteiger aus Duisburg und Kiel, fällt auf, dass beim MSV lediglich Ahmet Engin (29 Einsätze) und Thomas Blomeyer (9 Einsätze) für die neue Regelung eine Rolle gespielt hätten. In Kiel trifft dies lediglich auf Arne Sicker zu, der in 16 Spielen zum Einsatz kam. Bei beiden Vereinen geht zudem die A-Jugend in der laufenden Spielzeit in der Bundesliga an den Start – es wäre interessant zu sehen gewesen, welchen Anteil dem MSV und der KSV für diese Konstellation vom DFB zugesprochen worden wäre.

Zudem wird es eine Änderung in der Zahlung von Ausbildungsentschädigungen geben. Wurden bislang nur die Vereine entschädigt, in denen ein Talent in den letzten fünf Jahren vor einem Wechsel aktiv war, fallen Zahlungen in Zukunft auch an, wenn die jungen Kicker bereits das achte Lebensjahr vollendet haben. Der DFB verspricht sich dadurch insgesamt 4 Millionen Euro an Ausbildungsentschädigungen – bislang waren es knapp 1 Millionen.

Regensburg oder Magdeburg – Wer steigt auf noch auf? Jetzt wetten!